Wessobrunner Stuckateur und Altarbauer
Wessobrunn
Bei der Benediktinerabtei Wessobrunn liegt das Klosterdorf Gaispoint, nördlich davon das kleinere Dorf Haid und südlich liegen die verstreuten Höfe um St. Leonhard im Forst. Gaispoint nimmt 1852 den Namen des inzwischen zum grossen Teil zerstörten Klosters an. Diese Dörfer beim Kloster sind Ausgangspunkt der grossen Zahl von Stuckateuren und Baumeistern, die als Wessobrunner im 17. und 18. Jahrhundert führende Stuckateur-Zunft im süddeutschen Raum sind. Ab 1630 treten sie in Konkurrenz zu den oberitalienischen und südschweizerischen «Stuccatori» und schaffen den Durchbruch um 1680. Als Baumeister lösen sie in Bayern die «Italiener» ab, wie die lange Zeit führenden Familiensippen aus dem südbündnerischen Misox genannt werden. Mit den gleichzeitigen Baumeistersippen der Beer und Thumb aus dem Vorarlbergischen arrangiert man sich geografisch, vor allem, weil die Vorarlberger für die Stuckaturarbeiten jahrzehntelang Wessobrunner Stuckateure bevorzugen.
Die Wessobrunner Familie Gigl
In Haid und Gaispoint, den Dörfern beim Kloster Wessobrunn, sind um 1700 die Stuckateure und Baumeister der Familie Schmuzer dominierend. Wie viele Schmuzer suchen auch die Mitglieder der Familie Gigl ihren Wirkungskreis ausserhalb Kurbayerns. Die stark angewachsene Zahl der Wessobrunner Stuckmeister zwingt sie dazu. Sie arbeiten als Stuckateure im Augsburgischen, in Tirol, vor allem aber im deutschen Südwesten und in der Schweiz. Ihr Name, der in den Wessobrunner Kirchenbüchern fast immer mit Gigl geschrieben wird, ändert sich hier zu Gigel oder Gügel. Bekanntester Vertreter der Rokokoperiode ist Johann Georg Gigl.
Johann Georg Gigl
Er wird am 28. September 1710 in Schönwag-Forst als Sohn des Pontian Gigl[1] und der Anna Maria Köpf getauft. Das Geburtshaus liegt rund 40 Fussminuten vom Kloster Wessobrunn entfernt. Er ist erstes von elf Kindern aus drei Ehen.[2] Sein Vater ist Stuckateur, der zu dieser Zeit im Trupp von Franz Schmuzer im Kirchenneubau des Vorarlbergers Franz Beer in Rheinau bei Schaffhausen arbeitet. Wie wahrscheinlich auch zwei seiner Brüder und zwei seiner Stiefbrüder geht Johann Georg bei seinem Vater in die Lehre. Er muss deshalb in den Jahren 1723–1726 auch die Arbeitsweise der Wessobrunner Michael Schnell in Rheinau, Franz Schmuzer in Weissenau und Joseph Schmuzer in Zusamaltheim kennengelernt haben. Von einer Gesellenwanderung ist nichts bekannt. Falls er weiterhin im Trupp seines Vaters tätig ist, muss er auch mit Dominikus Zimmermann und Johannes Schütz gearbeitet haben.[3] Auf Zimmermann weist die Tätigkeit des Sohnes Franz Zimmermann[4] 1760 im Trupp von Johann Georg Gigl hin, auf Johannes Schütz deutet nicht nur die spätere Zusammenarbeit mit dessen Palier Joseph Wagner, sondern auch die reife erste Stuckaturarbeit Gigls in Kirchhofen 1740.
Johann Georg Gigl heiratet in Wessobrunn 1738 Maria Barbara Sedlmayer, und als Witwer 1751 Maria Anna Zimmermann. Durch die Einheirat erhält er 1738 das Sedlmayer-Haus in Haid, wo seine sieben Kinder geboren werden.[5] Von den fünf Söhnen ergreift keiner das Handwerk des Vaters.
Von seiner Persönlichkeit ist nichts überliefert. Die Werktätigkeit von 1740 bis 1765 weist ihn als einer der besten Rokoko-Stuckateure aus Wessobrunn aus. In den ersten Jahren ist er vor allem im vorderösterreichischen Südwesten tätig. Hier arbeitet er viel mit dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb[6] zusammen, der ihn bei seinen Bauherren empfiehlt. Zur Charakteristik der Stuckaturen von Johann Georg Gigl siehe den untenstehenden Text von Josef Grünenfelder.
Nach Wessobrunn-Haid kehrt Johann Georg Gigl im Winter regelmässig zurück. Er stirbt aber nicht hier, sondern am 11. August 1765 in St. Gallen, wo er zusammen mit seinem Stiefbruder Matthias an den Stuckaturen des neuen Chors der Stiftskirche arbeitet. Er wird 55 Jahre alt.
