Enrico Zuccalli (um 1642–1724)

Hofbaumeister in München

Herkunft und Ausbildung

Roveredo
Enrico (Henrico)[1] wird um 1642[2] in Roveredo als Sohn der Eheleute Giovanni Zuccalli[3] und Catarina Barbieri geboren.[4] Er wächst im elterlichen Haus an der Piazza della Grida auf.[5] Das Dorf im südbündnerischen Misox beherbergt um diese Zeit eine Reihe berühmter Baumeister und Stuckateure. Nach dem Ende des Dreissigjährigen Krieges sind sie vermehrt wieder in Deutschland und Österreich tätig. In den 1640er-Jahren arbeiten Giovanni Serro[6] in Neuburg an der Donau, Domenico Sciascia[7] in St. Lambrecht und in Mariazell, Tommaso Comacio[8] in Zwiefalten, die Barbieri in Neu St Johann; nur um einige der Wichtigeren zu nennen. Auch der Stuckateur Giovanni Zuccalli, Vater des Enrico, arbeitet nach 1661 im Norden. Er erstellt die Stuckaturen in der Kirche und Klosterresidenz der Fürstabtei Kempten, wohin ihn sein Dorfgenosse Giovanni Serro holt.
Zur Generation des Enrico Zuccalli zählen Antonio Riva, Lorenzo Sciascia, Giovanni de Gabrieli und der aus der Nachbargemeinde San Vittore stammende Giovanni Antonio Viscardi.[9]

StammbaumZuccalli

Rom und Paris
Der junge Zuccalli absolviert die übliche dreijährige Lehre als Maurer um 1655/58 bei einem Meister der grossen Verwandtschaft Zuccalli und Barbieri. 1661 ist er in Rom. Er wohnt bei einer Familie Anotta, welche ebenfalls Misoxer Herkunft ist. Vielleicht arbeitet er in Rom beim Tessiner Baumeister Carlo Fontana, einem engen Mitarbeiter von Gian Lorenzo Bernini, und kommt so in Kontakt mit dem berühmten römischen Baumeister. Bernini geht 1665 auf Grund einer Einladung nach Paris, um die Projekte für den Louvre[10] weiter zu entwickeln. Auch Zuccalli hält sich in diesen Jahren in Paris auf. 1667 wird er für eine zweimonatige Arbeit am Baumodell des Louvre bezahlt. Die Rom- und Parisaufenthalte im Umkreis Berninis prägen die späteren Projekte Zuccallis dauerhaft. Zuccalli kehrt aus Frankreich zwar wieder nach Rom zurück, ist aber spätestens 1668/69 in der Heimat anzutreffen. Caspare Zuccalli, ein entfernter Verwandter aus einem anderen Familienzweig und seit einigen Jahren sein Schwager, wird 1668 als kurfürstlicher Hofmaurermeister in München eingestellt. Im Januar 1669 holt Caspare seine Frau Maria Domenica und seine drei Kindern nach München. Sie treffen Mitte Februar ein.[11] In der Reisegesellschaft befindet sich gemäss dem Reisepass ein weiterer junger Mann.  Es muss dies der 27-jährige Enrico sein, der seinem Schwager Caspare nach München folgt.


München 1669–1679


Hofbaumeister
Die Bautätigkeit des kurfürstlichen Hofes bei der Ankunft von Enrico Zuccalli ist durch die Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen geprägt. Aufgewachsen am Turiner Hof, ist für sie etwas anderes als die dort vorherrschende Baukultur des römischen Barocks unvorstellbar. 1663 legt sie nahe der Residenz den Grundstein für ihr wichtigstes Bauwerk, dem Kloster und der Kirche der Theatiner. Planer ist Agostino Barelli aus Bologna.[12] Gleichzeitig ist der Bau des Lust- und Jagdschlosses Nymphenburg im Gange, auch hier ist Barelli Planer. Der amtierende Hofbaumeister Marx Schinagel wird für die Neubauten der Kurfürstin völlig ausgeschaltet, sie findet einheimische Fachkräfte für ihre Bauvorhaben ungenügend ausgebildet. Für den selbstbewussten jungen Zuccalli ist diese Einstellung ein Karrieren-Steilpass. 1672 bewirbt er sich, natürlich in italienischer Sprache, bei der Kurfürstin um die Stelle als Hofbaumeister. Er wolle keinem unterstehen, der weniger als er von Baukunst verstehe, schreibt er im Brief. Zuccalli wird sofort als Hofbaumeister mit dem gleichen Gehalt des amtierenden Marx Schinagel eingestellt. Diese schnelle Berufung dürfte er auch dem Geheimrat Anton von Berchem zu verdanken haben, der um diese Zeit das kurfürstliche Bauwesen leitet.[13] Anton von Berchem fördert später auch Giovanni Antonio Viscardi.  

Altötting
1673 erhält Zuccalli von Kurfürst Ferdinand Maria den Auftrag für einen Neubau der wichtigsten bayrischen Wallfahrtstätte zur «Schwarzen Muttergottes» in Altötting. Die alte Rundkapelle des 8. Jahrhunderts, während der Gotik mit einem Schiff und Umgängen versehen, sollte dabei erhalten bleiben. Zuccalli setzt in seinem Projekt zu einem Paukenschlag an. Er plant den grössten Kuppelbau nördlich der Alpen. Die alte Kapelle legt er in eine Chornische des gewaltigen Rundbaus von 30 Meter Innendurchmesser. Dieser liegt frei im Zentrum eines regulierten, oktogonalen Platzes, dessen Begrenzung neue Chorherrenhäuser bilden.
Mit dem Bau der Wallfahrtskirche und der Chorherrenhäuser wird 1674 begonnen. Die Bauausführung übernimmt sein Schwager Caspare, der dem jungen Zuccalli 1669 den Start in München ermöglicht hat. Caspare überträgt einzelne Bauetappen im Pauschalakkord an Domenico Cristofero.[14] Im Trupp arbeiten weitere Landsleute aus dem Misox, wie der spätere Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi oder der Stuckateur Domenico Martinetto. Zuccalli holt 1675 auch seinen Vater Giovanni für Aufsichtsarbeiten nach Altötting. Als Monatsvergütung fordert er 60 Gulden. Diese Bezahlung findet dann sogar der Kurfürst zu hoch.[15] Es scheint, dass Enrico bei Geldforderungen kein Mass kennt, solange sie ihm oder dem engsten Familienkreis zugute kommen. Bei Aussenstehenden und selbst bei Landsleuten kennt er aber in Geldfragen keine Gnade und schreckt auch vor Gewalt nicht zurück.[16] Der egozentrische und cholerische Charakter Zuccallis zeigt sich bereits beim seinem ersten Bau.
1676 stirbt die Kurfürstin. In diesem Jahr ist das erste Chorherrenhaus schon fertig, am zweiten wird der Grund gelegt. Die Wallfahrtskirche und die beiden Türme sind schon zu beachtlicher Höhe gewachsen. Gebaut wird aber nach dem Tod der Kurfürstin nur noch wenig. 1679 stirbt auch Kurfürst Ferdinand Maria. 1680 übernimmt der 18-jährige Max Emanuel die Regierung. Der Kirchenneubau in Altötting geht vergessen. Heute ist nur noch das erste Kanonikergebäude, der «Dechanthof» (Kapellplatz 4) erhalten, das zweite Kanonikergebäude wird später umgebaut, der Kirchenrohbau ist bis auf die Fundamente wieder abgetragen. Auch das Modell, 1749 noch erhalten, ist seither verschwunden.

