Franz Anton Erler (1696–1745)

Maler in Ottobeuren

Eglofs
Als Herkunftsort von Franz Anton Erler wird Eglofs genannt. Um 1700 sind zwei Ortschaften und ein Waldstück dieses Namens in Schwaben auszumachen. Im damals grössten der drei Orte, Eglofs an der Landstrasse von Wangen im Allgäu nach Isny, wird am 1. Oktober 1696 ein Franz Antoni Erler als Sohn des Georg Erler und seiner Ehefrau Maria Moll getauft. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies der später in Ottobeuren wohnhafte Maler ist, scheint grösser als die Herkunft aus den beiden andern in der Literatur genannten Orte.[1]

Gesellenjahre
1718 wird Franz Anton Erler erstmals als Maler erwähnt. Er ist im Schloss Wolfegg Geselle von Joseph Spiegler, einem Maler aus Waldsee.[2] Wahrscheinlich ist Spiegler auch sein Lehrmeister. Die daraus abgeleitete Nennung von Franz Joseph Spiegler (1691–1757) als Lehrmeister ist ein gutes Beispiel für die Zählebigkeit von Irrtümern der keineswegs exakten Kunst-«Wissenschaft».[3] Erler könnte die Lehre schon 1713/14 beendet haben.
1720 wird Erler als Geselle des Malers Arbogast Thalheimer[4] in Ottobeuren genannt. Das Arbeitsverhältnis scheint in diesem Jahr bereits belastet, denn Thalheimer führt am 6. Mai 1720 – wie ein Verhörprotokoll im Amtsgericht Ottobeuren belegt – Klage wegen Beleidigung gegen den «Malergesellen Anton Ehrler von Egloff». Falls Erler schon 1719 Geselle bei Thalheimer ist, könnte er im Kloster auch den im Sommer anwesenden Jacopo Amigoni[5] und sicher den noch bis Juni 1720 anwesenden Franz Georg Hermann[6] angetroffen haben. Hermann ist 1733 nochmals in Ottobeuren tätig. Ein weiterer Maler dieser Periode in Ottobeuren ist 1721 und ab 1723 Jacob Carl Stauder.[7] Erler hat sich inzwischen im Klosterort niedergelassen. Er heiratet im Juli 1721 mit 25 Jahren die Ottobeurer Bürgertochter Maria Franziska Gaissmayr.

Italien
1728 schreibt Abt Rupert II. Ness in sein Tagebuch, dass Erler zwei Jahre in Italien gewesen sei. Über den Zeitpunkt, die Ziele und Wege in Italien und auch über die Finanzierung des Aufenthaltes ist nichts bekannt. Ein Italienaufenthalt während seiner Gesellentätigkeit beim Maler Spiegler aus Waldsee ist 1716/17 möglich. Er hätte dann den Aufenthalt dem Hause Waldburg-Wolfegg zu verdanken. Marion Romberg reiht in «Erdteilallegorien» (2016) den Aufenthalt in die Ottobeurer Zeit der Jahre 1725 und 1726 ein und begründet dies mit den Lücken in den Geburten und Arbeiten in Ottobeuren.[8]
Einen Hinweis auf den Italienaufenthalt, speziell in Neapel, geben die frühen eigenen Arbeiten in Ottobeuren, die eine Abhängigkeit von Werken des Neapolitaners Francesco Solimena zeigen.[9]

