Die Orgelbauer Bühler (Bihler, Biehler) in Konstanz
Die beiden Orgelbauer Johann Michael Bühler und sein Sohn Johann Basilius Bühler sind Schöpfer von vielen wichtigen Orgelwerken im Bodensee- und Hochrheingebiet. Ihr Name wird je nach Region unterschiedlich geschrieben, Johann Michael schreibt sich selbst Büehlr. In der Literatur wird meist Bihler geschrieben, die Schreibweise Bühler dürfte aber eher der damaligen Usanz entsprechen. Trotz ihrer umfangreichen und die Region prägenden Werktätigkeit ist bisher zu den beiden Orgelbauern und ihren Werken kaum geforscht worden. Ihre Biografien beschränken sich deshalb nebst wenigen Lebensdaten auf das Verzeichnis ihrer wichtigsten Werke, von denen heute nur noch einige mächtige Orgelprospekte zeugen.
Als Geburtsjahr wird 1687/88 genannt.[1] 1731 heiratet er in Kreuzlingen.[2] Johann Michael Bühler ist Bürger und Orgelbauer zu Konstanz, wie er 1741 im Vertrag mit der Abtei Petershausen genannt wird. Mitarbeiter in seiner Konstanzer Werkstatt sind in den 1750er-Jahren der 1732 geborene Sohn Johann Basilius und der Geselle Joseph Anton Moser aus Bischofszell.[3] 1763 wird der letzte Vertrag mit Johann Michael Bihler für die Wiederherstellung der Orgel im Münster zu Konstanz geschlossen. Sein Todesjahr 1765 ist durch eine Eintragung im Totenbuch von St. Stephan belegt.
A Gesicherte Werke
Orgelprospekt vollständig erhalten: ☆☆☆☆ Orgelprospekt überarbeitet erhalten: ☆
| 1737/38 | Schlosskirche der Deutschordenskommende Mainau, Emporenorgel. | ||||||||
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Orgel mit 8 Register für 250 Gulden.[4] Auftraggeber ist der Komtur Freiherr von Reinach. 1823 Verkauf nach St. Petrus und Katharina in Honstetten (Eigeltingen). Dort Neubauten 1883 und 1969. Das Prospektgehäuse ist nicht erhalten. Nur ein Teil seiner Figuralplastik von Joseph Anton Feuchtmayer ist erhalten. (Ursprünglich sind sieben Figuren in der Kirche aufgestellt, nach einem Diebstahl 1985 sind nur noch fünf erhalten). | ||||||||
| 1741/42 | Kirche der Benediktiner-Reichsabtei Petershausen bei Konstanz, Hauptorgel | ||||||||
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Eine neue Orgel mit 15 Register und vier Blasbälgen wird 1741 von Abt Alphons Strobel bei «Michäele Bühler, cive et organario constantiensi» bestellt. Es muss die Orgel sein, welche die Abtei Petershausen 1778 nach St. Georg in Ratzenried bei Wangen im Allgäu verkauft, die dort aber schon 1833 abgebrochen und ersetzt wird. |
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| 1737 | Franziskanerkloster Hedingen bei Sigmaringen, Orgel. | ||||||||
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Orgelneubau für 212 Gulden. Aufraggeber ist Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenzollern. Die Lage der Orgel ist unsicher: In der damaligen Hohenzollerngruft unter dem Hochaltar? Die Orgel ist nicht mehr erhalten. |
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| 1743 | Pfarrkirche St. Martin in Ittendorf, Hauptorgel. | ||||||||
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Das zwischen Markdorf und Meersburg liegende Ort gehört 1743 dem Hochstift Konstanz.[5] An Johann Michael Bühler werden in diesem Jahr 64 Gulden für eine neue Orgel bezahlt. Die niedere Summe könnte auch eine Schlusszahlung sein. Die Orgel, deren Disposition und Aussehen unbekannt ist, wird schon 1853 durch eine neue Orgel [II/P/10] ersetzt, die alte Orgel soll aber weiterhin in der Kirche verblieben sein. |