Theatinerkirche
Erst 1674 kann sich Zuccalli auch der Theatinerkirche annehmen. Nach Plänen von Agostino Barelli ist sie durch den Baumeister Lorenzo Perti[17] bis zum Kuppeltambour im Rohbau vollendet. Barelli selbst hat in diesem Jahr das Handtuch geworfen und kehrt nach Auseinandersetzungen mit dem Theatinerpater Antonio Spinelli[18] nicht mehr auf die Baustelle zurück. Spinelli betätigt sich als Liebhaberarchitekt und Bauleiter. Hauptgrund des Rückzugs ist die Kuppelausführung, deren Planung Spinelli für sich beansprucht. Zuccalli kann sich dank der Unterstützung des Geheimrates von Berchem 1677 gegen Spinelli durchsetzen. Berchem weist alle beteiligten Künstler an, nur noch den Anordnungen von Zuccalli und Perti zu folgen. Die Kuppel wird bis 1688 nach den Plänen Zuccallis gebaut. Auch die Stuckausstattung entsteht unter der Regie von Zuccalli. Als Cuvilliés 1765 die Fassade vollendet, hält er sich noch immer an die Planung Zuccallis.

Tegernsee
Obwohl er Tegernsee nie besucht und die dortigen Quellen nur Antonio Riva als Planer und Baumeister erwähnen, wird der um 1678 entstanden Entwurf der neuen Klosteranlage in Tegernsee wahrscheinlich mit Recht Enrico Zuccalli zugeschrieben.[19]


Persönliches

Familie
Vermutlich wohnt Zuccalli anfänglich bei seinem Schwager Caspare. Sein jüngerer Bruder ist inzwischen auch in München und legt bei den Theatinern am 1679 unter dem Namen Ferdinand Maria Profess ab.[20] Vater Giuseppe ist nach den Erlebnissen in Altötting in die Heimat zurückgekehrt und wird in Roveredo als Ministrale gewählt. Im Dezember 1681 reist Zuccalli das letzte Mal in seine Heimat. Er ist am 22. Dezember in Bregenz und am 24. Dezember in Maienfeld. Die Rückreise in den ersten Monaten 1682 soll er, glaubt man den durch Quellen nicht bestätigten Berichten von Paulus (1912) und Zendralli (1930), mit seiner neuen Ehefrau angetreten haben. Bestätigt ist einzig, dass er in den 1680er-Jahren Maria Magdalena Margareta Caduff aus Marmorera heiratet.[21] Das erste von sechs Kindern der Eheleute Zuccalli wird 1690 in München geboren. Es trägt den Namen seines Taufpaten, des Kölner Kurfürsten Joseph Clemens.[22] Die Wertschätzung der Kurfürsten und die Nähe Zuccallis zum Hof wird so eindrücklich bestätigt. Alle drei Söhne treten später in bayrische Hof- oder Militärdienste. Der letzte Sohn stirbt 1749. Sein Schwager, der Hofmaurermeister Caspare, stirbt 1678 mit 49 Jahren. Enrico verliert damit einen der wenigen aus dem Kreis seiner Verwandten, mit dem er sich nie entzweit hat. Er sorgt für die unmündigen Kinder und verheiratet die älteste Tochter 1689 mit dem Hofmaler Trubillio.[23]

Vater Giuseppe Zuccalli
Nach dem kurzen Gastspiel in Altötting kehrt der Vater nach Roveredo zurück. Die Münchner Akten bestätigen seine Identität mit dem bekannten Stuckateur Giovanni Battista in Kempten.[24] Die Mutter Catarina Barbieri stirbt 1685. Um diese Zeit wird der Vater in Roveredo bereits als Ministrale bezeichnet. Mit dem Vater hat Enrico Zuccalli bis 1699 Schriftverkehr, immer geht es um Geld. Ein Briefverkehr mit der Mutter ist nicht bekannt. Als der Vater 1700 hochbetagt stirbt, hinterlässt er das ganze Vermögen seiner Haushälterin Anna Maria Tenzi.

Der Münchner Zuccalli-Umkreis
Nach dem Tod von Caspare I, seinem Schwager, verbleibt nur noch Cousin Giovanni Caspare II als direkter Verwandter im Umkreis von Enrico Zuccalli. Giovanni Caspare II verlegt 1684 seinen Arbeitsschwerpunkt nach Salzburg. Seine Kirchen- und Klosterbauten in Salzburg zeigen eine eigenständige Architektenpersönlichkeit. Die gilt auch für Antonio Riva. Er ist der einzige Landsmann, auf den Enrico Zuccalli immer vertrauen kann. Er überträgt viele Ausführungen im Pauschalakkord an Riva. Dieser zeigt aber mit seinen eigenen Planungen durchaus gleichwertige Architekturqualität.[25]   Einziger nicht selbstständiger Mitarbeiter ist der aus Schliersee stammende Philipp Zwerger.[26] Er wird bevorzugte Arbeitskraft im Baubüro Zuccalli und rückt 1689 zum Hofmaurermeister auf.

Paris 1684–1685
Anfang Juli 1684 bis Anfang März 1685 reist Zuccalli für Studienzwecke nochmals nach Paris. Der Grund könnte in den von Kurfürst Max Emanuel geplanten Schlossbauten liegen. Notizen über diesen Aufenthalt sind nicht vorhanden, man kann aber vermuten, dass Zuccalli der Zugang zu Versailles und einigen neuen Maisons de Plaisance dank einer Empfehlung des Kurfürsten gelingt.[27]  

Zuccalli versus Viscardi
1678 übernimmt Giovanni Antonio Viscardi die Stelle des Hofmaurermeisters anstelle des verstorbenen Caspare Zuccalli. Anfang 1685 wird Viscardi auf Grund seiner Qualifikation als Architekt zum zweiten Hofbaumeister ernannt. Zuccalli, nun aus Paris zurückgekehrt, sieht sich in seiner Stellung bedroht. Er unternimmt alles, um den Landsmann aus dem Amt zu drängen. Ein von ihm ausgelöster Streit wegen der Nutzung eines gemeinsamen Gartens vor dem Schwabinger Tor ist der Beginn einer erbittert geführten Kampagne gegen seinen imaginären Feind. Mit Unterstützung des Kurfürsten Max Emanuel erreicht er 1689 die Entlassung Viscardis und die Einsetzung des Hofmalers Giovanni Andrea Trubillio, des als Baumeister völlig ungeeigneten Ehemannes seiner Nichte.