Werktätigkeit
Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind vorerst die Benediktinerabteien St. Blasien und St. Peter im Schwarzwald, ab 1757 folgen die grossen Aufträge der Benediktinerabteien St. Gallen und Isny im Allgäu, die er nun zusammen mit dem Trupp seines jüngeren Stiefbruders Matthias durchführt. An allen Arbeiten sind unter der Leitung von Johann Georg Gigl viele weitere Wessobrunner Stuckateure tätig. Eindrücklich bestätigt dies eine Liste der Mitarbeiter 1760 beim Aufbau des Hochaltars im toggenburgischen Kirchberg, die 14 beteiligte Stuckateure nennt.[7]
Kirchhofen
1740 findet in Kirchhofen bei Staufen im Breisgau die erste Erwähnung von Johann Georg Gigl als selbständiger Stuckateur statt. Er kann das gotische Langhaus der Wallfahrtkirche Mariä Himmelfahrt barockisieren. Seit 1738 ist die Abtei St. Blasien Grundherr und damit für die dem Domstift Basel unterstehende Wallfahrtskirche kostenpflichtig. Der Akkord des Abtes Abt Franz Schächtelin mit Johann Georg Gigl für die Neugestaltung des Langhauses datiert vom 8. Mai 1740. Der Abt muss den Stuckateur von früheren Arbeiten kennen. Vermutet wird, dass die vorgängig im Chor der Stadtpfarrkirche Mengen ausgeführten Stuckaturen ein Werk Gigls sind. Der Prior der dortigen Benediktinerniederlassung könnte ihn beim Abt empfohlen haben. Mehr siehe unter «Mengen». Nur beim Maler Jacob Carl Stauder ist der Beizug klar, denn er ist schon seit einigen Monaten in St. Blasien tätig.[8]
Die Stuckaturen Gigls im umgestalteten Langhaus stehen am Übergang der symmetrischen Régence zur Asymmetrie des Rokoko.
St. Blasien
1742 erteilt ihm Abt Franz Schächtelin den grossen Auftrag für die Stuckaturen im Neubau des Westflügels der Benediktinerabtei St. Blasien. Die Arbeiten beschäftigen Gigl mehrere Jahre. Der von Johann Michael II Beer von Bleichten soeben fertiggestellte Neubau wird auch als Hof- oder Abteiflügel bezeichnet. Ein grosszügiges Treppenhaus wird durch einen Mittelrisaliten betont. Johann Georg Gigl arbeitet hier in einem illustren Kreis von Künstlern. Der Abt beruft für die Ausmalung den schon in Kirchhofen tätigen Stauder, nun aber auch Franz Joseph Spiegler. Die Bildhauerarbeiten überträgt er Johann Christian Wentzinger aus Ehrenstetten (bei Kirchhofen, dem heutigen Ehrenkirchen). Mit dem späteren Kunstunternehmer Wentzinger kreuzen sich die Wege Gigls 1750 erneut in St. Peter und sind dann für den grossen St. Galler-Auftrag 1757 ausschlaggebend. Die Arbeiten in St. Blasien sind nicht erhalten. Bei der klassizistischen Wiederherstellung nach dem grossen Klosterbrand 1768 bleiben nur Relikte der Stuckaturen im Erdgeschoss verschont.
Mengen
1743, noch während den Arbeiten in St. Blasien, erteilt ihm Abt Alphons Strobl von der Benediktinerabtei Petershausen den Auftrag für die Stuckierung der neu gebauten Prioratskirche in Mengen bei Saulgau. Die Abtei Petershausen bei Konstanz hat 1740 das Benediktinerpriorat von der Abtei St. Blasien übernommen, die ihrerseits 1725 das damalige Wilhelmiterkloster übernommen und es zu einem Benediktinerpriorat umgewandelt hat. St. Blasien baut bis 1738 mit Baumeister Johann Georg Dix die Ökonomiegebäude. Die Abtei Petershausen zieht aber für den Neubau des Klosters und der Kirche 1742 den Vorarlberger Baumeister Peter Thumb zu. Gigl stuckiert die neue Kirche 1743–1744. Auch diese Arbeit Gigls existiert nicht mehr, denn die Kirche wird 1810 abgebrochen.
Die Arbeit in Mengen ist für Gigl deshalb wichtig, weil er hier wahrscheinlich zum ersten Mal mit dem Baumeister Peter Thumb zusammenarbeitet. Thumb empfiehlt den Stuckateur in den nächsten zwei Jahrzehnten noch mehrmals mit Erfolg bei den Bauherren.
Weil die Benediktinerniederlassung Mengen bis 1740 ein Priorat von St. Blasien ist, könnte der Prior Franz König die (vermutete) Arbeit Gigls im Chor der Stadtpfarrkirche gekannt haben und ihn seinem Abt für Kirchhofen empfohlen haben.
Breisgau 1744–1748
1744 bis 1748 scheint Gigl vor allem im Breisgau zu arbeiten.
Der einzige grössere Auftrag dieser Zeit sind die Arbeiten in der Pfarrkirche St. Martin in Riegel am Kaiserstuhl. Die architektonisch hochinteressante Kirche ist ein Bauwerk des Liebhaberarchitekten Franz Rudhart.[9] Gigl wird 1744 als Stuckateur beigezogen. Wahrscheinlich fertigt er 1746 auch den Stuckmarmor-Hochaltar. Maler der Deckenbilder und der Altarblätter ist Benedikt Gambs,[10] mit dem Gigl hier zum ersten Mal zusammenarbeitet. Nach einer Brandzerstörung 1736 und nach Bombentreffer 1944 wird die Kirche zweimal rekonstruiert. Die Innenraum-Rekonstruktionen vermitteln heute wieder das Bild des barocken Innenraums. In den Stuckaturen darf man aber keine Arbeit Gigls sehen.
Weitere Arbeiten sind der von Gigl 1747 ausgeführte, aber nicht mehr erhaltene Stuckmarmor-Hochaltar in der Pfarrkirche St. Stephan in Munzingen bei Freiburg, sowie eine ihm zugeschriebene Stuckdecke im Prälatensaal des Pfarrhofes Wyhl am Kaiserstuhl.[11]
Hilzingen
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Hilzingen bei Singen wird 1747–1749 von Baumeister Peter Thumb gebaut. Auftraggeber ist, wie schon in Mengen, Abt Alphons Strobel von Petershausen. Obwohl das Quellematerial fehlt, darf nicht nur der Baumeister, sondern auch der Stuckateur als gesichert gelten. Der Benediktinerabt von Petershausen erteilt damit den beiden Meistern von Mengen erneut einen Kirchenbau-Auftrag. Als Maler ist Benedikt Gambs durch eine Signatur belegt. Gigl und Gambs arbeiten 1748 und 1749 an den Stuckaturen und Gewölbefresken, anschliessend erstellt Gigl 1750 die Altäre in Stuckmarmor. Eine neu entdeckte Signatur Gigls am Hochaltar festigt die frühere Zuschreibung an den Wessobrunner. Die Arbeiten Gigls in Hilzingen sind original erhalten. Sie zeugen vom allgemein hohen Niveau des Wessobrunner Stucks um 1750 und, am Ende des ersten Jahrzehnts der Auseinandersetzung mit der Rocaille, von einem Stuckateur, der es mit den Besten seiner Zunft aufnehmen kann.