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| 1743/44 | Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Hagnau am Bodensee, Haupt- u. Chororgel. | ||||||||
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Hagnau ist bis 1803 eine Herrschaft der Abtei Weingarten. Für die Pfarrkirche baut Bühler 1743 eine Orgel mit 14 Register für 500 Gulden und liefert 1744 zusätzlich ein «Chorörgelein».[6] Diese Chororgel wird 1836 verkauft. Die Hauptorgel wird spätestens 1903 mit einem neuen Werk und einem neuen (neugotischen) Prospektgehäuse ersetzt. |
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| 1744/45 | Klosterkirche der Benediktinerabtei Isny, Hauptorgel. ☆☆☆☆ | ||||||||
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| 1746/48 | Münster Mittelzell Reichenau, Orgel. | ||||||||
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Bühler liefert eine neue Orgel mit Übernahme der Vorgängerorgel für 415 Gulden. Schon 1860 ist die Orgel nicht mehr vorhanden. |
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| 1749 | Kirche des Dominikanerinnenklosters Löwenthal, Hauptorgel. | ||||||||
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Orgelneubau von 12 Register für 400 Gulden für die Kirche St. Johannes Baptist des 1806 aufgehobenen Frauenklosters bei Buchhorn (heute Friedrichshafen-Ailingen). Die Orgel wird 1813 nach St. Leonhard in Dätzingen bei Weil der Stadt verkauft. «Eine vortreffliche, aus dem Kloster Löwenthal hierher gebrachte Orgel in Rococcofassung, steht an der westlichen Giebelseite der Kirche» (S. 144 in Beschreibung des Oberamtes Böblingen 1850). 1983 Orgel- und Gehäuseneubau. Der Verbleib des Rokokoprospektes ist unbekannt. | ||||||||
| 1749/52 | Kirche St. Martin der Deutschordenskommende Altshausen, Hauptorgel. ☆ | ||||||||
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| 1750 | St. Peter und Paul, Hilzingen im Hegau. Siehe Zuschreibungen. ☆☆☆☆ | ||||||||
| 1753 | Domkirche Arlesheim, Hauptorgel (heute in Delsberg). ☆☆☆☆ | ||||||||
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| 1756 | Pfarrkirche St. Martin im thurgauischen Arbon, Orgel im Chor. | ||||||||
| In der paritätischen Kirche wird 1756 eine Orgel (I/P10) im Chor aufgestellt. Für das Instrument wird dem Orgelbauer 500 Gulden bezahlt. Sie wird später im Einverständnis mit den Evangelischen auf die Empore gestellt und 1790 neu gebaut. Die Bühler-Orgel wird 1791 verkauft und ist nicht mehr erhalten. Weder die Disposition noch das Aussehen sind bekannt. |
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| 1756/58 | Damenstiftskirche Säckingen, Hauptorgel. | ||||||||
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| 1758/75 | Marienkapelle Ertingen, Emporenorgel. | ||||||||
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| 1759 | Damenstiftskirche Säckingen, Chororgel. | ||||||||
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Dem Orgelbauer Bühler werden 1759 «wegen reparierung und newer Register einsetzung in die Kleine Chor Orgel 30 Gulden» bezahlt. Die Orgel mit fünf Register kommt 1813 in die Schlosskirche der aufgehobenen Deutschordens-Komturei Beuggen bei Rheinfelden und ist heute nicht mehr vorhanden. |