Erster Baumeister des Kurfürsten Max Emmanuel

Bauten 1680–1691

Residenz 
1680 tritt Max Emanuel die Regierung an.[28] Er wird zum grosszügigen Mäzen der Baukunst und fördert und beschützt Zuccalli während seinen beiden Regierungszeiten in Bayern. Schon die ersten Regierungsjahre benutzt der Kurfürst zur Umgestaltung der Wohnräume in der Residenz. Ein Brand hat 1674 schwere Schäden angerichtet. Vorerst lässt er die sieben Alexanderzimmer und die vier Sommerzimmer um den Grottenhof umbauen.[29] Eine Rundkapelle bildet den zweigeschossigen Angelpunkt der abgedrehten Bauteile. Die Räume sind 1685 vollendet, werden aber schon 1726 durch Joseph Effner, ab 1729 durch François Cuvilliés und Johann Baptist Zimmermann völlig umgestaltet.[30] 1690–1701 leitet Zuccalli auch die Arbeiten in den ebenfalls brandversehrten Kaiserzimmern im heutigen Steinzimmertrakt. Hier betätigt er sich als Restaurator und lässt nur die Decken neu gestalten.

Nymphenburg
Nymphenburg ist wie die Theatinerkirche ein Projekt der Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen. Als «villa suburbana», wie die grossen Herrenhäuser ausserhalb der Stadt bezeichnet werden, plant Agostinos Barelli den mächtigen mittleren Würfelbau, der 1664 begonnen wird. Zuccalli führt als Hofbaumeister nach dem Tod der Kurfürstin den Innenausbau zu Ende und verändert das Dach 1678 mit dem entfernen der Zwerchgiebel zum heutigen Aussehen. Nymphenburg interessiert aber weder den neuen Kurfürsten noch Zuccalli besonders. Sie lassen 1684 als Baumaterial für Lustheim die beiden flankierenden Bauten abbrechen. 1702 ist der Widersacher Viscardi wieder Hofbaumeister, Zuccalli muss ihm Nymphenburg überlassen. Viscardi baut jetzt die gestaffelten Erweiterungsbauten und gestaltet die Fassaden neu, aber erst Joseph Effner wird nach 1716 Nymphenburg und seinem Garten das heutige Gesicht geben.

Lustheim
Für Kurfürst Max Emanuel 1683 hat, nach seiner Rückkehr als gefeierter Türkenheld, der Ausbau der Sommer- und Jagdresidenz Schleissheim absolute Priorität. Vorerst lässt er in der Blickachse des alten Schlosses nach Osten ein Jagdschlösschen in der Art eines italienischen Gartencasinos planen, das er später Lustheim nennt. Zuccalli beginnt den Bau vor seiner Pariser Reise 1684 und vollendet ihn bis 1688. 1686 fügt er nördlich und südlich zwei flankierende Pavillons an. Im Südpavillon ist der Ovalraum der Renatuskapelle enthalten. Ab 1695 wird die Anlage im Osten durch die halbkreisförmigen «Zirkelgebäude» abgeschlossen.[31] Lustheim hat klare oberitalienische Renaissance-Wurzeln. Zuccalli formt auf diesen Grundlagen seine eigenständigste und wohl schönste, vollständig von ihm vollendete Baugruppe.

Kloster der Englischen Fräulein in München
Für die Englischen Fräulein, einer von den bayrischen Kurfürsten geförderten Schwesternkongregation ähnlich den Ursulinen, lässt Kurfürst Max Emanuel 1691–1697 an der Weinstrasse zwischen Schrammer Gässchen und Gruft-Gasse einen grossen Neubau mit Innenhof und Kapelle erstellen. Die Kapelle ist mit ovaler Kuppel überwölbt.[32] Zur Weinstrasse ist der mittlere Fassadenabschnitt turmartig erhöht und zusätzlich mit einem laternenartigen Uhrturm bekrönt. Der Bau wird nach 1808 Polizeigebäude, seit dem Zweiten Weltkrieg ist ein seiner Stelle eine Grünfläche mit dem Namen «Marienhof».

Jagdschloss Lichtenberg
Der Neubau des kurfürstlichen Jagdschlosses Lichtenberg bei Landsberg ist heute nur noch durch eine Vedute von Michael Wening überliefert, nachdem das grosse Schloss schon 1808 abgebrochen wird. Baumeister ist 1688 bis 1691 Antonio Riva. Interessant ist die Übereinstimmung mit dem Bau der Englischen Fräulein in München, vor allem in der fast wörtlichen Übernahme des Uhrturms.


Tätigkeit für Kurfürst Max Emmanuel 1692–1704


Brüssel 1693–1695
1692 verlegt Kurfürst Max Emanuel seinen Hof nach Brüssel. Er ist, vom Kaiser eingesetzt, Statthalter der Spanischen Niederlande.[33] Mehrfach muss jetzt Zuccalli nach Brüssel reisen. Grund sind die laufenden Projekte für Schleissheim und Umbauten in der Brüsseler Residenz. Die erste Reise 1693 wird durch einen vom Kurfürsten angeregten Holland-Aufenthalt im August auf fünf Monate verlängert.[34] Im Juli 1694 reist er zum zweiten Mal nach Brüssel[35] und bleibt jetzt neun Monate dort. Von Brüssel reist im März 1695 über Namur nach Lüttich.

Lüttich und Bonn
1694 erhält der Kölner Kurfürst und Erzbischof Joseph Clemens Kajetan von Bayern zusätzlich zu seinen Bischofssitzen in Freising, Regensburg und Köln auch denjenigen in Lüttich. Er schätzt den Hofbaumeister seines Bruders und ist sogar Pate des ersten Sohnes von Zuccalli. Für grössere Umbauten im fürstbischöflichen Palast zu Lüttich erteilt er den Auftrag im Mai 1695 an Enrico Zuccalli. Bei der ersten Besprechung ist auch Antonio Riva anwesend, der in der Folge die Arbeiten bis Ende Jahr ausführt.
Gleichzeitig erhält Enrico Zuccalli vom Kölner Kurfürsten einen weiteren, nun aber gewaltigen Auftrag. Für den Wiederaufbau der zerstörten Bonner Residenz[36] plant er einen langgestreckten Vierflügelbau, dessen Süd- und Nordflügel mit der Länge von 29 Fensterachsen durch turmartige Eckrisalite flankiert sind. Schon 1696 erfolgt die Grundsteinlegung. Baumeister ist wieder Antonio Riva, der nun in Bonn Wohnsitz nimmt. Als der Kurfürst im Spanischen Erbfolgekrieg 1702 in die Obhut Frankreichs flüchten muss, ist erst die Südhälfte der Residenz fertig. Dieser Gebäudeteil wird nach 1715 durch Robert de Cotte[37] nach dem Konzept Zuccallis weitergebaut. Nach der letzten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wird nur die Gebäudehülle des Südflügels rekonstruiert. Die schlichte Grösse zeugt von einem ehemals beeindruckenden Bauwerk.

