Die Meister der barocken Stiftskirche (heute Kathedrale) von St. Gallen
Planungsphase 1720–1755              
Name Herkunft Text   Tätigkeit von   bis
Br. Caspar Moosbrugger (1656–1723) Au Vorarlberg ok   Baumeister-Architekt 1720   1722
Johann Michael Beer II von Bleichten (1700–1767) Bezau Vorarlberg ok   Baumeister-Architekt 1730   1731
Johann Michael Beer von Bildstein (1696–1780) Au Vorarlberg ok   Baumeister-Architekt 1749   1752
Johann Capar Bagnato (1696–1757) Landau (Pfalz)     Ordensbaumeister 1750   1751
Br. Gabriel Loser (1701–1785) Wasserburg     Kunstschreiner 1751   1755
Peter Thumb (1681–1766) Bezau Vorarlberg ok   Baumeister-Architekt 1752   1755
               
Ausführungsphase 1755–1768              
Peter Thumb (1681–1766) Bezau Vorarlberg ok   Baumeister-Architekt 1755   1761
Johann Christian Wentzinger (1710–1797) Ehrenstetten (Breisgau) ok   Bildhauer und Maler 1757   1760
Johann Georg Gigl (1710–1765) Wessobrunn     Stuckateur 1757   1765
Matthäus (Matthias) Gigl (1733–nach 1769) Wessobrunn     Stuckateur 1757   1766
Joseph Wannenmacher (1722−1780) Tomerdingen ok   Maler, Freskant 1757   1766
Fidelis Sporer (1733–1811) Altdorf, Weingarten     Bildhauer 1757   1758
Joseph Anton Feuchtmayer (1696–1770) (Wessobrunn) Linz     Bildhauer, Stuckateur 1761   1767
Johann Georg Dirr (1723–1779) Weiheim     Bildhauer, Stuckateur 1761   1767
Br. Gabriel Loser (1701–1785) Wasserburg     Kunstschreiner 1761   1767
Johann Michael Beer von Bildstein (1696–1780) Au Vorarlberg ok   Baumeister-Architekt 1761   1766
Victor Ferdinand Bossart (1699–1772) Stans     Orgelbauer 1767   1771
Franz Anton Dirr (1724–1801) Weilheim     Bildhauer, Stuckateur 1770   1786

Klosteranlage   Klosteranlage und Klosterstaat
Stiftskirche   Stiftskirche (heute Kathedrale)
SG_Kempten   Die Klosterstaaten St. Gallen und Kempten im Vergleich

Ehemalige Benediktiner-Füstabtei St. Gallen

Stiftskirche SS. Gallus und Otmar («Sankt Gallen Münster»)

Ursprünge
Gallus errichtet nach 612 ein hölzernes Bethaus. Otmar, der erste Abt, baut 719 eine steinerne Saalkirche. Abt Gozbert lässt 830–835 eine grosse Basilika aufrichten, der berühmte Klosterplan von 820 dient als Richtschnur. Der karolingischen Grosskirche wird 864–867 im Westen die Otmarskirche angehängt. Damit hat die Kirche bereits in karolingischer Zeit die Ausmasse und die Disposition der heutigen barocken Stiftskirche. Das 1755 abgebrochene Langhaus des «Sankt Gallen Münsters», wie die Stiftskirche genannt wird, ist noch immer der karolingische Bau des Abtes Gozbert.