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| 17?? | Kirche der Johanniterkomturei Villingen, Hauptorgel. | ||||||||
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Johann Michael Bühler baut Mitte des 18. Jahrhunderts (das Baujahr ist unbekannt) eine Emporenorgel für die 1711 barockisierte Johanniterkirche Villingen. Nach deren Aufhebung wird sie 1817 in der Villinger Münsterkirche neu aufgebaut. Ein Orgelbauer beschreibt sie 1816. Sie hat 17 Register und zwei Manuale, 12 Fuss Breite und 18 Fuss Höhe. 1909 wird sie zu Gunsten einer pneumatischen Orgel mit neuem Prospektgehäuse abgebrochen. Das Aussehen der (vielleicht schon veränderten) Bühler-Orgel kann auf einer Fotografie des 19. Jahrhunderts erahnt werden.[11] |
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| 1761/62 | Jesuitenkirche Saint-Michel Fribourg (Freiburg im Üechtland), Hauptorgel ☆ | ||||||||
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| 1763 | Münster Konstanz, Hauptorgel | ||||||||
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Ein Verding (Vertrag) des Domkapitels von Konstanz mit dem Orgelmacher Johann Michael Bühler vom 20. September 1763 über die Wiederherstellung der grossen Orgel für 1200 Gulden wird in der Quellensammlung von Paul Zinsmaier 1957 genannt. Die hohe Verdingsumme zeigt, dass es sich hier eher um einen Neubau, vielleicht unter Verwendung älterer Teile, in den noch heute erhaltenen Renaissance-Orgelprospekt von 1518 handelt. Dass die Wiederherstellung durch Bühler in der lückenhaften Orgelgeschichte des Konstanzer Münsters nicht erwähnt ist, darf nicht verwundern. Erstmals ist hier 1858 ein Neubau des Instrumentes dokumentiert.[14] | ||||||||
B Zuschreibungen
Orgelprospekt vollständig erhalten: ☆☆☆☆ Orgelprospekt überarbeitet erhalten: ☆
| 1736 | Augustinerkirche Konstanz (?), Hauptorgel | ||||||||||||
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| 1750 | Pfarrkirche St. Peter und Paul, Hilzingen im Hegau, Hauptorgel ☆☆☆☆ | ||||||||||||
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Der Sohn von Johann Michael Bühler wird 1732 geboren. Von ihm ist kaum etwas erforscht, nur die Orgel in Laiz (1770) ist als Werk gesichert. Er ist Bürger von Konstanz. 1773 wird er wegen Schulden vom Stadtrat als unerwünscht bezeichnet. Sein Todesjahr ist unbekannt.
Werke
| 1769/70 | Kirche St. Peter und Paul des Franziskanerinnenklosters Laiz, Hauptorgel ☆ | ||||||||
| Das Frauenkloster im Dorf Laiz bei Sigmaringen wird schon 1782 von Österreich aufgehoben. Die heutige Pfarrkirche ist die ehemalige Klosterkirche. 1769 erteilt Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen den Auftrag für eine Orgel auf der unteren Nonnenempore. Sie ist als Rückseite des frei auf der Empore stehenden Nonnenaltars gebaut. Der kleine Rokokoprospekt der Kunstschreiner Franz Xaver Gogel und Johann Baptist Hops ist erhalten. Das Werk ist durch einen Schriftverkehr eines Schreinergesellen mit der Meisterin für Bühler gesichert. 1904 wird auf der oberen Empore eine grössere Orgel mit 10 Register aufgestellt, deren Werk 1956, gleichzeitig mit dem der kleineren Bühler-Orgel einem Neubau (unter Verwendung einiger alter Register) weicht. |
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| 1775(?) | Marienkapelle Ertingen, Emporenorgel ☆☆☆☆ | ||||||||