Schleissheim
Am 3. September 1695 ist Zuccalli wieder in München. Schon seit 1689 ist er Hofrat, noch in Brüssel hat ihn der Kurfürst auch den Titel eines Truchsessen verliehen, der ihn damit dem niederen Hofadel gleichstellt. Gleichzeitig erfolgt seine Ernennung zum Oberarchitekten Bayerns mit der «direction aller churfürstl. gepäu sovoll zu Schleißheimb als sonsten im Landt, worunter ebenfalls die Wassergebäuen zu verstehen und einfolglich die Disposition über die Künstler, Handwerksleuth und Arbeiter». Zuccalli unterschreibt jetzt mit «Ingiero et supremo Architetto». Das Amt fordert vor allem viele Inspektionsreisen, aber auch Aufträge begüterter Adeliger, denen es eine Ehre ist, den ersten Architekten ihres Kurfürsten beizuziehen. Wichtiges Bauwerk für Zuccalli und den Kurfürsten bleibt aber Schleissheim. Die erste Planungsphase beginnt schon kurz nach dem Bau von Lustheim. Über 50 Pläne der verschiedenen Projekte Zuccallis sind erhalten. Alle bespricht er in Brüssel oder Namur mit seinem Kurfürsten. Die zweite Planungsphase von 1691 bis 1695 zeigt die sogenannten Ovalbauprojekte in Anlehnung an das erste Louvre-Projekt von Bernini. Die Dimensionen der Anlage vergrössern sich laufend. Zuccalli ist 1697 und 1698 wieder in Brüssel und leitet auch einen Umbau im Schloss Mariemont. Hauptsächlich ist er aber mit Schleissheim beschäftigt. Die letzten Planungen zeigen die Verarbeitung von Impressionen aus Holland und Wien.[38] Erst 1701, nach der Rückkehr des Kurfürsten aus den Niederlanden, wird der Grundstein zum Corps de Logis des «Neuen Schlosses» gelegt. Eine fieberhafte Bautätigkeit setzt ein. Parallel rüstet der Kurfürst mit einem Kriegslager bei Schwabing zum Krieg gegen das Reich. Schleissheim ist im Rohbau fertig, als er 1704 den Krieg verliert.

Zuccalli und Schleissheim
Für kein anderes Bauwerk hat Zuccalli derart viel Zeit und kreativen Ehrgeiz eingesetzt. Selbst den Einsturz der Mittelrisalit-Fassade 1703 nutzt er zur Neuplanung.[39] Schleissheim bleibt sein wichtigstes Bauwerk, auch wenn er auf den späteren Innenausbau keinen Einfluss mehr hat. Nur für die Durchführung seiner Hauptstiege setzt er sich zwanzig Jahre später noch vehement und mit Erfolg ein. Obwohl sie nicht mehr von ihm vollendet werden kann, setzt er mit dem Treppenhaus und der Kaisertreppe von Schleissheim einen neuen Massstab in der Inszenierung der Innentreppe.


Palais- und Schlossbauten für den Adel


Münchner Palais für kurbayerischen Adel
In München baut Zuccalli von 1676 bis 1700 zehn Stadthäuser für adelige Bauherren. Sie sind alle, unbeeinflusst durch die bedeutend wohnlicheren Vorbilder der Pariser Hôtels, starr nach römischen Vorbildern konzipiert und auch in der Fassadengestaltung eher retardierend. Die Münchner Palais werden spätestens im Zweiten Weltkrieg zerstört. Einzig die Fassade des Palais Portia, 1693–1694 für den Grafen Fugger von Kirchberg und Weissenhorn gebaut, ist nach dem Krieg rekonstruiert worden. Die 1731 entstandenen Zufügungen von François Cuvilliés dürften den Rekonstruktionsentscheid erleichtert haben.
Zur Lage der Barockpalais im in der nördlichen Altstadt gehe zum Plan (1809).

Palais Kaunitz-Liechtenstein in Wien
Das Stadtpalais an der Bankgasse 9 hat eine bewegte Baugeschichte. Zuccalli erstellt spätestens 1689 die Planung für den in München tätigen kaiserlichen Gesandten Dominik Andreas Graf von Kaunitz. Antonio Riva beginnt 1691 den Wiener Palais als Baumeister im Generalakkord. Zuccalli überträgt ihm wahrscheinlich auch die gestalterische Leitung, denn Reisen des Hofbaumeisters nach Wien sind nicht bekannt. 1692 setzt Kaunitz den erst seit zwei Jahren in Wien anwesenden Domenico Martinelli als leitenden Architekten ein.[40] 1694 kauft Fürst Johann Adam von Liechtenstein das noch nicht fertige Gebäude und entlässt Baumeister Riva. An seiner Stelle übernimmt Gabriele de Gabrieli die Leitung der Ausführung.

Schloss Austerlitz
Für Graf von Kaunitz plant Zuccalli um 1689 auch den Umbau der Schlossanlage von Austerlitz in Mähren. Wie beim Wiener Palais bevorzugt Kaunitz später für die weitere Planung Domenico Martinelli, nach dessen Plänen der Bau dann ab 1696 ausgeführt wird. Die Architektur, insbesondere der Schlosskapelle, deutet aber auf eine Übernahme der Zuccalli-Konzepte hin.


1704–1715


Neue Herren in München
1704 werden die bayrisch-französischen Truppen des Kurfürsten bei Höchstädt vernichtend geschlagen. Der Traum einer bayrischen Grossmacht ist vorerst zu Ende.
Der Kurfürst flieht mit seinem Gefolge nach Brüssel, das seit 1700 von den Franzosen besetzt ist.[41] Die begonnenen Arbeiten an den Bauten und Gärten von Schleissheim und Nymphenburg werden sofort eingestellt. Das Exil bremst aber die Baulust des Kurfürsten nicht. Er bezeichnet das Bauen nebst der Jagd als sein grösstes Vergnügen im Exil. Im Gegensatz zu Antonio Riva, der 1702 dem Kölner Kurfürsten ins französische Exil folgt, wird der über 60 Jahre alte Zuccalli nicht mehr an die jeweiligen Exil-Residenzen des Kurfürsten gerufen. Die Projekte lässt Max Emanuel nun von Pariser Architekten anfertigen.
Kurbayern wird von Österreich besetzt. 1705 führt Österreich mit der «Kaiserlichen Administration» eine zivile Verwaltung ein, die bis 1715 dauert. 1706 werden Zuccalli und Trubillio wie alle Gefolgsleute des Kurfürsten aus Hofdiensten entlassen. Viscardi wird kaiserlicher Oberhofbaumeister.