Kirchberg
Noch während den Arbeiten in Hilzingen kann Gigl 1749–1750 erstmals für die Benediktiner-Fürstabtei St. Gallen eine Landkirche stuckieren. Der Neubau der paritätischen Pfarrkirche St. Peter und Paul im toggenburgischen Kirchberg wird 1748 vom Vorarlberger Baumeister Johann Michael I Beer von Bildstein unter Dach gebracht. Dass der Wessobrunner Stuckateur gewählt wird, dürfte mit den bereits bestehenden Kontakten von Peter Thumb zu St. Gallen zusammenhängen. Die Wahl von Franz Ludwig Hermann als Maler weist darauf hin. Der Werktrupp Gigl wird 1760 noch einmal nach Kirchberg gerufen, nun für die Erstellung des Stuckmarmor-Hochaltars. 1784 fällt die Kirche einem Dorfbrand zum Opfer, von den Werken der Gigl-Werkstatt kann nichts gerettet werden.
St. Peter im Schwarzwald
1750 kann Gigl erneut einen grösseren Auftrag einer Benediktinerabtei übernehmen. Der neu gewählte Abt Philipp Jakob Steyrer der Abtei St. Peter will den von seinem Vorgängerabt eingestellten Klosterneubau weiterführen. Baumeister ist wieder Peter Thumb. Vorerst will der Abt die Bibliothek im Mittelrisalit des Querflügels fertigstellen. Für die Stuckaturarbeiten zieht er Johann Georg Gigl bei. Die Deckenfresken überträgt er Benedikt Gambs. Gemeinsam gestalten sie den «schönsten Rokokoraum im Breisgau». Wieder ist auch der Freiburger Bildhauer Christian Wentzinger anwesend. Er trifft aber erst ein, als Gigl schon weitgehend mit den Arbeiten fertig ist. Die Ausführung seiner Balustradenstatuen muss Wentzinger zudem 1752 dem Bildhauer Matthias Faller[12] überlassen. Ein Kontakt Wentzingers mit Gigl ist aber wahrscheinlich und hat auch Einfluss auf die Arbeiten der zweiten Schaffensperiode Gigls.
1753 ist Gigl erneut in St. Peter tätig. Er stuckiert den Fürstensaal im Mittelrisalit des Südflügels und die darunterliegenden Säle des Tafelzimmers und des Refektoriums. Maler ist seit dem Tod von Benedikt Gambs 1751 Franz Ludwig Hermann.[13]
Seit 1752 lässt Abt Philipp Jakob Steyrer den Klosterneubau mit den Flügeln um den Osthof fortsetzen. Hier stuckiert Gigl 1756 und 1757 mehrere wichtige Räume und das grosse Ost-Treppenhaus. Die Stuckaturen des Kapitelsaals, der heutigen Kreuzkapelle, beginnt er 1757, lässt die Arbeit aber wegen der neuen Aufträge in St. Gallen und Isny durch den in Freiburg ansässigen Wessobrunner Franz Anton Vogel[14] fertigstellen.
Lindau
Die Stiftskirche des freiadeligen Damenstifts in Lindau wird von Baumeister Johann Caspar Bagnato 1747–1751 umgebaut. Der Deutschordensbaumeister übernimmt auch die Stuckaturen und Malereien im Akkord. Er überträgt diese Arbeiten wie immer den Stuckateuren Francesco Pozzi und dem Freskanten Joseph Ignaz Appiani. Ihre Werke fallen 1922 einem Brand zum Opfer. Nur der Stuckmarmor-Hochaltar von Johann Georg Gigl übersteht den Brand unbeschadet. Das monumentale Retabel mit dem Altarblatt von Franz Georg Hermann ist erhalten.[15]
Herbolzheim
Die Pfarrkirche St. Alexius in Herbolzheim nördlich von Freiburg im Breisgau ist wie diejenige von Riegel ein Bauwerk von Franz Rudhart. Für die Stuckaturarbeiten von 1754 fehlen die Quellengrundlagen. Lokalhistoriker bevorzugen auf Grund eines Zahlungsvermerkes die Zuschreibung an Franz Anton Vogel. Siehe dazu die Anmerkung im Werkverzeichnis.
Tiengen
1754 erhält Gigl erneut den Auftrag für einen Kirchenneubau des Vorarlberger Baumeisters Peter Thumb. Dieser baut in Tiengen bei Waldshut, einer Herrschaft des Wiener Fürsten von Schwarzenberg, 1753–1755 die Stadtpfarrkirche. Interessantes Detail ist, dass der Bauherr nur gemauerte Gewölbe akzeptiert, was sonst nur bei den Klosterkirchen üblich ist. Thumb kann diese Forderung erfüllen. Er empfiehlt der Bauherrschaft die zu dieser Zeit in St. Peter tätigen Johann Georg Gigl und Franz Ludwig Hermann. Nur Gigl wird akzeptiert. Hermann offeriert zu teuer, als Maler wird Eustachius Gabriel gewählt. Die Stuckaturen sind erhalten.