14.–17. Jahrhundert
1314 und 1418 fällt das Gozbert-Münster und die Otmarskirche Stadtbränden zum Opfer. Das Kloster, um 1402 mit nur noch zwei Konventualen am Tiefpunkt seiner Geschichte angelangt, erlebt unter dem tatkräftigen Abt Ulrich Rösch (reg. 1463–1491) einen neuen Aufschwung. Bis 1488 kann er mit Hilfe von Familien der städtischen Oberschicht einen neuen Hallenchor fertig stellen. Das spätgotische Bauwerk steht auf den Fundamenten des Gozbert-Chores. Die reiche, ebenfalls spätgotische Ausstattung des Münsters und seiner Kapellen wird 1529 im Bildersturm von den zur Reformation übergetretenen Stadtbürgern vollständig zerstört. Schon 1542 ist die Altarausstattung wieder ersetzt. Mit dem Neubau der Otmarskirche unter Abt Bernhard Müller (reg. 1594–1630) beginnt das barocke Zeitalter in St. Gallen. Der Misoxer Baumeister Pietro Andreota baut 1623–1626 die Otmarskirche neu und verbindet diese westliche Choranlage mit dem karolingischen Langhaus. Der Innenraum der gewölbten Hallenkirche ist ein Vorläufer der Kirche von Neu St. Johann. Andreota baut dort ab 1626 das Kloster, die Kirche kann aber erst nach 1641 begonnen werden, nun durch die nächste Generation von Misoxer Baumeistern.


Barocke Planungen
Nach dem Toggenburgerkrieg, den die reformierten Orte gewinnen, muss der 1718 aus dem Exil zurückgekehrte Fürstabt Joseph von Rudolphi (1717–1740) vorerst die zerstörten Gebäude und die Finanzen sanieren. An eine Neugestaltung des Stiftsbezirks ist jetzt nicht zu denken. Und dies zu einer Zeit, in der neue Kirchen- und Klosterbauten in allen grossen Nachbarabteien barocke Pracht ausstrahlen. Dafür fördert der Fürstabt von St. Gallen nun Planungen. Der vollständige Neubau der Klosterresidenz erhält bereits 1720 mit einem Projekt von Br. Caspar Moosbrugger endgültige Züge. Der Einsiedler Baumeister sieht aber vorerst nur einen Kirchenumbau vor. 1730 taucht der erste und sofort überzeugende Riss (XII) eines Kirchenneubaus mit grosser Mittelrotunde auf. Planer ist der 30-jährige Johann Michael Beer II von Bleichten. Er arbeitet zurzeit an der Fertigstellung von St. Urban und St. Blasien. Aber die Fürstabtei hat noch zu wenig Mittel und der Kontakt wird erst 1749 wieder hergestellt. Es ist der neue Fürstabt Coelestin II. Gugger von Staudach (1740−1767), der nun die Planungen vorantreibt. Beer ist jetzt weniger abkömmlich, er dient als kaiserlicher Ingenieur-Hauptmann und verlegt seinen Wohnsitz nach Mainz. Das Feld überlässt er seinem Schwager Peter Thumb. Der Fürstabt lässt aber parallel planen. Er beauftragt nebst Thumb auch den Deutschordensbaumeister Johann Caspar Bagnato. Der 54-jährige Bagnato redigiert in Zusammenarbeit mit Joseph Anton Feuchtmayer das Projekt Beers und liefert 1750 ein ausgereiftes Projekt XIII ab. 1755 wird aber nicht Bagnato den Bau beginnen, der Abt glaubt ihn bereits tot (!), sondern Peter Thumb. Der bereits 74-jährige Thumb hat inzwischen, zusammen mit dem Klosterbruder Gabriel Loser, die Kuppelrotunde gegenüber dem Projekt Bagnato vergrössert und bestimmt sie zum absoluten Mittelpunkt. Zu diesem Projekt XIV von 1751 erstellt Loser ein Holzmodell. Gutachter warnen vor der Kuppel mit 35 Metern Spannweite. Thumb reagiert: Er reduziert den Kuppeldurchmesser auf 26 Meter, lässt aber in der Überarbeitung auch die Emporengalerien weg und gibt so dem Innenraum anstelle des Beschwingten das Monumentale.
Mit Recht werden heute Thumb und Loser als die Schöpfer der St. Galler Stiftskirche betrachtet, auch wenn sie eine bereits ausgereifte Planung als Grundlage genutzt haben.