Ettal
Der Ruf Zuccallis als grosser Baumeister hat unter den Ereignissen nicht gelitten. 1709 wird von Placidus II. Seitz, Abt der Benediktinerabtei Ettal, für die bauliche Neugestaltung und Erweiterung des Klosters unter Vertrag genommen. Die Klosteranlage von Ettal besteht zu diesem Zeitpunkt im Wesentlichen aus dem mittelalterlichen Zentralbau der Kirche und dem westlich vorgelagerten Gebäudekomplex, der einen grossen geschlossenen Hof bildet.[42] Die Kirche ist ein zwölfeckiges Polygon von 25 Meter Durchmesser, in dessen Zentrum eine Mittelstütze das gotische Gewölbe unter dem steilen Zeltdach trägt. Zuccalli formt aus diesen Gegebenheiten ein städtebaulich und architektonisch aussergewöhnliches Meisterwerk. Er ummantelt die Kirche, der er mit einer Doppelturmfassade eine grandiose barocke Prospektwirkung über dem ebenfalls neugestalteten grossen Hof gibt. Das Zeltdach und das gotische Gewölbe will er mit einer stützenlosen Kuppel ersetzen. Das eigentliche Kloster legt er als Zweihofanlage in den bisher unbebauten Ostteil der Anlage. Mangelnde Geldmittel verzögern die Bauetappen. Entgegen einigen kunstgeschichtlichen Darstellungen baut er auch die massive Kuppel, belässt aber darunter das alte gotische Gewölbe. Der innere Abbruch und die Kupferdeckung der Kuppel unterbleiben aus Geldmangel. Als Kloster und Kirche 1742 in Flammen aufgehen, bleiben beide Gewölbe intakt. Joseph Schmuzer, der nun den Wiederaufbau übernimmt, lässt später das gotische Gewölbe abbrechen und wird zum Schöpfer des heutigen Innenraums.[43]
Zuccallis Arbeit in Ettal wird vom Benediktinerkonvent hoch geschätzt. 1716 beschliesst das Kapitel, jährlich eine Messe für ihn zu lesen.


Das letzte Jahrzehnt

Rückkehr des Kurfürsten
1715 kehrt der Kurfürst und sein Hof aus dem französischen Exil nach München zurück.[44] Schon 1714 hat er in Paris Planungen Zuccallis für Schleissheim durch Robert de Cotte überprüfen lassen. In den zehn Jahren Exil ist dem Kurfürsten die französische Hofkunst ans Herz gewachsen. Mit ihm kehrt auch der bei Germain Boffrand ausgebildete Joseph Effner nach München zurück.[45] Schon schnell nach der Ankunft in München ernennt der Kurfürst Effner zum Hofbaumeister. Mit Effner setzt sich sofort das französische Régence in Dachau und Nymphenburg durch. Für Zuccalli ist die Rückkehr an den Hof keine einfache Sache. Der Kurfürst belässt ihm aber äusserst zuvorkommend die weitere Leitung der Bausachen in Schleissheim und München. Erst als 1719 Effner die Innengestaltung der Räume in Schleissheim übertragen wird, zieht sich Zuccalli zurück.

Franziskanerkloster Mittenheim
1717–1721 ist Zuccalli am Neubau des Franziskanerklosters Mittenheim bei Schleissheim tätig. Er baut eine einfache Dreiflügelanlage mit der Öffnung nach Westen. Hier stellt er eine ovale Kirchenrotunde frei davor und verbindet den Eingangsvorraum der Kirche mit den Klosterflügeln. Noch 1735 muss sich Effner für den Hochaltar an die Risse Zuccallis halten. Die Kirche wird 1804 abgebrochen, die Klosterflügel sind stark modernisiert erhalten.

Die letzten Jahre
Der schwierige Charakter Zuccallis bleibt ihm nach 1715 treu.[46] Dies spürt auch Effner. Obwohl dieser noch 1718 eine Italienreise unternimmt und anschliessend das Kunstwerk der Badenburg baut, entzweien sich die beiden Hofbaumeister schnell. Der Kurfürst entscheidet sich dann beim Schleissheimer Schlossbau für den jüngeren Effner, dem zurückgesetzten Zuccalli will er aber die letzten Jahre möglichst sorgenfrei gestalten. So will er ihm 1723 rückwirkend die Besoldungen als Hofbaumeister während seines Exils von 1704–1715 erstatten, um ihn für die kaiserliche Zeit schadlos zu halten. Er spricht ihm grosses Lob für seine Baukunst aus und habe angewiesen «einen Beweis der Echtheit meines Dankgefühls für von Ihnen erfundene Stiege zu Schleissheim zu geben, welche die Seele des Schleissheimer Baues bedeutet». Zuccalli wünscht statt einer Geldzahlung Bauerngüter bei seinem Edelsitz Mayrhofen im Gericht Kehlheim, was der Kurfürst gewährt. Der nun pensionierte Hofbaumeister kann seine Güter nicht mehr lange geniessen. Am 8. März 1724 stirbt Enrico Zuccalli im Alter von 82 Jahren in München. Der Eintrag im Totenbuch der Frauenkirche lautet «Henricus Zugali Hofcammerrhat und Ober Paumaister auch Truchsess».

Pius Bieri 2016

Literatur:

Paulus, Richard Adolf Luitpold: Der Baumeister Henrico Zuccalli am kurbayrischen Hofe zu München. Strassburg 1912.
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: Graubündner Baumeister, Zürich 1930.
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: I Magistri Grigioni, Poschiavo 1958.
Santi, Cesare: L'architetto Enrico Zuccalli a Roma, in: Quaderni Grigionitaliani, Heft 4, 1979.[47]
Heym, Sabine: Henrico Zuccalli. Der kurbayrische Hofbaumeister. München und Zürich 1984.
Pfister, Max: Baumeister aus Graubünden, Chur 1993.
Heym, Sabine: Henrico Zuccalli und der Kreis der Graubündner Baumeister am kurbayrischen Hof in München, in: Graubündner Baumeister und Stuckateure, Lugano 1997.

Webseiten:

Stevens, Ursula: Enrico Zuccalli, in Tessiner Künstler in Europa. 2011.
http://www.tessinerkuenstler-ineuropa.ch/deu/zuccalli-e-deu.html
Santi, Cesare: Viscardi, Giovanni Antonio, in Historisches Lexikon der Schweiz, 2014.[48]
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24504.php


Anmerkungen:

[1] Ich verwende hier die italienische Schreibweise des Namens. Henrico, die Mischung von Enrico mit dem lateinischen Namen Henricus (Heinrich), wird in Deutschland noch heute verwendet. Daran ist Zuccalli nicht unschuldig, da seine Unterschrift auf Münchner Dokumenten die Mischform Henrico aufweist.

[2] Keine Eintragungen in Roveredo. Das Geburtsjahr kann auf Grund späterer Schriftquellen auf Ende 1642 bis Mitte 1643 eingekreist werden.

[3] Giovanni Zuccalli (um 1615–1700), manchmal auch mit dem Zunamen Battista versehen, ist 1641–1652 Stuckateur in den Kirchen von Roveredo, San Vittore und Tiefencastel (Graubünden), 1661–1670 in Kempten (Allgäu) und ab 1675 in Altötting (Oberbayern).

[4] Catarina Barbieri (um 1615/20–1685) ist Tochter des Eichstätter Hofbaumeisters Martino Barbieri (1583–1633) und Schwester der Baumeister Domenico Barbieri (um 1615–1686) und Giulio Barbieri (um 1610/15–1681). Sie bauen die grossen Freipfeiler-Klosterkirchen in Neu St. Johann (1641/42, zusammen mit Alberto Barbieri) und in Isny (1660-1662). Zu den Barbieri siehe die entsprechenden Biografien in dieser Webseite. Zuccalli könnte bei ihnen in die Lehre gegangen sein.