Isny
Am 20. Mai 1757 unterzeichnen Johann Georg Gigl und sein Stiefbruder Matthias Gigl den Akkord mit Abt Wunibald Rottach oder P. Basilius Sinner[16] der Benediktiner-Reichsabtei Isny im Allgäu für die Umgestaltung der Stiftskirche. Die Kirche Sankt Georg und Jakobus ist eine barocke Freipfeilerhalle von 1664. Matthias Gigl ist mit seinem Werktrupp bereits vorher in der Abtei tätig, für den Grossauftrag zieht er aber seinen Bruder bei, der die Führung übernimmt. Johann Georg verlässt im Juni 1757, weil inzwischen auch der Auftrag St. Gallen absehbar ist, die Arbeit in St. Peter. Wie der Bauherr von Isny, Abt Basilius, die Brüder Gigl kennengelernt hat, bleibt offen. Der Beizug des noch unbekannten Malers Johann Michael Holzhey[17] könnte auf Empfehlungen aus St. Peter für den 1752 dort tätigen Gehilfen des Malers Franz Ludwig Hermann beruhen.
Die Umwandlung der frühbarocken Freipfeilerhalle in einen der schönsten Rokokoräume ist der bisherige Höhepunkt der Arbeiten von Johann Georg Gigl.[18]
St. Gallen I
Fast gleichzeitig mit Isny schliesst Fürstabt Coelestin Gugger von Staudach im Juni 1757 den Akkord mit dem Kunstunternehmer Christian Wentzinger für die Stuckaturen, die Malerei und das Kirchengestühl des Langhauses und der Rotunde der Stiftkirche (heute Kathedrale) von St. Gallen.[19] Baumeister ist Peter Thumb. Christian Wentzinger überträgt die Stuckaturen den ihm bekannten Johann Georg Gigl und die Gewölbefresken an Joseph Wannenmacher.[20] Wentzinger fertigt nur für die Deckenbilder Wannenmachers Entwürfe, aber auch in den Stuckaturen Gigls ist ein Einfluss zu erkennen. Albert Knoepfli schreibt 1966, dass Wentzinger auf Gigl einen ähnlichen Einfluss wie Cuvilliés in München auf Johann Baptist Zimmermann ausübe.
1761 folgt der Auftrag für die Ausgestaltung der Stiftsbibliothek, nun nicht mehr über Christian Wentzinger. Der Akkord wird jetzt mit Johann Georg und Matthias Gigl geschlossen. Wieder ist Wannenmacher Maler der Deckenbilder. Die Brüder beenden die Stuckaturen 1762.
Niederbüren
Die Brüder Gigl arbeiten noch in der Bibliothek, als sie 1761 vom Offizial der Fürstabtei auch den Auftrag für den Raumstuck und den Hochaltar der Kirche von Niederbüren, einem Pfarrdorf des Fürstenlandes an der Grenze zum Thurgau, erhalten. Baumeister ist, wie schon 1749 in Kirchberg, Johann Michael Beer I von Bildstein. Auch als Maler der Deckenfresken wählt der Offizial P. Iso erneut Franz Ludwig Hermann. Die Landkirche von Niederbüren ist, mit Ausnahme der 1899 ersetzten Altarblätter, im Zustand des 18. Jahrhunderts erhalten.
«Der in rotem Stuckmarmor (erst von Matthias Gigl 1769 ausgeführte) Hochaltar ist das prunkvollste Stück dieser Art in weitem Umkreis», schreibt Josef Grünenfelder 1967, der (unten) in seinem Beitrag auch die Eigenschaften des Spätwerks der Gigl-Werkstatt anhand der Stuckaturen der Kirche Niederbüren beschreibt.
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| Kartause Ittingen: Die Stuckaturen am Bogenscheitel zum Altarraum vor der ersten Restaurierung 1979/82 mit den Originalfassungen von 1763. Foto der Thurgauischen Denkmalpflege, Fotograf Theodor Seeger. Lizenz: Wirestock, Inc. / Alamy Stock Photo. |
Ittingen
Von 1763 bis 1764/65 formen die Brüder Gigl, der Maler Franz Ludwig Hermann und der Bildhauer Matthias Faller aus dem langen, schmalen Innenraum der mittelalterlichen Kirche der Kartause Ittingen ein Rokokojuwel.[21] Der auftraggebende Prior Antonius von Saylern[22] stammt aus einer mit der Fürstabtei verbundenen Familie im sanktgallischen Wil. Die Kartause bei Frauenfeld, das reichste der neun Thurgauer Klöster, wird 1848 säkularisiert und an Private verkauft. Die ehemalige Klosterkirche bleibt bis zu ihrer Restaurierung (1979–1982) ungenutzt und unberührt. Zwar müssen statische Schäden und eine starke Verschmutzung behoben, aber keine vorherige Restaurierung rückgängig gemacht werden. Die Fotoaufnahme der Stuckaturen am Chorbogen vor der Restaurierung zeigt dies eindrücklich. Zu den Arbeiten von Johann Georg und Matthias Gigl zählt auch der Stuckmarmor-Hochaltar mit Holzplastiken von Matthias Faller. Der Innenraum ist heute für den Besucher in der originalen Farbigkeit des 18. Jahrhunderts erfahrbar.
St. Gallen II
Der lange Ostchor mit der Doppelturmfront der Stiftskirche wird ab 1761 von Johann Michael I Beer von Bildstein gebaut. Peter Thumb, nun schon 80 Jahre alt, hat sich zurückgezogen. Für die Stuckaturen wird der Akkord 1764 mit Johann Georg und Matthias Gigl geschlossen. Während der begonnenen Arbeit stirbt Johann Georg Gigl am 11. August 1765 mit 55 Jahren. Sein Stiefbruder Matthias führt die Arbeiten zu Ende.