Jacopo Amigoni
Im Herbst 1726, vielleicht vom Italienaufenthalt zurückgekehrt, beginnt Erler nun als selbständiger Maler mit weiteren Arbeiten im Klosterneubau. 1727 stattet er vier Zimmer im nordwestlichen Eckrisalit mit Deckenbilder aus. Er bewirbt sich beim Abt Rupert als Maler der oktogonalen Kuppel im Treppenhaus bei der Benediktuskapelle, welche er im Frühjahr 1728 malen kann. Der Abt zeigt allerdings keine grosse Zufriedenheit und notiert 1728:
«Ein allhiesiger Maler Antonj Erler hat die Cupula ob der Stiege gemahlt, so ihme nit gern anvertrauen wollen, ohneracht er 2 Jahr in Italien practicirt, doch auf seine Instanz, daß er ein occasion habe sich zu zeigen, hab es geschehen lassen, was werde heraus kommen, wirdt das Werckh zeigen, und iudicia der Künstler, so darüber kommen werden. Ich habe vor mein Opinion dise Cupula vor passabel angesehen, doch hat es mich gereüt, daß ich solche nit von Sgre Amiconj habe mahlen lassen, so die Capell, Vorfletz und underen Chor gemacht, als welches alles eine rare künstliche Mahlerey, allein ware H. Amiconj in München, und dieser Erler sasse mir vor der Thür; und hat solches extorquirt».
Abt Rupert schreibt hier, dass er die Kuppel nur ungern Erler anvertraut habe, ungeachtet dessen zwei Jahre Praktikums in Italien. Er habe es geschehen lassen und werde das Werk dem Urteil der interessierten Künstler überlassen. Persönlich finde er es passabel, doch reue es ihn, dass er die Kuppel nicht von Signor Amigoni habe malen lassen. Allein, Amigoni war in München,  Erler sass vor der Tür und dieser habe ihn überredet.
Das Treppenhausbild Erlers und auch seine beiden erst 1730 gelieferten grossen Gemälde im Konventtreppenhaus des Ostflügels zeigen noch keine Annäherungen an Amigoni, sondern, wie oben erläutert, an den Neapolitaner Solimena. Zwar malt Amigoni schon 1719 und 1725 in Ottobeuren. Diese Arbeiten kann Erler zwar an Ort studieren, aber erst im September 1728 trifft Jacopo Amigoni aus München in Ottobeuren ein. Er überbringt zwei Altarblätter und malt bis zu seiner Abreise Ende Oktober die Deckenbilder in der Vorhalle der Benediktuskapelle und in vier weiteren Räumen. Abt Rupert schreibt begeistert «dass allhier dergleichen noch nit gesehen worden, und vielleicht in tota Germania nit zu finden seindt» und notiert, offenbar interessierter als heutige Kunsthistoriker «Dise alle Arbeit ist nit in fresco, sondern mit Ölfarbe auf die Maur gemacht». Die beiden Monate im Herbst 1728 dürften die erste direkte Begegnung mit Amigoni bedeuten. Erst jetzt kann auch ein Einfluss Amigonis auf Erler festgestellt werden. «Der stilistische Einfluss Amigonis ist erstmals im Gang der Winterabtei und in den Kreuzwegstationen der Abtskapelle zu erkennen. In allen späteren Malereien kann Erler geradezu als Nachahmer Amigonis gesehen werden.»[10]

Ottobeuren I
Nach den ersten eigenen Arbeiten im Konventneubau der Jahre 1727 und 1728 ist Erler noch bis 1743 immer wieder für das Kloster tätig. Nach einem weiteren Deckenbild im Galerieraum beim Vorplatz der Abtskapelle in der Winterabtei sind es hauptsächlich Kreuzwegstationen, Tafelbilder und auch einzelne Altarblätter, die er liefern kann. 1732–1733 ist er für den Altarbauer und Fassmaler Judas Thaddäus Sichelbein[11] im Refektorium tätig. Sichelbein ist als leitender Meister tätig und übernimmt jeweils die Fassarbeiten. Hier liefert Erler die grossen Tafelgemälde, von denen sechs an den Längswänden noch vorhanden sind. Ein grösserer Auftrag folgt 1735 für die Konvent-Kreuzgänge um die beiden Osthöfe. Hier arbeitet er für die 76 Gewölbebilder, mit Unterbrüchen wegen der Grossaufträge in Wolfegg und Kisslegg, noch bis 1739.
Erler erhält auch Aufträge der Abtei für Arbeiten im Herrschaftsbereich. Erhalten sind nur noch die Deckenbilder und Altarblätter in der Pfarrkirche Ungerhausen bei Memmingen (1734/35).

Irsee
Die Benediktiner-Reichsabtei Irsee bei Kaufbeuern baut in einer letzten Etappe ihrer Neubauten der Kirche und der Konventflügel von 1727 bis 1729 den Westflügel mit dem grossen Treppenhaus neu. Zu diesem sind alle Aufzeichnungen und Rechnungen nicht mehr erhalten. Die Stuckaturen und Deckenbilder werden heute zwar überzeugend dem Wessobrunner Franz Schmuzer und dem in Ottobeuren tätigen Franz Anton Erler zugeschrieben, die Ausführungsjahre liegen aber im Dunkeln. Für das grosse Treppenhausbild und die Bilder der Treppenuntersichten werden das Jahr 1730 angenommen.[12] Weitere Deckenbilder werden ebenfalls Erler zugeschrieben. Weil sie zudem nur ein Teil des erhaltenen Bestandes sind, muss seine Arbeit in Irsee noch länger gedauert haben.

Osterzell
Die reichsunmittelbare Herrschaft Osterzell des Augustiner-Chorherrenstifts Rottenbuch liegt bei Kaufbeuern und damit ausserhalb des damaligen Bayerns. Hier baut Rottenbuch 1720 das Schloss neu. Heute ist nur noch der Mittelteil mit dem Treppenhaus erhalten. Auch Chor und Sakristei der Kirche werden 1709 von Rottenbuch neu gebaut. Hier ist Erler 1733 als Fassmaler des Hochaltars erwähnt. Ihm werden nun auch das Deckengemälde im Chor der Pfarrkirche und das grosse Deckenbild im Treppenhaus des Schlosses zugeschrieben.