[5] Das Elternhaus Zuccallis an der Piazza della Grida in Roveredo ist erhalten, harrt aber einer längst fälligen Restaurierung, bei der die heute kaum mehr sichtbaren manieristischen Grisaille-Fassadenfresken des 16. Jahrhunderts freigelegt werden müssten.

[6] Giovanni Serro (um 1600–um 1675), siehe die Biografie in dieser Webseite.

[7] Domenico Sciascia (1599/1603–1679), Baumeister in Göttweig, Lilienfeld, St. Lambrecht, Mariazell, Vorau.

[8] Tommaso Comacio (um 1625–1678), siehe die Biografie in dieser Webseite.

[9] Die Baumeister:
Antonio Riva (um 1645–1713), siehe die Biografie in dieser Webseite.
Lorenzo Sciascia (um 1643–1694) baut 1676–1678 die Stiftskirche Herrenchiemsee, 1687–1693 die Stiftskirche Weyarn, 1688–1690 die Pfarrkirche Gmund am Tegernsee.
Giovanni de Gabrieli (um 1640–1716), verheiratet mit einer Cousine von Enrico Zuccalli, ist der Vater des Eichstätter Hofbaumeisters Gabriele de Gabrieli (1671–1747).
Giovanni Antonio Viscardi (1645–1713) aus San Vittore, siehe die Biografie in dieser Webseite. Anmerkung für junge Kunsthistoriker: San Vittore ist kein Vorort von Roveredo. Die beiden Pfarrdörfer sind 30 Wegminuten voneinander entfernt und durch den Fluss getrennt. 

[10] Der Louvre wird 1665/67 als neue Königsresidenz geplant, erst Anfang der 1670er-Jahre reift mit dem Ausbau des Jagdschlosses Versailles die Idee zur Verlegung der Residenz nach Versailles. Ein Hinweis des Schwagers Caspare in seinem Bewerbungsschreiben von 1668 auf einen Verwandten, welcher für die neue Residenz des Königs von Frankreich unter den vornehmsten Hauptbaumeistern arbeite, kann sich deshalb nur auf den geplanten Louvre-Neubau von Bernini beziehen. Die Stelle wird seit Paulus (1912) immer falsch mit Versailles ausgelegt.

[11] Die Reise führt über den San Bernardino-Pass nach Chur (22. Januar), Bregenz (4. Februar), Kempten (6. Februar).

[12] Wunscharchitekt von Henriette Adelheid ist der Theatinerpater Guarino Guarini, durch seine Projekte für den savoyardischen Hof in Turin bekannt. Er arbeitet seit 1662 an der Theatinerkirche in Paris und muss für München absagen. Sie beauftragt deshalb im gleichen Jahr Agostino Barelli (1627–1687) aus Bologna für den Neubau. Dieser reist 1663 mit dem im Bauwesen höchst erfahrenen («maestro intendentissimo») Lorenzo Perti an, um sofort mit dem Bau zu beginnen.

[13] Anton von Berchem, 1632–1700, seit 1683 Freiherr. Er ist anfänglich Förderer von Zuccalli, später von Viscardi.

[14] Giovanni Domenico Cristofero Zuccalli († 1702), siehe Stammbaum. Er wird mit unterschiedlichen Bezeichnungen (Domenikus oder Christoferus) in den Quellen vermerkt, die dann von zwei Baumeistern ausgehen.

[15] Die Münchner Akten über den «eheleiblichen Vattern Johann Zuggaly», zitiert in Paulus 1912, belegen den Beruf von Giovanni Zuccalli als Stuckateur. Die 60 Gulden hätten das 2,5-fache des Verdienstes von Johann Schmuzer (1699 in Hofen 6 Gulden pro Woche) betragen, weil die Vergütung des Vaters von Zuccallis nicht für Stuckaturen, sondern für Aufsichtsfunktionen dienen sollte. Erst wenn er Stuckarbeiten im Akkord angenommen hätte, wäre die monatliche Zahlung entfallen. 1676 wird Giovanni Zuccalli ausbezahlt und kehrt nach Roveredo zurück.

[16] 1676 lässt er seinen Baumeister Domenico Cristofero Zuccalli für elf Tage in München einkerkern, weil dieser ihm eine Summe von 525 Gulden nicht nochmals zahlen will, da sie Enrico offensichtlich schon 1675 erhalten hat.

[17] Lorenzo Perti (1624–1692) aus Rovenna.

[18] P. CR Antonio Spinelli (1630–1760) aus Padua, Beichtvater der Kurfürstin, seit 1690 auch Geheimrat. Er inszeniert 1664 in Gegenwart des kurfürstlichen Ehepaares und des ganzen Hofrates seinen grossen Auftritt, in dem er Barelli einen Massfehler gegenüber dem Vorbild Sant'Andrea della Valle in Rom nachweist und ihn vor der Gesellschaft demütigt. Barelli muss die Fundamente neu erstellen und Spinelli übernimmt die Bauleitung.

[19] Siehe dazu den Beitrag Tegernsee in dieser Webseite.

[20] P. CR Ferdinand Maria Zuccalli (1653–1729). Sein Taufname ist nicht überliefert. Ist es vielleicht Giovanni Francesco? Er ist 1710–1712 Propst der Theatiner in München. 1715 mischt er sich mit der in Nürnberg gedruckten Schrift «La Bilancia di Mesolcina» in den im Misox (Mesolcina) wütenden Streit der «Pretisti» gegen die «Fratisti» ein.

[21] Maria Magdalena Margerita Caduff («Zuccallin geborene Carduffin von Marmels» im Totenbuch München 1732). Das Datum der Heirat wird in Zendralli (1958) mit 1684 angegeben. Das Geschlecht Carduff ist in Graubünden unbekannt, aber die «Caduffen von Marmels» nennt auch Leu im helvetischen Lexikon (1756). Das Dorf Marmels oder
Marmorea, später Marmorera, liegt an der romanisch-italienischen Sprachgrenze am Fluss Julia. Es verschwindet 1952 in einem Stausee. Die Geschichte von Paulus (1912), wie Zucalli den (mehrtägigen!) Umweg über das Veltlin, den Malojapass und den Julierpass nimmt, um im Winter 1682 die Ehefrau zu holen, kann als Erfindung abgebucht werden. 

[22] Joseph Clemens Kajetan von Bayern, 1688–1723 Erzbischof und Kurfürst von Köln. Wendet sich wie sein Bruder Max Emanuel von Bayern 1700 Frankreich zu und folgt ihm, vom Reich geächtet, 1704–1714 ins französische Exil. Zu ihm siehe auch die Biografie Antonio Riva in dieser Webseite. Der Kurfürst von Köln hält sich 1690 für den Bau seiner Michaelskirche in Berg am Laim (siehe Werkverzeichnis Zuccalli) in München auf.