Der Neubau 1755–1768
Peter Thumb beginnt 1755 mit dem Abbruch des westlichen Langhauses. Das gotische Chorhaus muss noch stehen gelassen werden. 1756 ist der Dachstuhl über der Kuppel erstellt. 1757 wird Christian Wenzinger aus Freiburg für die Ausführung der Ausstattung im Generalakkord verpflichtet. Wenzinger engagiert Johann Georg Gigl als Stuckateur, Fidel Sporer für das Gestühl und Joseph Wannenmacher für die Freskomalereien. Wenzinger liefert die Entwürfe. Am 16. November 1760 findet der erste Gemeindegottesdienst im neuen Schiff statt, das wie die Otmarskirche und alle Kapellen im Stiftsbezirk von jeher auch dem Volk offensteht. Für die Bewohner des Stiftsbezirks ist das Münster seit der Reformation auch Pfarrkirche.
Nun will der Konvent auch den Chor durch einen Neubau ersetzen. Anstelle von Peter Thumb, der altershalber ausscheidet, wird Johann Michael Beer I von Bildstein verpflichtet. Zusammen mit Bruder Gabriel Loser plant Beer eine neue Doppelturmfront.
Baubeginn des Chorneubaus ist 1761. Palier ist Beers Neffe Johann Ferdinand Beer. Fürstabt Coelestin II. vergibt die Ausstattung nicht mehr im Generalakkord, sondern beauftragt die Stuckateure Johann Georg und Matthias II Gigl, den Maler Joseph Wannenmacher und den Bildhauer Joseph Anton Feuchtmayer direkt. Am 24. August 1768 kann die provisorische Trennwand zwischen Chor und Rotunde abgebrochen werden.
1772 wird das Chorgitter von Joseph Mayer aus Bütschwil erstellt. Entgegen dem Ausstattungsplan von 1770, der die Rotunde freihält und zum Scharnier zweier gleichwertiger Räume macht, wird das Gitter in die Rotunde versetzt.
Die Ausstattung zieht sich noch bis 1784 hin. Nur die Beichtstühle, das Chorgestühl mit den Chororgeln, das Chorgitter und die Kanzel überleben das 18. Jahrhundert. Alle weiteren heute vorhandenen Ausstattungen entstehen erst nach der Klosterzeit. Insbesondere der Klassizismus der Altäre und des ehemaligen Westchors ist mitverantwortlich für den zwar grossartigen, aber doch eher kühlen heutigen Raumeindruck.

Renovationen und Sicherungen im 19. und 20. Jahrhundert
Die neue Kirche wird 1805, nach der Säkularisation der Fürstabtei, den Katholiken als Hauptkirche zugesprochen. Mit der Schaffung des Bistums St. Gallen wird sie Kathedrale. Der Bischof richtet sich im alten Hofflügel ein, nachdem die «Neue Pfalz» des Fürstabtes Beda Angehrn zum Regierungsgebäude des neugeschaffenen Kantons St. Gallen erklärt wird.
Die barocke Stiftskirche leidet in den Kriegswirren 1798–1803 durch Einquartierungen schwer.
Eigreifender sind dann aber die Änderungen aus der neuen Nutzung. Die barocken, schon stark vom Klassizismus geprägten Altäre werden in der Lage verändert, der Hochaltar wird bis 1810 vollständig neu gebaut. Der barocke westliche Chorabschluss, die alte Otmarskirche, wird mit einem klassizistischen Emporen- und Orgeleinbau bis 1815 zerstört, nur die Krypta ist noch erhalten. Die Stufen bis zum ehemaligen Chorniveau unter der Westempore erinnern an die bessere barocke Lösung.
Änderungen ergeben sich aber nicht nur aus der neuen Nutzung. Schon früh zeigen sich Risse in der statisch zu schwachen, weil zu flachen Kuppelkonstruktion. Mit der Renovation der Risse und einer statischen Sicherung im Dachstuhl ist es aber nicht getan: Der Zeichnungslehrer Moretto übermalt anschliessend völlig ungeniert alle Gewölbemalereien von Wannenmacher. 1821 sind sie nicht mehr vorhanden. Erst eine erneut fällige statische Sicherung (jetzt radikal, mit einem Spannbetongerüst im Dachraum) und die anschliessende Restaurierung 1963–1967 führt zur Korrektur dieser Untat.
Unglücklicherweise wird gleichzeitig ein neobarockes liturgisches Zentrum dicht vor das schon weit in die Rotunde ragende Chorgitter gesetzt. Die Rotunde kann so vom Besucher nicht mehr erfahren werden und die Einsicht in den Chor ist seither verwehrt.