Wolfegg
Wolfegg und Kisslegg liegen östlich von Ravensburg. Sie sind Hauptorte der gleichnamigen Waldburger Herrschaften. Franz Anton Erler wird 1718 auf Schloss Wolfegg als Geselle des Malers Spiegler von Waldsee genannt. Schon damals sind Graf Ferdinand Ludwig von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg und seine Ehefrau Maria Anna Amalia Renata, Freiin von Schellenberg, die Auftraggeber. Die Ehefrau ist auch Erbin der Hälfte der Herrschaft Kisslegg und treibende Kraft vieler Bauvorhaben in den beiden Hauptorten. Die Stiftskirche St. Katharina auf Schloss Wolfegg wird 1733 vom Füssener Baumeister Johann Georg Fischer begonnen. Stuckateur ist ab 1735 Johannes Schütz,[13] der schon 1729 und 1733 im Schloss Wolfegg gearbeitet hat. Zwar hat auch Franz Anton Erler schon einmal in Wolfegg gearbeitet, der Auftrag wird ihm aber erst nach einer Konkurrenz mit dem Riedlinger Maler Franz Joseph Spiegler[14] erteilt. Mit dem Angebot reicht Spiegler auch ein Bozzetto ein, wie die in Süddeutschland neue Art eines Vorentwurfes als Ölskizze genannt wird. Auch Erler reicht einen Entwurf ein. Beide Entwürfe sind erhalten.[15] Erler erhält den Gesamtauftrag, auch weil Spiegler zu hohe Forderungen stellt. 1736 malen Erler und seine Gesellen, unter denen sich wahrscheinlich schon Benedikt Gambs[16] befindet, das grosse Deckenbild des Langhaus-Muldengewölbes, das Kuppelbild und das Deckenbild im Altarraum. Im Muldengewölbe von 470 Quadratmeter stellt er in lichter, freskoähnlicher Farbigkeit den legendären Zweikampf des Jahres 1487 im Trentino dar, welcher zur Stiftsgründung führt.[17] Wolfegg ist das Hauptwerk von Franz Anton Erler. Hier führt er mit dem Kunstschreiner Johann Michael Bertele auch einen Künstler ein, den er in Ottobeuren kennengelernt hat. Er überträgt ihm im Namen der Bauherrschaft den Hochaltar.[18]

Kisslegg
Schon im folgenden Jahr 1737 erhält er einen noch umfangreicheren Auftrag im zweiten Herrschaftssitz der Grafen von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg. Die seit einem Jahr verwitwete Gräfin Maria Anna Amalia Renata von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg, Freiin von Schellenberg, baut mit Baumeister Johann Georg Fischer seit 1735 die Pfarrkirche von Kisslegg um. Sie erteilt die Aufträge an die schon in Wolfegg tätigen Künstler. Wieder ist Johannes Schütz Stuckateur und Franz Anton Erler Maler. Nun wird auch Benedikt Gambs als Mitarbeiter von Erler erwähnt. Und wieder schliesst Erler einen Akkord für die gemeinsame Ausführung des Hochaltars, nun aber unter der Leitung des Altarbauers Judas Thaddäus Sichelbein. Mit ihm hat Erler schon 1732/33 in Ottobeuren zusammengearbeitet. Erler setzt in Kisslegg den Kirchenraum scheinarchitektonisch in das Tonnengewölbe fort. Das Mittelbild im Scheitelgewölbe mit dem Thema des Triumphs der Kirche über die Häresie hat heute nach vielen Übermalungen und Restaurierungen gelitten. Umso frischer wirken die hinter einer jochweise vorkragenden Scheinbalustrade gruppierten Heiligen der Kirche, die beidseitig aus dem Gewölbe in den Kirchenraum hinunterblicken. Im Chor dominiert die Kuppel mit einer Abendmahlszene und die Geburt Christi im Altarraum. In den Querarm-Deckenbilder ist die Himmelfahrt und das Pfingstwunder gemalt. In den Seitenschiffen sind weitere 14 Gewölbebilder mit der Josephs- und Marienvita Werke von Erler und Gambs.[19]

Ottobeuren II
Erler arbeitet auch während den Grossaufträgen in Wolfegg und Kisslegg in Ottobeuren, wie dies die in den gleichen Jahren gemalten Gewölbebilder in den Kreuzgängen zeigen. Er wird 1743 nochmals für Deckengemälde und Arbeiten in der Klosterapotheke erwähnt. Weitere Werke Erlers sind nicht bekannt.
Seine erste Ehefrau stirbt im Mai 1737 im Alter von 40 Jahren nach der Geburt eines weiteren Kindes. Erler heiratet schon im Dezember des gleichen Jahres die ebenfalls verwitwete Anna Wagner. Auch sie stirbt früh. Im Mai 1743 heiratet er in dritter Ehe Maria Josepha Catharina Burckart. Er wird jetzt nicht nur als berühmter Maler aufgeführt, sondern auch als Wirt des noch heute bestehenden Gasthofs «Engel» unterhalb des Klosters Ottobeuren. Erler reiht sich damit in die vielen Maler der Barockzeit ein, die sich als Gastwirt ein regelmässiges Einkommen sichern. Dies dürfte auch der Grund sein, warum er ab 1740 kaum mehr als Maler tätig ist.
Er stirbt am 16. Februar 1745 im 49sten Altersjahr in Ottobeuren.