[23] Giovanni Andrea Trubillio, auch Trubiglio oder Trubilli († 1721), Maler in Hofdiensten. Herkunft unbekannt, nicht aus Roveredo (Bosls bayrische Biographie, 1983), eher aus Cuneo oder Turin. Fresken in Lustheim und (rekonstruiert) in der Residenz München.

[24] Siehe dazu die Bemerkungen zu Altötting. Giovanni Zuccalli wird als Ministrale (Mitglied der Gemeindeführung, gewählt für jeweils zwei Jahre) von Roveredo bezeichnet. Seine Amtsdauer ist unbekannt. Das bisher in der Literatur genannte Todesjahr 1678 ist wahrscheinlich eine Verwechslung. Der Zunahme Battista für den 1641 bis 1696 erwähnten Stuckateur ist unerheblich und wird vielfach weggelassen.

[25] Vergleiche die Werkliste der Biografie von Antonio Riva in dieser Webseite.

[26] Philipp Zwerger (um 1655–1702) aus Schliersee. Maurerlehre 1670–1673 bei Caspare Zuccalli, 1673–1680 Zeichnerausbildung bei Enrico Zuccalli, dann Maurerpalier am Hof, 1689 Hofmaurermeister.

[27] Marie-Anne de Bavière (1660–1690), die Schwester des Kurfürsten Max Emanuel, heiratet 1680 den Dauphin Louis de France (1661–1711), den einzigen Sohn von Louis XIV.

[28] Zum Leben des Kurfürsten Maximilian II. Emanuel von Bayern siehe die Biografie von Ludwig Hüttl (1990) in der NDB-Onlinefassung, oder vom gleichen Autor die Biografie: Max Emanuel, der blaue Kurfürst (München 1976).

[29] Baumeister sind Lorenzo Perti und Antonio Riva. Stuckateur ist Giovanni Prospero Brenni. Maler sind Johann Anton Gumpp, Kaspar Gottfried Stuber, Johann Andreas Wolf und Giovanni Andrea Trubillio. Alle Ausstattungen sind heute nicht mehr vorhanden.

[30] Siehe dazu die Biografien von Joseph Effner, François Cuvilliés und Johann Baptist Zimmermann in dieser Webseite.

[31] Die Zirkelgebäude sind heute nicht mehr vorhanden.

[32] Das hervorragende Kuppelfresko stellt Mariä Himmelfahrt in einer zum Himmel geöffneten scheinarchitektonischen Umgebung dar. Es ist in Paulus (1912) mit Fotos dokumentiert. Ein Maler wird nicht genannt.

[33] Statthalter wird der bayrische Kurfürst im Glauben, die Spanischen Niederlande durch Erbschaft in seinen Besitz zu bringen. Als sich diese Spekulation zerschlägt, wechselt er 1700 die Seite und will seine Grossmachtsträume mit Unterstützung des französischen Sonnenkönigs verwirklichen. Dem Plan, im Bündnis mit  Frankreich auch noch Österreich zu erobern, wird 1704 durch die Entscheidungsschlacht bei Höchstädt ein jähes Ende gesetzt. Er muss in die Obhut des französischen Königs fliehen, der im Frieden von Baden 1714 die erneute Rückkehr des ihm charakterlich ähnlichen Wittelsbacher Herrschers nach München erreicht.

[34] Die Hinreise nach Brüssel dauert vom 16. April bis zum 5. Mai. Er reist mit Giovanni Andrea Trubillio.Sie bleiben 85 Tage. Die besichtigten Schlösser sind nicht überliefert. Sie dürften der Kavalierstour des Herzogs Eberhard von Württemberg im Jahre 1700 (Biografie in dieser Webseite) entsprechen. Das neueste Schloss dieser Zeit ist Het Loo bei Apeldoorn, 1685–1692 durch Daniel Marot für Wilhelm III. von Nassau-Oranien erbaut. Das heute nicht mehr vorhandene Huis ter Nieuburch in Rijswijk, 1633–1636 von Jacques de la Vallée gebaut, dürfte Zuccalli ebenfalls besucht haben. Die Empfehlungsschreiben des 1693 noch nicht mit Holland verfeindeten Kurfürsten werden ihm die Türen geöffnet haben. Die Studienreise wird aber vor allem dem Kanalbausystem und den Gärten Hollands gegolten haben.

[35] Abreise 9. Juli, Ankunft in Brüssel nach nur acht Tagen.

[36] Die alte Bonner Residenz ist seit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg vollständig zerstört.

[37] Robert de Cotte (1656–1735) , «Premier architecte du Roi» Mitglied der Architekturakademie.

[38] Zuccalli, der mit Antonio Riva ab 1690 in Wien tätig ist (Palais Kaunitz-Liechtenstein), könnte vom dort anwesenden Riva über die neuen Projekte Fischer von Erlachs informiert sein. Über Riva und den in Salzburg tätigen Giovanni Caspare Zuccalli sind ihm auch die Fischer-Projekte in Salzburg bekannt. Zu Johann Bernhard Fischer von Erlach siehe die Biografie in dieser Webseite.

[39] Der zwiespältige Charakter Zuccallis zeigt sich auch bei diesem Einsturz. Er wagt es, die Verantwortung auf den Kurfürsten wegen dessen zeitlicher Ungeduld abzuschieben. Der Kurfürst beruft eine Untersuchungskommission ein, deren Zusammensetzung aussergewöhnlich ist. Es sind die Eichstätter Hofbaumeister Jakob Engel (Giacomo Angelini), sein Bruder Karl Engel (Carlo Angelini) und der in Salzburg tätige Giovanni Caspare Zucalli, alles Landsleute Zuccallis aus Roveredo. Sie stellen fest, dass der Fehler bei ungenügend ausgeführten Fundamenten liege und weisen die Verantwortung Enrico Zuccalli zu. Der Kurfürst lässt es dabei bewenden und trägt Zuccalli nichts nach.

[40] Domenico Martinelli (1650−1719) aus Lucca ist 1694−1698 mit Kaunitz in Den Haag. Er hat ab 1691 die Ausführungsplanung des Stadtpalastes so verändert, dass dieser tatsächlich als sein Werk gelten muss. Martinelli ist für die Zeichnerarbeit und Bauaufsicht mangels praktischer Erfahrung auf den Misoxer Gabriel de Gabrieli angewiesen, der seit 1694 den Bau ausführt. Schon 1705 kehrt Marinelli wieder nach Italien zurück. Zum Ablauf der Baugeschichte und insbesondere des Treppenhauses siehe die Biografie von Gabriele de Gabrieli in dieser Webseite. Die Baugeschichte ist auch in der Online-Publikation in Artisti Italiani in Austria (AIA), Ausgabe 2004 korrekt beschrieben.
Link: http://www.uibk.ac.at/aia/riva_antonio.htm

[41] Max Emanuel von Bayern residiert im Schloss Coudenberg von Brüssel, dem heute verschwundenen Palast der Herzöge von Burgund und des spanischen Kaisers Karl V. Er fühlt sich in der von den Franzosen eroberten Stadt sicher. Coudenberg ist ihm schon aus der Zeit als Statthalter der Spanischen Niederlande bekannt. Im Mai 1706 erobern die alliierten Truppen von Prinz Eugen und Marlborough Brüssel zurück. Die Flucht von Kurfürst und Hofstaat führt nach Mons, das sie 1709 verlassen müssen. Nun flüchten sie nach Frankreich, vorerst nach Compiègne. 1711 kann der Hof in Namur einziehen, aber schon 1712 ist der Kurfürst erneut in Compiègne. Um noch näher an Versailles zu sein, wechselt er 1713 in das Schloss Suresnes an der Seine bei Paris und kauft im gleichen Jahr ein Palais mit Park in Saint-Cloud. An jedem dieser Orte wird mit Bällen, Jagden, Theater- und Opernaufführungen nicht gegeizt. 