Pius Bieri 2025
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Literatur |
| Knoepfli, Albert: Die Kathedrale von St. Gallen und ihre Innenrestaurierung, in «Montfort» 2/1966. |
| Gubler, Hans Martin: Der Vorarlberger Barockbaumeister Peter Thumb. Sigmaringen 1972. |
| Schnell, Hugo und Schedler, Ute: Lexikon der Wessobrunner. München und Zürich 1988. |
| Jocher, Norbert: Johann Georg Üblher (1703–1763), in: Allgäuer Geschichtsfreund. Kempten 1988. |
| Paula, Georg: Die Arbeiten des Malers und Freskanten Johann Michael Holzhey (1729–1762) im Benediktinerkloster Isny, in: Reichsabtei St. Georg in Isny, Weissenhorn 1996. |
| Wieser Andreas: Zur geistlichen Wend. Die Barockkirche St. Peter und Paul Hilzingen. Hilzingen 2003. |
[1] Pontian Gigl (1681–1742) aus Wessobrunn-Forst, Stuckateur. Er arbeitet als Meistergeselle bei Franz Schmuzer im Kloster Rheinau bei Schaffhausen (hier erwähnt 1721), im Kloster Weissenau 1722, als Palier von Joseph Schmuzer in Zusamaltheim 1724. 1731 arbeitet er im Werktrupp von Dominikus Zimmermann in der Wallfahrtskirche Steinhausen (Schussenried). Ab 1736 arbeitet er mit Johannes Schütz im Donaukloster Beuron, wo er 1742 stirbt. Sein bekanntes Hauptwerk ist das Epitaph in der Klosterkirche Rheinau für den Muri-Abt Placidus Zurlauben, welches er 1723 zusammen mit Michael Schnell erstellt.
[2] Aus erster Ehe mit Anna Maria Köpf: Johann Georg 1710; Maria Rosalie 1712; Joseph 1714 (†1744); Maria 1717; Johann Michael 1725.
Aus zweiter Ehe mit Maria Bader: Pontian 1728; Maria Anna 1729; Johann Evangelist 1731.
Aus dritter Ehe mit Clara Brugger: Matthias 1733; Johann Kaspar 1737; Maria Anna 1739.
Die fett ausgezeichneten Söhne ergreifen ebenfalls das Stuckteuren-Handwerk.
[3] Dominikus Zimmermann stuckiert 1730/31 in der Wallfahrtskirche Steinhausen. Mitarbeiter ist Pontian Gigl.
Siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Werke/s-z/Steinhausen.html.
Johannes Schütz stuckiert zusammen mit Pontian Gigl seit 1736 die Klosterkirche Beuron https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/s-z/Schuetz_Johannes.html. Pontian Gigl stirbt 1742 während den Arbeiten in Beuron
[4] Franz Dominikus Zimmermann (1714–1786), Sohn von Dominikus Zimmermann, arbeitet 1760 im Trupp von Johann Georg Gigl am Hochaltar von Kirchberg im Toggenburg.
[5] Die Kinder sind: Johann Joseph 1749; Franz Joseph 1752; Johann Martin 1753; Johann Michael 1755; Johann Lorenz 1758; Maria Anna (†) 1762; Maria Anna 1764.
[6] Peter Thumb (1681–1766) aus Bezau im Bregenzerwald. Zu ihm siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/s-z/Thumb_Peter.html.
[7] Johann Georg Gigl 50, Matthias Gigl 27, Johann Kaspar Gigl 23, Joseph Gigl **, Maximus Gigl *, Johannes Braun ~50, Joseph Steinhauser 27, Franz Zimmermann 46, Johann Georg Graff *, Joseph Wagner d. Ä. 53, Joseph Wagner d. J. 15, Benedikt Ernst 16, Joseph Braun 13, Antoni Bädlberger *. Mit Ausnahme von Bädlberger sind alle Namen im Wessobrunner Lexikon aufzufinden. Das Alter (Zahl hinter dem Namen) ist nicht von allen bekannt (dann *). Joseph Gigl** stirbt 1761 in «vorgerücktem Alter» (um 60 Jahre?) in St. Gallen. Joseph und Maximus Gigl sind nicht direkt mit Johann Georg verwandt.
[8] Über die Arbeiten von Gigl und Stauder in Kirchhofen informiert Thomas Onken 1972 in «Jacob Carl Stauder, ein Konstanzer Barockmaler» Seiten 88–92.
[9] Franz Rudhart, auch Ruedhardt (1708–1765) aus Kleinweiler bei Isny im Allgäu ist Schreinermeister und betätigt sich nach seiner Einbürgerung 1741 in Kinzingen als Liebhaberarchitekt beim Bau der Kirchen in Riegel, Herbolzheim und Niederschopfheim. Seine Kirchen mit Einturmfront und vorne ausgemuldetem Saalraum sind von Bauwerken des Deutschordensbaumeisters Johann Caspar Bagnato (Pfarrkirche Merdingen 1738/41) geprägt.
[10] Benedikt Gambs (1718 [?]–1751) aus Gestratz bei Isny im Allgäu. Zu ihm siehe die Biografie unter https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/a-g/Gambs.html.
[11] Die Daten des Prälatensaal-Ausbaus im Pfarrhof fehlen. Der Stuckateur wird weder im Wessobrunner-Lexikon 1988 noch im Dehio 1997 genannt. Auch der Maler bleibt ungenannt. Bisher wird Johann Pfunner (1713/16–1788) vermutet, neu wird auch Benedikt Gambs genannt. Im Tagebuch des Abtes von St. Märgen, der alle Baumassnahmen in Wyhl 1724–1766 präzise beschreibt, fehlt ein Eintrag zum Prälatensaal.
[12] Matthias Faller (1707–1791) aus Neukirch im Schwarzwald ist Holzbildhauer und Altarbauer. Höhepunkt seiner Tätigkeit ist der Hochaltar in der Klosterkirche von Ittingen bei Frauenfeld, wo er erneut mit Johann Georg Gigl und Franz Ludwig Hermann tätig ist und die drei Künstler 1763/67 ein Gesamtkunstwerk des Rokoko schaffen. Zu Faller siehe die Wikipedia unter https://de.wikipedia.org/wiki/Matthias_Faller.