Zur Seccomalerei von Franz Anton Erler
Franz Anton Erler ist kein Freskant, auch wenn seine Werke vielfach als Fresken beschrieben werden. Er malt nie «a fresco», wie das schnelle und anspruchsvolle Malen in den nassen Kalk-Feinputz genannt wird und wie es die meisten seiner berühmten Zeitgenossen anwenden.[20] Der Unterschied wird auch von Abt Rupert II. Ness in Ottobeuren festgestellt. Er beschreibt, dass  der Maler Jacob Carl Stauder 1721 «mit Ölfarben auf die Mauer» arbeite, und auch bei Jacobo Amigoni notiert er 1728 «Dise alle Arbeit ist nit in fresco, sonder mit Ölfarben auf die Maur gemacht». Optisch ist bei der lichten Malerei von Amigoni, der meistens «a fresco» arbeitet, kein Unterschied zu einem Fresko zu erkennen, was bei der satten Ölmalerei Stauders nicht zutrifft. Ein weiterer in Ottobeuren zu dieser Zeit anwesender Maler, der nie «a fresco» arbeitet, ist Franz Georg Hermann. Diese Maler sind zur gleichen Zeit wie der junge Franz Anton Erler in Ottobeuren tätig. Es darf deshalb nicht verwundern, dass er die Technik der Malerei in Öltempera auf rotem Bolus und geglättetem Gipsgrund ähnlich wie Stauder anwendet, manchmal auch freskenähnlich ausführt, und die Technik dann seinem Schüler Benedikt Gambs weitergibt.
Der Unterschied zum «fresco buono» ist aber gross. Die Ölmalerei auf Putz erfordert kein schnelles Arbeiten. Der Freskant Giulio Quaglio weist bei Verhandlungen in der Residenz Salzburg darauf hin, dass er für die Ausführung in Ölmalerei acht Monate, in Fresko aber nur den zehnten Teil dafür benötigen würde. Weil Maler meist auf Akkordbasis die Deckenbilder übernehmen, verdienen Freskanten einiges mehr. Ein grosser Nachteil für das Werk selbst ist die schnellere Alterung (Abdunkelung, Feuchteempfindlichkeit) der reinen Ölmalerei auf Bolus-Gipsgrund. Vielleicht ist dies ein Grund, warum viele Werke Erlers bis heute mehrfach übermalt und dann wieder restauriert worden sind.
Pius Bieri 2025


Literatur
Breuer, Tilmann: Beiträge zum Werk des Ottobeurer Malers Franz Anton Erler, in Memminger Geschichtsblätter. Memmingen 1960.
Hosch, Hubert: Franz Joseph Spiegler (1691–1757) in: Schriften VG Bodensee. Friedrichshafen 1993.
Dischinger, Gabriele: Ottobeuren, Bau- und Ausstattungsgeschichte der Klosteranlage 1672–1802. Band I–III. Sankt Ottilien 2011.
Stoll, Peter: Franz Anton Erler und Martin Speer in der Pfarrkirche von Osterzell. Augsburg 2012.
Romberg, Marion: Erler in Erdteilallegorien, 2016, in:
https://erdteilallegorien.univie.ac.at/personen/franz-anton-erler


Anmerkungen

[1] Tilmann Breuer (1960) nennt Eglofs (Gemeinde Willofs, Kreis Marktoberdorf), heute Gemeinde Obergünzburg, Kreis Ostallgäu. Dieser Weiler Eglofs liegt wenig südlich des Marktes Ronsberg an der östlichen Günz, damals im Gericht Willofs der Herrschaft Stein, die 1757 von Kempten erworben wird. Das Dörfchen fällt 1803 an Bayern.
Die Nennung der Herkunft Erlers in «Bosls Bayersicher Biographie» 1983 und deren Wiederholung im Bavarikon ist hingegen sicher falsch. Hier wird Erler am 7. Juni 1723 [!] in Eglofs bei Woringen (Memmingen) geboren. Dort ist aber noch im 19. Jahrhundert nur eine Waldlichtung mit dem «Eglofs-Wiedelbauer-Hof» und 1700 lediglich der Woringer-Wald. Dass bei der anschliessenden Beschreibung «1720 Geselle bei Arbogast Thalheimer…» den Bearbeitern des «Bavarikon» die Absurdität einer vorgeburtlichen Gesellentätigkeit nicht auffällt, macht die Herkunftsnennung nicht gerade vertrauenswürdiger.
Die Herkunft aus der kleinen Reichsgrafschaft Eglofs bei Isny im Allgäu (seit 1972 Eglofs-Argenbühl) ist auch wegen seiner Beziehungen zu den nördlich angrenzenden Waldburger Grafschaften (Kisslegg, Wolfegg, Waldsee) wahrscheinlicher.