| Siehe 1758. Der Prospekt wird in der Orgelliteratur ohne Quellenangaben und wahrscheinlich falsch mit 1775 datiert. Vielleicht revidiert in diesem Jahr Johann Baptist Basilius Bühler die Orgel. |
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| 1777 | (Annahme) Benediktiner-Reichsabtei Petershausen bei Konstanz, Hauptorgel | ||||||||
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Pius Bieri 2025
| Literatur: |
| Knoepfli, Albert: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau, Bezirk Frauenfeld. Basel 1950. |
| Musch, Hans: Orgelgeschichte der Münsterpfarrei Villingen, in: Festschrift zur Weihe der neuen Münsterorgel in Villingen (1983). |
| Grüber, Michael: Orgelbauer Johann Georg Aichgasser (1701–1767), Leben und Werk, in; Zeitschrift für hohenzollerische Geschichte 23. Sigmaringen 1987. |
| Manecke, Wolfgang und Mayr, Johannes: Historische Orgeln in Oberschwaben. Der Landkreis Biberach. Regensburg 1995. |
| Hux, Angelus und Troehler, Alexander: KlangRäume, Kirchen und Orgeln im Thurgau. Frauenfeld 2007. |
| Zepf, Markus: Die Silbermanns in Basel und Arlesheim. Begleitheft zur Ausstellung 2007. |
| Manecke, Wolfgang und Vogl, Mark: Historische Orgeln im Bodenseekreis: mit einem Inventar aller bekannten Pfeifenorgeln in den Kirchen des Landkreises. Messkirch 2014. |
| Wieser, Andreas: Flammende Musik. Festschrift zur Weihe der neuen Thomas-Orgel in der Barockkirche St. Peter und Paul in Hilzingen. Hilzingen 2017. |
| Hörler, Bernhard: Orgelbau Goll, Luzern. Dispositionen und Fotos Opus 1–100. Luzern 2020 |
| Wieser, Andreas: Zur geistlichen Wend. Die Barockkirche St. Peter und Paul Hilzingen. Hilzingen 2023. |
| Web: |
| Fribourg, Collège St-Michel: église et orgue Bihler-Mooser-Kuhn in https://www.orgues-et-vitraux.ch. |
| Canton du Jura: Delémont, un riche patrimoine in: https://www.orgues-et-vitraux.ch. |
[1] Das Geburtsjahr 1687/88 wird in der Orgelliteratur ohne Angabe des Geburtsortes und der Pfarrei genannt. Es muss hinterfragt werden und könnte ebenso um 1700 liegen. Für ein späteres Geburtsjahr spricht auch der Vertrag von 1763 für die Orgel des Konstanzer Münsters, der kaum mit einem 75-jährigen Orgelbauer geschlossen worden wäre.
[2] Zur Notiz der Heirat mit Maria Theresia Schwägerlin in Kreuzlingen zwei Bemerkungen:
1. Kreuzlingen nennt sich damals einzig das Kloster im thurgauischen Gebiet vor Konstanz, bei dem sich nur ganz wenige Wohnbauten befinden. Das Dorf beim Kloster heisst Egelshofen. Weil 1732–1734 im Kloster Ausgaben für eine neue Orgel vermerkt sind, könnte dies ein Grund für die Heirat in Kreuzlingen sein.
2. 1731 wäre Bühler, würde sein Geburtsjahr 1687/88 zutreffen, schon über 40 Jahre alt. Dies spricht ebenfalls für das oben erwähnte spätere Geburtsdatum.
[3] Joseph Anton Moser (1731–1792) aus Bischofszell im Thurgau. Er arbeitet mit Bühler in Arlesheim und in Freiburg im Üechtland und macht sich dort selbständig. Siehe: https://hls-dhs-dss.ch/de
[4] Die Akkorde umfassen meist nur die Herstellung, den Aufbau und die Intonation des Instrumentes, manchmal nicht einmal das Gehäuse und nie die prägenden Bildhauer- und Schnitzarbeiten. Der Orgelbauer liefert für diese Arbeiten das Prospekt-Konzept. Dies gilt für alle Orgelbauer des 18. Jahrhunderts. Die Bildhauer und Kunstschreiner bleiben fast immer unbekannt.
[5] Heute wird die alte Pfarrgemeinde, die fünf Kilometer von Markdorf entfernt ist, als Stadtteil von Markdorf aufgeführt.