Pius Bieri 2008

Nachtrag 2012
2009 schreibt die katholische Administration einen Architekturwettbewerb zur Neugestaltung des liturgischen Zentrums in der Rotunde aus. Der Auftrag geht an Caruso St. John in London, der seine Altarinsel 2012 anstelle des alten neobarocken Gebildes platziert. Aber auch diese dekorativ verbrämte Neuschöpfung schliesst wie die alte Fehlkonstruktion direkt an das Chorgitter an. Immerhin hat eine Opposition aus dem Volk den von Caruso St. John vorgeschlagenen riesigen, über der Altarinsel schwebenden Heiligenschein verhindert. Schade, dass heute nicht der frische Entwurf von Pipilotti Rist verwirklicht ist. Immerhin hätte er durch die Freistellung der Altarinsel einen Einblick in den Chor ermöglicht.

> Zum Altar von Caruso St. John 2012

Benutzte Einzeldarstellungen:
Poeschel, Erwin: Die Kunstdenkmäler des Kantons St. Gallen, Band III, Die Stadt St. Gallen, zweiter Teil (Kunstdenkmäler der Schweiz, Band 45 der Gesamtreihe), Basel 1961.
Knoepfli, Albert; Die Kathedrale von St. Gallen und ihre Innenrestaurierung, Sonderdruck «Montfort» Heft 2/1966.
Fürstabtei St. Gallen, Untergang und Erbe 1805–2005. Begleitpublikation zur Ausstellung, St. Gallen 2005.

 

Links:

Adolf Reinle: Die entscheidenden Vorprojekte der barocken St. Galler Stiftskirche (1965)