[13] Franz Ludwig Hermann (1723–1791) malt schon 1752 den Freskenzyklus unter den Emporen der Bibliothek, 1753 die Krankenkapelle und 1754 das Tafelzimmer. 1756 malt der für das Refektorium 45 Tafelgemälde mit der Benediktsvita. Er ist Sohn von Franz Georg Hermann (1692–1768). Beide sind 1753/54 auch für die Altarblätter in der Damenstiftskirche Lindau tätig, in der Johann Georg Gigl den Hochaltar erstellt.
Zu Franz Ludwig Hermann siehe
https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/h-r/Hermann_Franz_Ludwig.html.
Zu Franz Georg Hermann siehe
https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/h-r/Hermann_FranzGeorg.html.
[14] Franz Anton Vogel (1720-1777) aus Gaispoint-Wessobrunn, ist seit 1747 Bürger von Freiburg. Er ist 1756 im Trupp von Johann Georg Gigl und arbeitet anschliessend in St. Peter als selbständiger Stuckateur. Zu ihm siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Anton_Vogel.
[15] Der Hochaltar ist das eigentliche Prunkstück der Kirche. Sein rötliches Stuckmarmor-Retabel füllt in konkaver Schwingung den ehemals romanischen Choreinzug. Zwischen zwei vorderen Freisäulen steht die Altarmensa mit einem hohen Stuckmarmor-Tabernakel, dessen Ädikula-Portal von zwei anbetenden Engeln flankiert ist. Die freigestellte Mensa mit dem Tabernakel verdeckt den Zugang in der Retabelwand zum dahinter liegenden ehemaligen Chorraum, der zur Barockzeit als Sakristei dient. Mehr dazu in https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Werke/h-r/Lindau_Damenstift.html.
[16] Basilius Sinner (1718–1777) wird erst am 12. September 1757, nach der Resignation von Abt Wunibald Rottach (1717–1785) zum Abt gewählt.
Siehe zu ihm https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Bauherr/h-r/Isny_Sinner.html.
Zur Stiftskirche Isny siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Werke/h-r/Isny.html.
[17] Zu Johann Michael Holzhey (1729–1762) siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/h-r/Holzhey_Joh_Michael.html.
[18] Georg Paula schreibt 1996 über die Stuckaturen in Isny: «Gigl formt aus langgezogenen, vergoldeten C-Bögen das Rahmengerüst für die unterschiedlich grossen, zumeist vierpassförmigen Deckenbilder, verklammert sie durch übergreifende, graue und weisse Rocaillen mit dem Gewölbegrund und überzieht die Restflächen spielerisch mit meisterhaften Kombinationen aus dünnrandigen Rocaillekartuschen, langen und kurzen Palmwedeln, zarten florealen Motiven und eingestreuten Engelsköpfchen. An einigen Stellen setzt er das Fresko plastisch fort, in dem er z.B. den Drachen des hl. Georg aus dem Hauptbild im Mittelschiff auf den Kirchenbesucher herabfauchen oder wohlgerundete Putten den grossen Diagonalkartuschen entwachsen lässt». Zu den Putti in Isny schreibt Norbert Jocher 1988 in seiner Biografie von Johann Georg Üblher: «Erstaunliche Ähnlichkeit weisen die Putten der Gigl, vor allem des Hans Georg Gigl, mit denen Üblhers auf. Die Putten der der Orgelemporenbrüstung von St. Georg in Isny scheinen wie Üblherscher Putten von Steinbach, Kempten oder Wilhering». (Anmerkung: Das Plural des italienischen Wortes Putto ist Putti, deutsche Kunsthistoriker schreiben aber generell das Plural mit «Putten»).
[19] Siehe zu St. Gallen https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Werke/s-z/SG-Kirche.html.
[20] Joseph Wannenmacher (1722–1780) aus Tomerdingen.
Zu ihm siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/h-r/Holzhey_Joh_Michael.html.
[21] Gesichert sind 1765 Hermann (506 Gulden für das Hochaltarblatt) und Faller (416 Gulden). Der Stuckateur (1761 Gulden) wird nicht namentlich genannt. Hermann ist auch durch seine Signaturen auf den Fresken nachgewiesen. Nur schon die hohen Zahlungen an den Stuckateur (seit 1967 gefestigte Zuschreibung an die Gigl-Werkstatt) im Jahr 1765 hätte die noch heute gängige Zuschreibung des Stuckmarmor-Hochaltars an den Holzbildhauer in Frage stellen müssen. Der Raumstuck und die Fresken sind schon 1763/64 vollendet. Die Zahlung an den Stuckateur kann sich deshalb nur auf die Arbeit am Hochaltar beziehen. Das heisst, dass der Stuckmarmoraltar 1765 von Bruder Matthias Gigl mit der Figuralplastik von Matthias Faller erstellt wird.
[22] Antonius von Saylern (1720–1793) aus Wil ist seit 1741 Kartäuser in Ittingen und 1760–1793 Prior. Sein Vater Joseph Anton ist fürstäbtlicher Leibarzt, sein ältester Bruder Joseph Basil ist zu dieser Zeit sanktgallischer Landvogt im Toggenburg, der ebenfalls ältere Bruder Ludwig Anton ist als Pater Thomas Konventuale von St. Gallen. Der Beizug der drei Künstler für die Kartause Ittingen ist mit dieser Verbundenheit zu St. Gallen nachvollziehbar.