[2] Joseph Spiegler oder Spiegel (1680–1725) aus Opfenbach bei Lindenberg im Allgäu, Maler in Waldsee. Dort 1719 Bürger (Aufnahmeprotokoll: «…von Hopfenbach Bregenzer Herrschaft seiner profession ein Mahler»). Das damals vorderösterreichische Städtchen Waldsee (heute Bad Waldsee), auch Herrschaftssitz der Grafschaft Waldburg-Wolfegg-Waldsee, liegt neun Wegstunden nördlich des damals vorderösterreichischen Opfenbach (und auch neun Wegstunden nördlich der Ortschaft Eglofs.

[3] Obwohl der Biograf Spieglers, Hubert Hosch, schon 1993 die Identität des behaupteten Lehrmeisters von Franz Anton Erler mit dem Maler Joseph Spiegler oder Spiegel (1680–1725) aus Waldsee belegt, wird noch heute Franz Joseph Spiegler (1691–1757) als Lehrmeister genannt. Michaela Neubert, die in ihrer Spiegler-Biografie 2007 immerhin den Entwurf und die Ausführung der Deckenbilder von Wolfegg dem Maler Erler zuweist (bei ihr allerdings aufgrund der qualitativen Überlegenheit der gleichzeitigen Spiegler-Werke), fabriziert leider erneut das Märchen vom Lehrjungen Erler bei Franz Joseph Spiegler, weil sie einen «Jung Antone Erler» 1718 bei Joseph Spiegler in Wolfegg findet. Dass dies Joseph Spiegler aus Waldsee sein könnte, realisiert sie nicht, obwohl sie im Werkverzeichnis keinen Auftrag an Franz Joseph Spiegler 1718 in Wolfegg aufführt. In der guten Biografie von Franz Anton Erler in «Erdteilallegorien» der Universität Wien wird diese Neubert-«Forschung» leider aufgenommen. Auch Gabriele Dischinger in «Ottobeuren», Band I (2011), sowie Peter Stoll in «Franz Anton Erler und Martin Speer in der Pfarrkirche von Osterzell» (Augsburg 2012) übernehmen die Mär vom Lehrmeister Franz Joseph Spiegler in Wolfegg.
Mehr zu Franz Joseph Spiegler siehe unter https://www.sueddeutscher-barock.ch/

[4] Arbogast Thalheimer (1664–1746) aus Bebenhausen. Er arbeitet 1715–1725/30 im Klosterneubau der Reichsabtei Ottobeuren, ist in Ottobeuren wohnhaft und arbeitet auch noch anschliessend vorwiegend für die Abtei. Sein Sohn Franz Anton (1695–1769) und sein Enkel Arbogast der Jüngere (1728–1786) folgen ihm als Maler.

[5] Jacopo Amigoni (1682–1752) aus Neapel. Seine Arbeiten im Neuen Schloss Schleissheim und in Ottobeuren stehen am Beginn der süddeutschen Deckenmalerei des Rokoko. Zu ihm siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/

[6] Franz Georg Hermann (1692–1758) aus Kempten. Zu ihm siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/

[7] Jacob Carl Stauder (1694–1756) aus Oberwil bei Basel, Maler in Konstanz. Zu ihm siehe https://www.sueddeutscher-barock.ch/

[8] Der Aufenthalt in Italien ist zwar durch die Aussage von Abt Rupert II. Ness verbürgt, nicht aber der Zeitpunkt. Die bisherige Annahme eines Italienaufenthaltes während der Gesellentätigkeit um 1714–1718 beim Maler Spiegler in Waldsee ist wahrscheinlicher als ein Aufenthalt in den Jahren 1725/26, den Marion Romberg (2016) vorschlägt. Sie weist auf die Lücke der Geburten hin. Erler wird im Juni 1723 und im Dezember 1724 ein Kind geboren, das nächste folgt dann aber erst am 20. August 1727. Die gleiche Lücke ist in der Arbeitstätigkeit Erlers festzustellen. Die Geburtenlücke spricht aber auch gegen diesen späten Zeitpunkt. Ein mehrjähriger Italienaufenthalt erst nach der Verheiratung ist unüblich und stellt nebst der Finanzierung auch die Frage des Familienunterhaltes. Abt Rupert Ness hätte dies kaum verschwiegen. Dies gilt auch für die Jahre 1721–1723, die Hubert Hosch (1993) annimmt.

[9] Francesco Solimena (1657–1747) aus Canale di Sereno. Führender Maler in Neapel, das 1707–1734 unter österreichischer Herrschaft ist. Dieser ist mit Freskenwerken nur in Neapel vertreten, weil er kaum je die Stadt verlässt. Schüler sind vor allem österreichische Maler. 1725 ist Solimena mit dem grossen Wandfresko in der Chiesa del Gesù Nuovo beschäftigt. Zwischen 1704 und 1707 malt Solimena das Deckenfresko in der Sakristei von San Domenico Maggiore mit dem Thema: Triumph des Glaubens über die Häresie durch Wirken der Dominikaner.
Marion Romberg in «Erdteilallegorien» (2016) schreibt dazu, Erler stehe «im Abtei-Treppenhaus dem Neapolitaner Francesco Solimena eindeutig näher als dem ebenfalls in Ottobeuren tätigen Venezianer Jacopo Amigoni, indem er Einzelfiguren aus Solimenas Ausmalung der Sakristei von S. Paolo Maggiore in Neapel kopierte; was wiederum für einen Aufenthalt in Neapel und Rom spräche.»
Zu Solimena siehe die Wikipedia-Biografie unter wiki/Francesco_Solimena.