Zitat
Reinle, Adolf: Kunstgeschichte der Schweiz, Band III, Frauenfeld 1956
«St. Gallen kann rück- und vorwärts mit süddeutscher Architektur verhängt werden, ausserhalb dieses Gebietes müssen kaum Vergleichsobjekte gesucht werden. Die mitwirkenden Baumeister Moosbrugger, J. M. Beer, Loser, Thumb, gehörten alle der Vorarlberger Schule an. Bagnato stammte zwar aus Como, war aber sein ganzes Leben ausschliesslich in Süddeutschland und der deutschen Schweiz tätig.
Wenden wir uns den einzelnen Hauptelementen St. Gallens zu. Die Rotunde, als Zentralraum zwischen einem auf- und abklingenden Raumteil, ist gleichzeitig eine Vierung, die sich mit den Querschiffarmen zu einer grösseren Einheit verschmolz. Die Tendenz dazu bahnt sich schon in Weingarten 1715 und in Ottobeuren (Planung ab 1711, Ausführung ab 1737) an, wo aber der Kuppelraum immer nur Mittelschiffbreite hat. Eine frühe Vorstufe zur endgültigen Lösung von St. Gallen findet sich, bisher nicht beachtet, auf den um 1705 geschnitzten Klosterveduten von St. Urban, im dortigen Chorgestühl. Sie zeigen neben der mittelalterlichen Kirche eine damals geplante oder vorhandene zweite quergestellte Kirche mit Kuppelrotunde, die sich zwischen Schiff und Chor schiebt. Ob Moosbrugger hinter diesem Projekt steht, bleibt noch abzuklären. Eine Betonung des Mitteljochs zwischen zwei weniger akzentuierten haben wir in der 1732 von Johann Michael Beer von Blaichten erbauten Kirche von St. Katharinenthal. Zwischen dieser und St. Gallen steht ein viel zu wenig gewerteter Bau, die Pfarrkirche zu Tiengen bei Waldshut. Diese wurde 1753/54 durch Peter Thumb ausgeführt, nachdem sich an der Planung neben ihm auch Bagnato und Johann Michael Beer von Bildstein betätigt hatten, ohne dass wir allerdings über ihre Risse und den Autor des Ausgeführten irgendwelche Anhaltspunkte haben. Interessant ist auf jeden Fall, dass wir allen drei Baumeistern in St. Gallen wieder begegnen. Die dreijochige, äusserst grosszügige Kirche im emporenlosen Wandpfeilersystem, mit Folge von Hängekuppeln, ist im Mitteljoch durch runde Anbauten ausgeweitet. Wichtig ist, dass das Motiv des isolierten Pilasters zwischen den Fenstern in Tiengen und St. Gallen erscheint. Viel geringfügiger ist die Funktion der verwandten Ausrundungen am Schiff von Thumbs 1746 begonnener Kirche von Birnau. Wie folgerichtig es ist, die Rotunde von St. Gallen als Weiterentwicklung von zentralisierten Räumen wie Ottobeuren anzusehen, zeigt das Beispiel der Stiftskirche Wiblingen bei Ulm. Johann Michael Fischer hatte sie fast wie eine Zwillingsschwester zu Ottobeuren entworfen, starb aber darüber weg. Sein Nachfolger Johann Georg Specht aus dem Allgäu begann 1772 den Bau nach abgeänderten Plänen. Die Ausführung kommt einer Abwandlung von St. Gallen gleich; die Fassade mit übereck gestellten Türmen folgt dem Bagnato-Riss und dem Modell, die Rotunde mehr dem Modell. Nur wird in Wiblingen auf jegliches Stützensystem verzichtet, einzig die leichten Galerien sind ein Rudiment aus der Vorstellungswelt der Vorarlberger.»

SGK1   SGK9

Die Deckengemälde des Langhauses haben die Übermalungen besser überstanden als das Rotundengemälde. Nach den Freilegungsarbeiten ist deshalb noch viel Originalsubstanz verblieben. Das Gemälde im ersten mittleren Langhausfeld nach der Rotunde ist von Joseph Wannenmacher nach einem Entwurf Johann Christian Wentzingers gemalt worden. Dargestellt ist der hl. Gallus, wie er den Klosterplan der Muttergottes präsentiert. Rechts von ihr sitzen der hl. Desiderius und der hl. Mauritius auf Wolkengebilden, links die Apostel Petrus und Paulus.
 
Die Kanzel von Franz Anton Dirr wird erst 1786 versetzt. Trotz der starken klassizistischen Einflüsse atmet sie noch spätbarocken Geist.
  Ehemalige Benediktiner-Fürstabtei St. Gallen, Stiftskirche (Münster)  
  KirchengrundrissSG1904  
Ort, Land (heute) Herrschaft (18. Jh.)
St. Gallen CH
Fürststift St. Gallen
Bistum (18.Jh.) Baubeginn
Konstanz 1755
Bauherr und Bauträger
Leer Fürstabt Gallus II. Alt (reg. 1654–1687)

ok Fürstabt Cölestin II. Gugger von Staudach
(reg. 1710–1767)

ok Fürstabt Beda Angehrn (reg. 1767–1796)
 
  Der Grundriss (1904) der ehemaligen Stiftskirche und heutigen Kathedrale, noch ohne den nachkonziliären Altar in der Rotunde.   pdf  
   
SGK2
Die doppeltürmige Ostfassade ist zur Klosterzeit Empfangsfassade.  
   