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| (Z): | Gesicherte Zuschreibung | UZ: | Ungesicherte Zuschreibung | E: | Erhalten |
| Jahr | Ort | Werk | Baumeister (A), Maler (M) | Bauherr | |||||||||||||||||||||
| 1739– 1740 |
Mengen (Sigmaringen) Obere Pfarrkirche Unserer Lieben Frau. |
Stuckaturen im Chor, Unsichere Zuschreibung. (UZ) (E) | A: Unbekannt. M: Johann Caspar Kohler. |
Stadtrat Mengen. Patronatsherr ist das Damenstift Buchau. |
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| 1740– 1741 |
Kirchhofen (heute Ehrenkirchen) bei Freiburg im Breisgau. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. |
Barockisierung und Stuckaturen im Langhaus. (E) | A: Barockisierung der gotischen Kirche durch Joh. Georg Gigl. M: Jacob Carl Stauder. |
Benediktinerabtei St. Blasien, Abt Franz Schächtelin. Pfarrer Franz Xaver Preis von Ehrenpreis. |
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|
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| 1742– 1746 |
St. Blasien, Benediktinerabtei. Westflügel (Hofgebäude) |
Stuckaturen im Neubau des Hofgebäudes. Ludovico Bossi ersetzt sie 1770/72. | A: Johann Michael II Beer von Bleichten. M: Johann Caspar Kohler. |
Benediktinerabtei St. Blasien, Abt Franz Schächtelin. |
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| 1743– 1744 |
Mengen bei Saulgau, Benediktinerpriorat (ehem. Wilhelmiter-Kloster), Kirche. |
Stuckaturen im Kirchenneubau von Peter Thumb (Abbruch 1810). | A: Peter Thumb. M: Johann Caspar Kohler. |
Benediktinerabtei Petershausen, Abt Alphons Strobel. |
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| 1744– 1745 |
Riegel (Kaiserstuhl), Pfarrkirche St. Martin. |
Stuckaturen und Stuckmarmoraltäre im Kirchenneubau, nach einem Brand 1936 und Kriegsschäden 1944 frei neu gestaltet.. | A: Franz Rudhart (1708–1765) aus Kleinweiler bei Isny. M: Benedikt Gambs. |
1. Christoph Anton Graf von Schauenberg. 2. Abt Aug. Dornblueth Ettenheimmünster. 3. Ferdinand Sebastian von Sickingen. |
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| 1747 | Munzingen bei Freiburg im Breisgau, Pfarrkirche St. Stephan. | Stuckmarmor-Hochaltar. Abgebrochen 1929. | A: Unbekannt. M: Georg Saum 1768. |
Freiherr Johann Friedrich Fridolin von Kageneck. | |||||||||||||||||||||
| 1748 | Wyhl (Kaiserstuhl), Pfarrhaus, Prälatensaal. |
Stuckaturen. (UZ) (E) |
A: Unbekannt. B: Benedikt Gambs (Z). |
Propst St. Märgen, Peter Glunk. |
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| 1748– 1750 |
Hilzingen bei Singen, Pfarrkirche St. Peter und Paul. |
Stuckaturen und Stuckmarmoraltäre im Kirchenneubau. (Z) (E) | A: Peter Thumb. M: Benedikt Gambs. |
Benediktinerabtei Petershausen, Abt Alphons Strobel. |
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| 1749– 1750 |
Kirchberg bei Wil SG, Pfarrkirche St. Peter und Paul. |
Stuckaturen des Kirchenraums. Brandzerstörung 1784. | A: Johann Michael Beer I von Bildstein. M: Franz Ludwig Hermann. |
Benediktinerabtei St. Gallen, P. Iso Walser. |
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| 1750 | Ebnet bei Freiburg i.Br. Schloss-Neubau |
Stuckaturen. (UZ) (E) | A: Johann Jacob Fechter. M: Benedikt Gambs |
Ferdinand Sebastian von Sickingen-Hohenburg. | |||||||||||||||||||||
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| 1750– 1751 |
St. Peter (Schwarzwald), Klosterneubau, Bibliothek. |
Stuckaturen im neuen Saal der Bibliothek. (E) |
A: Peter Thumb. M: Benedikt Gambs, ab 1752 Franz Ludwig Hermann |
Benediktinerabtei St. Peter im Schwarzwald, Abt Philipp Jakob Steyrer. |
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| 1752 | Lindau, Damenstiftskirche Unserer Lieben Frau. |
Stuckmarmor-Hochaltar. (E) | A: Johann Caspar Bagnato. M: Franz Ludwig Hermann. |
Reichsäbtissin Therese Wilhelmine von Polheim-Winkelhausen. |
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| 1753 | St. Ulrich (Schwarzwald) Propsteikirche. |
Stuckengel für den Hochaltar. (E) | A: Peter Thumb. | Benediktinerabtei St. Peter im Schwarzwald, Abt Philipp Jakob Steyrer. |
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| 1753– 1754 |
St. Peter (Schwarzwald), Konventflügel um den Osthof. |
Stuckaturen in Fürstensaal, Tafelzimmer Refektorium und Krankenkapelle. (E) |
A: Peter Thumb. M: Franz Ludwig Hermann (Tafelzimmer). M: Simon Göser 1772/73 (Fürstensaal). |
Benediktinerabtei St. Peter im Schwarzwald, Abt Philipp Jakob Steyrer. |
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| 1754 | Tiengen bei Waldshut, Stadtpfarrkirche. |
Stuckaturen im Kirchenraum. (E) | A: Peter Thumb. M: Eustachius Gabriel. |
Fürst Joseph Adam von Schwarzenberg (Wien). | |||||||||||||||||||||
| 1756– 1757 |
St. Peter (Schwarzwald), Konventflügel um den Osthof. |