[6] Die Orgel soll an der Chornordwand gestanden haben (Manecke und Vogl 2014). Wo aber im schmalen gotischen Chor ein derart grosses Instrument Platz gefunden hätte, bleibt offen. Die Mönch-Orgel von 1903, der neugotische Nachfolgebau der Bühler-Orgel steht auf der Empore.
[7] Gottfried Maucher (1737–1828) aus Konstanz ist noch 1768 im Akkord von St. Gallus in Bregenz als Vertreter von Joseph Gabler aufgeführt. Beim Tod von Gabler 1771 ist er bereits selbständig. Siehe dazu https://www.sueddeutscher-barock.ch/In-Meister/a-g/Gabler.html.
[8] Das auschliesslich deutschem Adel vorbehaltene Domkapitel des Fürstbistums Basel residiert in Arlesheim, der Fürstbischof Joseph Wilhelm Rinck von Baldenstein aber in Pruntrut (Porrentruy). Domdekan Beat Anton Münch von Münchenstein, (1694–1759) genannt Löwenberg, ist auch Domherr in Konstanz. Dies könnte den Beizug Bühlers nach Arlesheim erklären.
[9] Das Städtchen zählt zu dieser Zeit knapp 900 Einwohner. Die Kirche Saint-Marcel ist auch Kollegiatskirche des nach der Reformation nach Delémont geflüchteten Kapitels von Moutier-Grandval. Kollator ist der Bischof von Basel. Siehe https://hls-dhs-dss.ch/de.
[10] Die Kirche wird 1763 geweiht. Die Rocaille-Schnitzereien sind den Altären und Stuckaturen von Johann Anton Feuchtmayer von 1755/58 verwandt. Die übliche Orgelliteratur ist nur am Instrument interessiert. Dieses [I/P/6] wird 1980 neu gebaut. Hat vielleicht Bühler jun. das Instrument seines Vaters 1775 revidiert? Unsorgfältig mit Orgeldaten geht aber auch die Kunsthistorik um. So verwechselt Dagmar Zimdars 1997 im Dehio Handbuch die Orgel von St. Georg in Ertingen mit derjenigen der Marienkapelle.
[11] Der Musikwissenschaftler Hans Musch vermutet allerdings in «Orgelgeschichte der Münsterpfarrei Villingen» eine seitenverkehrte Vertauschung der 16-Zoll–Felder bei Neuaufbau 1817. Die Fotografie zeigt die Orgel vor dem Abbruch 1909 im 7,8 m breiten Mittelschiff mit einer Breite von ca. 4, 5 m, anstelle der 1816 genannten ca. 3,6 m.
[12] Zum Kirchenbau siehe Fribourg_Jesuitenkolleg, zum Auftraggeber siehe Fribourg_Fegely.
[13] Er schreibt sich nun in französischer Art «Mooser».
[14] An der Orgel müssen schon nach dem Gewölbeeinbau 1679 massive Veränderungen stattgefunden haben. Aus dem 16. Jahrhundert stammt nur die dreiteilige Mitte. In der Orgelgeschichte des Münsters scheint das 17. und 18. Jahrhundert leider kaum zu existieren. Die quellenbelegte Orgelwiederherstellung 1763 durch Bühler wird von Heribert Reiners (1955) nicht erwähnt, dafür meldet er 1776 eine Wiederherstellung durch Gottfried Maucher. Quellenmässig ist in diesem Jahr aber nur eine «neu verfertigte Orgel eines fremden Orgelmachers» auf der Epistelseite vermerkt.
[15] Michael Grüber in: Orgelbauer Johann Georg Aichgasser (1701–1767), Leben und Werk (Zeitschrift für Hohenzollerische Geschichte 23-110 1987).