[10] Zitat aus «Bildwelt Ottobeuren» 2/2014, S. 242.

[11] Judas Thaddäus Sichelbein (1684–1758) aus Wangen im Allgäu. Er ist in erster Linie Fassmaler, entwirft Altäre und Raumausstattungen, die Aufträge an die einzelnen Unternehmer erteilt aber der Abt. Sein erstes bemerkenswertes Hauptwerk ist der Hochaltar in der Benediktiner-Abteikirche Rheinau bei Schaffhausen. In Ottobeuren übernimmt er 1726/27 die Fassarbeiten des Kaisersaals und 1732–1734 die Altarausstattung der Benediktuskapelle und die Raumausstattung des Refektoriums.

[12] Eva Christina Vollmer datiert in: Die Ausstattung von Kirche und Kloster Irsee (1981) das Treppenhausgemälde in die Jahre 1729–1730.

[13] Johannes Schütz (1704–1752) aus Metsch in Tirol. Zu ihm siehe www.sueddeutscher-barock.ch/

[14] Franz Joseph Spiegler (1691–1757) aus Wangen im Allgäu. Der später berühmte Maler ist 1724 und 1725 als Freskant im Klosterneubau von Ottobeuren tätig. Wenn Erler 1725 noch in Ottobeuren gearbeitet hat (es sind keine Nachweise dazu vorhanden), müsste damals ein Kontakt mit Spiegler stattgefunden haben. Spiegler lernt jedenfalls 1725 in Ottobeuren den Venezianer Jacopo Amigoni kennen, von dem sein späteres Werk nachhaltig beeinflusst wird. Dies ist aber vermutlich die einzige Verbindung zu Franz Anton Erler, dessen Malereien «al secco» sich nie mit den gleichzeitigen Freskenwerken Spieglers (1734 Mochental, 1737 Mainau) messen können. Mehr zu Franz Joseph Spiegler siehe unter www.sueddeutscher-barock.ch/

[15] Der Originalentwurf Erlers für das grosse Deckenbild in Wolfegg kann in Ottobeuren besichtigt werden. Das Bozzetto von Franz Joseph Spiegler ist in Privatbesitz. Es zeigt mit Ausnahme des vorgegebenen Themas keine Ähnlichkeit mit dem Entwurf Erlers in Ottobeuren. Trotzdem wird dieser noch immer Franz Joseph Spiegler zugeschrieben. So schreibt Dagmar Zimdars 1997 im Dehio zu Wolfegg: «Deckenbilder von Franz Anton Erler nach Entwurf von Franz Joseph Spiegler». Noch 2008 übernimmt die zuständige Denkmalpflegerin diese Entwurfs-Zuschreibung. Auch im 1998 überarbeiteten Kunstführer schreibt der Verfasser: «Die Fresken, zumindest das grosse Deckengemälde, sind Franz Joseph Spiegler aus Wangen i. A. (1691–1756) zuzuschreiben». Weil aber Erler 1736 mehrfach in den Wolfegger Rechnungsbücher mit grösseren Summen vermerkt ist, wird er von den gleichen Kunsthistorikern prompt zum Fassmaler erklärt.

[16] Mehr zu den Deckenbilder von Wolfegg siehe in www.sueddeutscher-barock.ch/

[17] Benedikt Gambs (1714 [?]–1751) aus Gestratz, einem vorderösterreichischen Dorf, das nur eine knappe Wegstunde östlich von Eglofs liegt. Zu Benedikt Gambs siehe die Biografie unter www.sueddeutscher-barock.ch/

[18] Akkord vom 26. Oktober 1736 für die Anfertigung des Hochaltars «nach dem vorliegenden Modell». Johann Michael Bertele (Lebensdaten unbekannt), seit 1730 in Sontheim wohnhaft, fertig 1731/32 die drei Altäre der Benediktskapelle in Ottobeuren. Er ist in Wolfegg auch Schöpfer des 1755 erstellten Rokoko-Chorgestühls.

[19] Mehr zu den Bilder in Kisslegg siehe in der Baudokumentation unter www.sueddeutscher-barock.ch/

[20] Franz Joseph Spiegler, Johann Zick oder Johann Evangelist Holzer, um einige zu nennen, arbeiten mit Kalkpigmenten in den nassen «intonaco» (Kalk-Feinputz). Auch sie vollenden ihre Fresken manchmal «a secco», aber immer ohne ölige Bindemittel. Mehr dazu siehe im Glossar, Buchstabe F, unter www.sueddeutscher-barock.ch/ga-menuseiten
und unter /www.rdklabor.de/wiki/Fresko,_Freskomalerei.