Stuckaturen im Konvent-Treppenhaus, in den Prioratsräumen, im Abtzimmer und im Kapitelsaal. (E) | A: Peter Thumb. M: Simon Göser 1770 (Kapitelsaal). M: Georg Saum 1763 (Treppenhaus). |
Benediktinerabtei St. Peter im Schwarzwald, Abt Philipp Jakob Steyrer. |
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| 1757– 1758 |
Isny im Allgäu, Benediktinerabtei-Kirche SS. Georg u. Jakobus. |
Neugestaltung des Kirchenraums mit Matthias Gigl. (E) | A: Johann Georg Gigl. M: Johann Michael Holzhey. |
Benediktinerabtei Isny, Abt Wunibald Rottach und Abt Basilius Sinner. |
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| 1757– 1758 |
Hörbranz bei Bregenz, Pfarrkirche St. Martin. |
Zwei Stuckmarmor-Seitenaltäre. (E) | A: Unbekannt, 1885 verändert. | Pfarrer Johann Michael Reuttemann. | |||||||||||||||||||||
| 1757– 1759 |
Benediktinerabtei St. Gallen, Stiftskirche St. Gallus und St. Otmar. |
Stuckaturen in Langhaus und Rotunde des Kirchenneubaus, mit Matthias Gigl. Ausführung nach Entwurf von Christian Wenzinger. (E) | A: Peter Thumb. M: Johann Joseph Wannenmacher. |
Benediktinerabtei St. Gallen, Abt Coelestin Gugger von Staudach. |
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| 1760 | Kirchberg bei Wil SG, Pfarrkirche St. Peter und Paul. |
Stuckmarmor-Hochaltar (2086 Gulden), bei Kirchenbrand 1786 zerstört. | A: Johann Michael Beer I von Bildstein. M: Franz Ludwig Hermann. |
Benediktinerabtei St. Gallen, Offizial P. Iso Walser. |
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| 1761– 1762 |
Benediktinerabtei St. Gallen, Stiftsbibliothek. | Stuckaturen in der Stiftsbibliothek und im Manuskriptenzimmer, mit Matthias Gigl. (E) | A: Peter Thumb. M: Johann Joseph Wannenmacher. |
Benediktinerabtei St. Gallen, Abt Coelestin Gugger von Staudach. |
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| 1762 | Niederbüren (SG) bei Bischofszell, Pfarrkirche St. Michael. |
Stuckaturen mit Matthias Gigl. Stuckmarmoraltar 1769 durch Matthias Gigl. (Z) (E) | A: Johann Michael I Beer von Bildstein. M: Franz Ludwig Hermann. |
Benediktinerabtei St. Gallen, Offizial P. Iso Walser. |
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| 1763 | Ittingen bei Frauenfeld; Kartause, Kirche St. Laurentius. |
Rokoko–Neugestaltung des Kirchenraums mit Matthias Gigl. Stuckaturen, Stuckmarmor-Hochaltar. (Z) (E) Zum Altar: «Die Zieraden daran und die Glory seynd wegen besserer daur von holtz» Bildhauer ist Matthias Faller. |
M: Franz Ludwig Hermann. | Prior Antonius von Saylern. |
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| 1764– 1768 |
Benediktinerabtei St. Gallen, Stiftskirche St. Gallus. und St. Otmar. |
Stuckaturen im Chor. Fertigstellung durch Matthias Gigl. (E) | A: Peter Thumb. M: Johann Joseph Wannenmacher. |
Benediktinerabtei St. Gallen, Abt Coelestin Gugger von Staudach. |
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| 1754 | Herbolzheim bei Emmendingen, Pfarrkirche St. Alexius. | Stuckaturen im Kirchenneubau, Umstrittene Zuschreibung.[1] (UZ) (E) | A: Franz Rudhart (1708–1765) aus Kleinweiler bei Isny. M: Johann Pfunner. |
Schmid von Brandenstein, mit Abteien Tennenbach, Schuttern und Ettenheimmünster. |
| Die Stuckaturen der Pfarrkirche St. Alexius werden lokal (Bommer 1988) und auch im Dehio (1997 und 2024) aufgrund eines Zahlungsvermerkes dem in Freiburg ansässigen Franz Anton Vogel zugeschrieben, der von Gigl wenige Jahre später mit der Fertigstellung des Kapitelsaals in St. Peter beauftragt wird. Hingegen bezeichnet das Wessobrunner-Lexikon (1988) Johann Georg Gigl als Schöpfer der Stuckaturen. Siehe auch die Wikipedia-Seite https://de.wikipedia.org/wiki/St._Alexius_(Herbolzheim)#Ausstattung | ||||
| 1750 (um) |
St. Trudpert im Münstertal, Nordflügel (Amtshaus). | Stuckaturen (UZ). Abbruch des Flügels 1838. |
A: Peter Thumb. (Bau des Nordflügels 1757–1760). |
Benediktinerabtei St. Trudpert, Abt Paul Erhart. |
| Die Zuschreibung von Andreas Morel (1973) ist wahrscheinlich eine Verwechslung. Der 1836 abgebrochene Nordflügel wird erst 1757 von Peter Thumb begonnen. Gebäudevollendung ist gemäss Inschrift 1760. Eine früheste Ausführung durch Gigl wäre 1758/59 möglich. Weil er schon 1757 in St. Peter eine Arbeit wegen Überlastung an Franz Anton Vogel übertragen hat, ist eine Ausführung gleichzeitig mit Isny und St. Gallen auszuschliessen. | ||||
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| Geburtsdatum | Geburtsort | |
| 28 .September 1710 | Schönwang-Forst (Wessobrunn) | |
| Land 18. Jahrhundert | ||
| Kurfürstentum Bayern | ||
| Sterbedatum | Sterbeort | |
| 11. August 1765 | St. Gallen | |
| Land 18. Jahrhundert | ||
| Fürstabtei St. Gallen |
| Land (heute) |
| Bayern D |
| Bistum 18. Jahrhundert |
| Freising |
| Land (heute) |
| Schweiz |
| Bistum 18. Jahrhundert |
| Konstanz |