GrundrissSGkarolingisch
Die karolingischen Kirchen (helles Blau für das Gozbertmünster, helles Cyan für das Otmarsmünster) haben ähnliche Grössen wie die barocke Stiftskirche.  
Beer1730
1730 liefert Johann Michael Beer von Bleichten den wahrscheinlich entscheidenden Vorentwurf für den barocken Neubau. Die folgenden Planungen von Johann Caspar Bagnato und des Klosterbruders Gabriel Loser (in Gemeinschaft mit Peter Thumb) basieren auf diesem wegweisenden Entwurf.
Original im Stiftsarchiv St. Gallen, Planmappe XII. Das Original ist südorientiert (hier gedreht).
 
VeduteMayr
Um 1790 veröffentlicht der Verlag J.P. Fehr eine kolorierte Radierung von Johann Conrad Mayr (1750–1839), der die Stiftskirche aus Nordosten darstellt. Derart erlebt ein aus der Stadt kommender Besucher den Eintritt durch das Hoftor in den Klosterhof. Links der Turmfront ist der Hofflügel (1665–1674) und rechts im Hintergrund der 1763–1766 erbaute Rundbau der Schutzengelkapelle sichtbar. Seit dem Bau des Zeughauses (1836–1841) und dem Abbruch der Schutzengelkapelle (1807) erfolgt der Zugang zum Klosterhof von der Rückseite im Westen.
Bildquelle: Wikipedia.
 
SGK3
Die dunklen, rauchigen Gewölbemalereien von Joseph Wannenmacher und die malachitgrün gefassten Stuckaturen der Brüder Gigl prägen dem Innenraum, hier mit Blick von Westen Richtung Chor.  
SGK4
Blick in die Kuppeln des Langhauses und der Rotunde. Zur Thematik der Gemälde siehe das nachfolgende Bild der Rotunde und das Schlussbild mit dem ersten Langhausgemälde.  
SGK5
Das Gemälde Wannenmachers in der Rotundenkuppel hat die acht Seligkeiten zum Thema. Im rauchigen und spiralförmigen Wolkenband kreisen die Personengruppierungen um die zentrale Gloriole mit der Dreifaltigkeitsdarstellung. Dieses Gemälde hat durch mehrere Übermalungen stark gelitten. Die Freilegung 1963–1967 kann nur noch den Gesamteindruck retten.
Bildquelle: Wikipedia by Bobo 11.
 
SGK10
Das Chorgitter von Joseph Maier, 1772 nach einem Entwurf von Franz Anton Dirr hergestellt, hat bereits die Leichtigkeit des Rokoko verloren. Es trägt den Wappenschild von Fürstabt Beda Angehrn.  
SGK7
Seit 1761 arbeitet auch Joseph Anton Feuchtmayer in der Stiftskirche, vorerst im Langhaus, wo er die Beichtstühle erstellt. Hier ein Detail einer Beichtstuhl-Bekrönung («Auszug») mit der Büste von Petrus, erkennbar durch den zugestellten Hahn.
Bildquelle: Wikipedia by Rama.
 
SGK8
1763–1767 arbeiten Joseph Anton Feuchtmayer und sein Mitarbeiter Johann Georg Dirr in Mimmenhausen am Chorgestühl mit Abtsthron und 86 Stallen. Es dominiert, zusammen mit den beiden Orgeln, den Chor. Über den intarsiengeschmückten Dorsalen (Intarsien von Br. Gabriel Loser) stellen zehn grosse Reliefs Szenen aus dem Leben des hl. Benedikts dar. Das Chorgestühl von St. Gallen zählt mit Zwiefalten und Ottobeuren zu den drei grossen Höhepunkten dieser Gattung im süddeutschen Barock.