 





Werke von Franz Anton Erler
 

Werke von Franz Anton Erler im Klosterneubau des Abtes Rupert II. Ness von 1727–1740:
1727
Winterabtei und Gastzimmer
2. Obergeschoss.
[D] Vier Galerieräume in Winterabtei (Quertrakt) und Vogelzimmer im Eckrisalit NW.
1728 Nordtreppenhaus bei Benediktuskapelle. [D] Kuppel (Maria Immaculata und der Triumph des Kreuzes, in Scheinarchitektur, mit Allegorien). Weitere Text- und Bildinformationen siehe: https://erdteilallegorien.univie.ac.at/erdteilallegorien/
1729 Winterabtei 2. OG [D] Galerieraum 231 bei Vorplatz Abtskapelle ,
(T) 14 Kreuzwegstationen in Vorplatz und Abtskapelle.
1730 Abtskapelle 2. OG. [A] Ovalblatt als Antependium in Abtskapelle (Christus im Grab).
1731 Grosses Konventreppenhaus Ost. [T] 2 grosse Bilder (Bekehrung des Paulus und Sturz des Zauberers Simon) sowie 14 kleinere Bilder (Martyrien der hl. Felicitas und ihrer Söhne).
1732–
1733
Refektorium Erdgeschoss Ost. [T] Zwei grosse Gastmahlbilder an den Schmalseiten (Ost: Ostermahl der Juden und West: Ostermahl der Christen), beide verschollen.
Sechs Gastmahl-Darstellungen zwischen den Fenstern an den Seiten.
1735–
1739
Kreuzgänge und die beiden Osthöfe. [D] 76 Gewölbebilder (Emblematika) in Bezug auf die Tafelbilder an der Wand. [T] Mehrere Tafelbilder.
1728   1735   1735   1735-39
1   2   3   4
1   Ottobeuren 1728. Ausschnitt aus dem Treppenhaus-Kuppelgemälde im Treppenhaus Nord.
     Thema: Maria Immaculata und der Triumph des Kreuzes, in Scheinarchitektur, mit Allegorien.
     Mehr dazu in Erdteilallegorien. Foto: Bildarchiv Foto Marburg.
2 und 3    Ottobeuren 1735–1739. Emblematika im Konventkreuzgang. Die 76 Embleme im Gewölbespiegel nehmen
     Bezug zu den seitlichen Wandgemälden. Fotos: Hermetiker in Wikipedia 1999.
2   Pastor cum tibia, sequente ovium grege: VOX SOLA TRAHIT (Der Ton allein zieht an).
3   Canis pro grege vigilans: GREX ME VIGILANTE QUIESCIT (Die Herde ruht, während ich wache).
4   Ottobeuren 1735-1739: Wandgemälde im Konventkreuzgang mit dem Thema: Jesus ehrt seine Mutter Maria und nimmt sie in den Himmel auf. Foto: Hermetiker 1999.
 
Werke von Franz Anton Erler im Auftrag des Abtes Rupert II. Ness in der Klosterherrschaft:
1734 Wald bei Ottobeuren,
St. Marx–Kapelle.
[A] Altarausstattung durch Erler. Abbruch der Kapelle 1806.
1734–
1735
Ungerhausen bei Memmingen,
Pfarrkirche St. Johann Baptist.
[D] Deckenbilder. Chor: Christus unter den Schriftgelehrten (in Scheinarchitektur) und Verkündigung Mariä. Langhaus: Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons. Zuschreibung: Seitenaltarblätter und Oberblatt Hochaltar.
1737–
1738
Eldern bei Ottobeuren, Wallfahrtskirche. [A] Altarblätter des neuen Choraltars. Versetzung 1780 nach St. Johann in Feldkirch. 1806 Umbau zum Salzmagazin mit Entfernung der Altäre.
1738 Attenhausen bei Sontheim, Pfarrhof. [D] Deckenbild (Traum Jakobs) und Wandbilder mit Allegorien im Obergeschoss. Nur Reste erhalten.