[16] Kondukte sind bei mechanischer Traktur die Rohrverbindungen der einzelnen Prospektpfeifen, welche nicht auf der Windlade stehen
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Werke von Franz Anton Erler |
| (D): Deckenbilder | (T): Tafelgemälde | (A): Altarblatt |
| Werke von Franz Anton Erler im Klosterneubau des Abtes Rupert II. Ness von 1727–1740: | |||||||||||||||||||||||
| Jahr | Lage im Klosterneubau | Werk | |||||||||||||||||||||
| 1727 |
Winterabtei und Gastzimmer 2. Obergeschoss. |
[D] Vier Galerieräume in Winterabtei (Quertrakt) und Vogelzimmer im Eckrisalit NW. | |||||||||||||||||||||
| 1728 | Nordtreppenhaus bei Benediktuskapelle. | [D] Kuppel (Maria Immaculata und der Triumph des Kreuzes, in Scheinarchitektur, mit Allegorien). Weitere Text- und Bildinformationen siehe: https://erdteilallegorien.univie.ac.at/erdteilallegorien/ |
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| 1729 | Winterabtei 2. OG | [D] Galerieraum 231 bei Vorplatz Abtskapelle , (T) 14 Kreuzwegstationen in Vorplatz und Abtskapelle. |
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| 1730 | Abtskapelle 2. OG. | [A] Ovalblatt als Antependium in Abtskapelle (Christus im Grab). | |||||||||||||||||||||
| 1731 | Grosses Konventreppenhaus Ost. | [T] 2 grosse Bilder (Bekehrung des Paulus und Sturz des Zauberers Simon) sowie 14 kleinere Bilder (Martyrien der hl. Felicitas und ihrer Söhne). | |||||||||||||||||||||
| 1732– 1733 |
Refektorium Erdgeschoss Ost. | [T] Zwei grosse Gastmahlbilder an den Schmalseiten (Ost: Ostermahl der Juden und West: Ostermahl der Christen), beide verschollen. Sechs Gastmahl-Darstellungen zwischen den Fenstern an den Seiten. |
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| 1735– 1739 |
Kreuzgänge und die beiden Osthöfe. | [D] 76 Gewölbebilder (Emblematika) in Bezug auf die Tafelbilder an der Wand. [T] Mehrere Tafelbilder. | |||||||||||||||||||||
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| Werke von Franz Anton Erler im Auftrag des Abtes Rupert II. Ness in der Klosterherrschaft: | |||||||||||||||||||||||
| Jahr | Ort, Bauwerk | Werk | |||||||||||||||||||||
| 1734 | Wald bei Ottobeuren, St. Marx–Kapelle. |
[A] Altarausstattung durch Erler. Abbruch der Kapelle 1806. | |||||||||||||||||||||
| 1734– 1735 |
Ungerhausen bei Memmingen, Pfarrkirche St. Johann Baptist. |
[D] Deckenbilder. Chor: Christus unter den Schriftgelehrten (in Scheinarchitektur) und Verkündigung Mariä. Langhaus: Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons. Zuschreibung: Seitenaltarblätter und Oberblatt Hochaltar. | |||||||||||||||||||||
| 1737– 1738 |
Eldern bei Ottobeuren, Wallfahrtskirche. | [A] Altarblätter des neuen Choraltars. Versetzung 1780 nach St. Johann in Feldkirch. 1806 Umbau zum Salzmagazin mit Entfernung der Altäre. | |||||||||||||||||||||
| 1738 | Attenhausen bei Sontheim, Pfarrhof. | [D] Deckenbild (Traum Jakobs) und Wandbilder mit Allegorien im Obergeschoss. Nur Reste erhalten. | |||||||||||||||||||||
| Werke von Franz Anton Erler ausserhalb der Klosterherrschaft Ottobeuren: | |||||||||
| Jahr | Ort, Bauwerk | Werk | Bauherr, Stuckateur | ||||||
| 1730– 1731 (um) |
Irsee bei Kaufbeuern. Benediktiner-Reichsabtei. Konventflügel. |