Werke von Franz Anton Erler ausserhalb der Klosterherrschaft Ottobeuren:
1730–
1731
(um)
Irsee bei Kaufbeuern.
Benediktiner-Reichsabtei.
Konventflügel.
[D] Treppenhaus. Deckenbild (Triumph des hl. Benedikt). Unter Treppenläufen Ovalbilder (Sturz Luzifers, Himmelsleiter des hl. Benedikt), Deckenbilder in weiteren Räumen (Antoniuszimmer). Zuschreibungen. Zeitrahmen der Ausführung 1729–1735. BH: Reichsabtei Irsee.
Abt OSB Willibald Grindl.
ST: Franz Schmuzer
1733 Osterzell im Ostallgäu. Pfarrkirche St. Stephan und Oswald. Fassung des Hochaltars (ersetzt 1829) und [D] Deckenbild Chor (Steinigung des hl. Stephan). Zuschreibung. BH: Stift Rottenbuch, Propst Patritius Oswald.
1733 Osterzell im Ostallgäu.
«Schloss» (Pfarrhof).
[D] Deckenbild im Treppenhaus (hl. Augustinus und Triumph des katholischen Glaubens). BH: Stift Rottenbuch, Propst Patritius Oswald.
1736 Schloss Wolfegg
im Westallgäu.
Stiftskirche
St. Katharina.
[D] Alle Deckenbilder der Stiftskirche. (Mittelbild: Zweikampf im Trentino. Kuppel und Chorbilder: Szenen aus der Katharina-Vita. Zehn Zwickelbilder und sechs Bildfolgen in Camaïeu-Technik). Vermutlich Mitarbeit Benedikt Gambs.
Mehr zu den Deckenbildern in Wolfegg in:
https://www.sueddeutscher-barock.ch/
BH: Graf Ferdinand Ludwig, Waldburg-Wolfegg-Wolfegg  und Maria Anna Amalia Renata von Schellenberg.
ST: Johannes Schütz.
1737 Kisslegg im Westallgäu.
Pfarrkirche
St. Gallus und Ulrich.
[D] Alle Deckenbilder der Pfarrkirche (Mittelbild: Triumph der Kirche über die Häresie. Vierung: Abendmahlszene in Scheinkuppel. Deckenbilder in Chor und Querarmen. 12 Darstellungen der Josefs- und Marienvita in den Seitenschiffen.
Mitarbeit Benedikt Gambs.
[A] Im Unterakkord von Judas Thaddäus Sichelbein malt Erler auch das Hochaltarblatt und einige Blätter der Kapellenaltäre.
Mehr zu den Gewölbebildern in Kisslegg in :
www.sueddeutscher-barock.ch/
BH: Gräfin Maria Anna Amalia Renata von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg, Freiin von Schellenberg.
ST: Johannes Schütz.
Wolfegg   Kisslegg
Wolfegg 1736. Ausschnitt aus dem grossen Hauptgemälde mit dem legendären Zweikampf des Jahres 1487 im Trentino. Um die im lichten Himmelszentrum schwebende hl. Katharina von Alexandrien formiert sich die Darstellung des Zweikampfes in vielen Einzelszenen. Der Sieg des jungen Grafen Wolfgang im Ringkampf, und das Anflehen der hl. Katharina durch den unterlegenen Gegner spielt sich in der Darstellung über dem Chorbogen ab. Foto: Bieri 2019.   Kisslegg 1737. Erler setzt den Kirchenraum scheinarchitektonisch in das Tonnengewölbe fort. Er gruppiert die Heiligen der Kirche hinter die jochweise vorkragende Scheinbalustrade. Sie blicken von beiden Seiten des Tonnengewölbes in den Kirchenraum hinunter. Im mittleren Bild der Nordseite steht in der Mitte der hl. Sebastian, links der hl. Laurentius und rechts der hl. Stephanus, ganz rechts der hl. Johann Nepomuk und ganz links der hl. Georg. Foto: Bieri 2020.

 

 



In Kisslegg malt Erler im Langhaus an den Seiten des Tonnengewölbes hinter einer jochweise vorkragenden Scheinbalustrade Gruppierungen von Heiligen der Kirche, die beidseitig aus dem Gewölbe in den Kirchenraum hinunterblicken. Die fröhliche Damengesellschaft im Bild kann aufgrund der Attribute mit folgenden Heiligen identifiziert werden: In der Mitte die hl. Barbara, links ausserhalb der Balustrade die hl. Ursula, rechts die hl. Katharina mit dem Schwert und die hl. Agatha mit der Kerze. Zu diesen vier Heiligen auf der Galerie gesellen sich fünf Frauen aus dem Volk. Foto: Bieri 2020.
Franz Anton Erler ist ein Allgäuer Maler, der in jungen Jahren Wohnsitz im Klosterort Ottobeuren nimmt, dort während 20 Jahren am grossen Klosterneubau einer der meistbeschäftigten Maler ist, in Ottobeuren dreimal heiratet, später auch Betreiber und Besitzer des Gasthauses «Engel» wird, und hier 1745 mit nur 49 Jahren stirbt. Seine Herkunft und sein Werdegang bis zur Wohnsitznahme in Ottobeuren sind noch heute mit zählebigen Irrtümern der Kunsthistorik behaftet. Er ist nicht Lehrling von Franz Joseph Spiegler, aber Schüler des Venezianers Jacopo Amigoni, den er in Ottobeuren kennenlernt. Seine Hauptwerke sind nicht in der Herrschaft Ottobeuren zu finden. Es sind die Gewölbe- und Kuppelbilder der Kirchen Wolfegg und Kisslegg im Westallgäu.
Land (heute)
Baden-Württemberg D
Bistum 18. Jahrhundert
Konstanz
Land (heute)
Bayern D
Bistum 18. Jahrhundert
Augsburg
Biografische Daten
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Franz Anton Erler (1696–1745)