[D] Treppenhaus. Deckenbild (Triumph des hl. Benedikt). Unter Treppenläufen Ovalbilder (Sturz Luzifers, Himmelsleiter des hl. Benedikt), Deckenbilder in weiteren Räumen (Antoniuszimmer). Zuschreibungen. Zeitrahmen der Ausführung 1729–1735. | BH: Reichsabtei Irsee. Abt OSB Willibald Grindl. ST: Franz Schmuzer |
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| 1733 | Osterzell im Ostallgäu. Pfarrkirche St. Stephan und Oswald. | Fassung des Hochaltars (ersetzt 1829) und [D] Deckenbild Chor (Steinigung des hl. Stephan). Zuschreibung. | BH: Stift Rottenbuch, Propst Patritius Oswald. |
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| 1733 | Osterzell im Ostallgäu. «Schloss» (Pfarrhof). |
[D] Deckenbild im Treppenhaus (hl. Augustinus und Triumph des katholischen Glaubens). | BH: Stift Rottenbuch, Propst Patritius Oswald. | ||||||
| 1736 | Schloss Wolfegg im Westallgäu. Stiftskirche St. Katharina. |
[D] Alle Deckenbilder der Stiftskirche. (Mittelbild: Zweikampf im Trentino. Kuppel und Chorbilder: Szenen aus der Katharina-Vita. Zehn Zwickelbilder und sechs Bildfolgen in Camaïeu-Technik). Vermutlich Mitarbeit Benedikt Gambs. Mehr zu den Deckenbildern in Wolfegg in: https://www.sueddeutscher-barock.ch/ |
BH: Graf Ferdinand Ludwig, Waldburg-Wolfegg-Wolfegg und Maria Anna Amalia Renata von Schellenberg. ST: Johannes Schütz. |
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| 1737 | Kisslegg im Westallgäu. Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich. |
[D] Alle Deckenbilder der Pfarrkirche (Mittelbild: Triumph der Kirche über die Häresie. Vierung: Abendmahlszene in Scheinkuppel. Deckenbilder in Chor und Querarmen. 12 Darstellungen der Josefs- und Marienvita in den Seitenschiffen. Mitarbeit Benedikt Gambs. [A] Im Unterakkord von Judas Thaddäus Sichelbein malt Erler auch das Hochaltarblatt und einige Blätter der Kapellenaltäre. Mehr zu den Gewölbebildern in Kisslegg in : www.sueddeutscher-barock.ch/ |
BH: Gräfin Maria Anna Amalia Renata von Waldburg-Wolfegg-Wolfegg, Freiin von Schellenberg. ST: Johannes Schütz. |
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Der Konstanzer Orgelbauer Johann Michael Bühler ist im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts mit grossen Orgelwerken in der Bodensee- und Hochrheinregion vertreten. Seine Lebensdaten sind kaum erforscht. Einige wenige Orgelprospekte zeugen noch heute von seinem umfangreichen Wirken. Dazu zählt der unverändert erhaltene Prospekt der grossen Orgel in der ehemaligen Stiftskirche St. Georg in Isny (1745). Weitere grosse Prospekte in Altshausen, Säckingen, Delémont und Fribourg sind verändert erhalten. Zu den vollständig erhaltenen Prospekten zählt auch derjenige in der Kirche von Hilzingen, deren Orgel neu dem Konstanzer Orgelbauer zugeschrieben wird.

| Geburtsdatum | Geburtsort | |
| vor 1700 | Konstanz (?) | |
| Land 18. Jahrhundert | ||
| Vorderösterreich | ||
| Sterbedatum | Sterbeort | |
| 1765 | Konstanz | |
| Land 18. Jahrhundert | ||
| Vorderösterreich |
| Land (heute) |
| Baden-Württemberg D |
| Bistum 18. Jahrhundert |
| Konstanz |
| Land (heute) |
| Baden-Württemberg D |
| Bistum 18. Jahrhundert |
| Konstanz |