[42] Die ungewöhnliche Gebäudeanordnung ist der erst 1330 erfolgten Gründung von Ettal als Ritterstift (mit der Templerregel) zu verdanken, dem ein Benediktinerkonvent angefügt wird. Die Ritterstiftung erlischt schnell, nur das Kloster kann sich behaupten.

[43] Zu den Arbeiten 1744–1752 an der Kuppel und dem Dach siehe die Biografie von Joseph Schmuzer in dieser Webseite.

[44] Am Friedenskongress von Baden unterzeichnen der französische Marschall de Villars als Vertreter von Louis XIV und Prinz Eugen von Savoyen als Vertreter des Kaisers am 7. September 1714 die Einigung über die Rückkehr der Kurfürsten von Bayern und Köln. Der im gleichen Jahr verstorbene Louis XIV ist die treibende Kraft hinter diesem letzten Akt des Spanischen Erbfolgekrieges. Max Emanuel bricht erst im März 1715 von Saint-Cloud auf und zieht am 10. April nachts in München ein.

[45] Zu Germain Boffrand (1667–1754) und Joseph Effner (1687–1745) siehe die Biografien in dieser Webseite.

[46] Ein Ereignis im Hofbauamt macht 1717 Schlagzeilen. An einer Sitzung bezichtigt Zuccalli den Hofkammerrat von Spagern betrügerischer Tätigkeiten, bezeichnet ihn als Schelm und wirft ihm erregt eine Streubüchse an den Kopf. Dieser, nicht viel klüger, greift zum Tintenfass und wirft es Zuccalli nach. Für Zuccalli hat diese Episode keine Konsequenzen, der Kurfürst fordert von den Beteiligten Verständnis für das Temperament seines Hofbaumeisters.

[47] Hier mit dem Vermerk, dass Enrico nicht der Sohn von Giovanni Battista, sondern des Ministralen Giovanni ist.

[48] Hier noch immer mit Catarina Barbieri als Mutter von Enrico.

  Enrico Zuccalli (um 1642–1724)  
  Biografische Daten        
  Geburtsdatum Geburtsort     Land  
  um 1642 Roveredo   Misox, Graubünden CH  
    Land 18.Jh.     Bistum 18.Jh.  
    Freistaat Graubünden   Chur  
  Sterbedatum Sterbeort     Land  
  8. März 1724 München   Bayern D  
    Land 18. Jh.     Bistum 18. Jh.  
    Kurfürstentum Bayern   Freising  
  Kurzbiografie        
 

Enrico Zuccalli prägt 1673 bis 1704 als Hofbaumeister die barocke Bautätigkeit der Wittelsbacher Kurfürsten. Nur wenige seiner Werke sind heute noch erhalten, darunter mit Lustheim, Schleissheim und dem Klosterbau in Ettal die wichtigsten. Auch die Theatinerkirche in München und das Schloss Nymphenburg tragen seine Handschrift, die immer die Schulung bei Bernini verrät. Noch 1715 zieht ihn der aus dem Exil zurückgekehrte Kurfürst für Schleissheim wieder in alter Funktion bei. Zum französisch geschulten, neuen Hofbaumeister Joseph Effner findet der charakterlich nicht unproblematische und immer einsamere Zuccalli aber keinen Zugang. Zwar wird die Schleissheimer Hauptstiege noch nach seinen Entwürfen gebaut, seit 1719 ist er dort nicht mehr aktiv.

    Lustheim  
  bio pdf werkliste     legende  
Lustheim und das gegenüberliegende Neue Schloss Schleissheim sind die wichtigsten Werke von Enrico Zuccalli. Lustheim wird 1684-1688 gebaut, gleichzeitig entstehen unter der Leitung von Zuccalli die Garten- und Wasserbauten von Lustheim und Schleissheim. Das Foto zeigt die Westfassade von Lustheim, gesehen vom Verbindungskanal zu Schleissheim.
Foto 2007 Rado Bahna  in Wikipedia.

Bauwerke und wichtige Planungen von Enrico Zuccalli

Ohne Inspektionstätigkeiten als Hofbaumeister. Ohne Kanalbauten.
Die noch erhaltenen Bauwerke sind gelb hinterlegt.
Die Strassennamen (kursiv) entspechen den heutigen Bezeichnungen.
Zu den alten Münchner Strassennamen siehe Anmerkung [6].

Jahr Ort, Bauwerk [1] Art, Arbeit, BM [2] Beschrieb, Geo-Position[3] Bauherr
1673–
1679
Altötting.
Chorherrenhäuser.
Kapellplatz 4 und
Kapellplatz 8–12
Neubauten. Planung und Oberbauleitung.
BM: Caspare I Zuccalli.
Baubeginn 1674. Fertigstellung von zwei Häusern Kapellplatz 4 und 8–12. Erhalten ist Nr. 4.
48°13'37.83"N, 12°40'35.32"E
Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern.
AltoettingPlatz1674 Die Platzanlage mit der neuen Wallfahrtskirche in Altötting ist das erste Grossprojekt Zuccallis in Bayern. Nur die Chorherrenhäuser im Norden des Platzes werden fertig gestellt. Der Originalplan ist hier genordet dargestellt.
Anklicken!
ZuccalliAltoettingKirche 1674 wird die Wallfahrtskirche zur Schwarzen Muttergottes als grösster Kuppelbau nördlich der Alpen begonnen. Im Chor beherbergt er die alte Rundkapelle. Planquelle: Hauttmann 1921.
1673–
1676
Altötting. Wallfahrtskirche
und Platzgestaltung.
Neubau.
Planung und Oberbauleitung.
BM: Caspare I Zuccalli.
Baubeginn 1674. Einstellung der Arbeiten 1676. Abbruch des Rohbaus noch im 18. Jh. 48°13'34.48"N, 12°40'35.08"E
Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern.
1674–
??
Ingolstadt.
Neues Schloss.
Umbauten.
Planung und Oberbauleitung.
Keine Informationen. (Wiederaufbau 1965–1983).
48°45'53.91"N, 11°25'51.41"E
Kurfürstliches Hofbauamt.
1674–
1678
München.
Schloss Nymphenburg. Hauptbau.
Weiterführung des Neubaus von Agostino Barelli. Oberbauleitung.
BM: Lorenzo Perti.
Änderungen an der Barelli-Planung: Dachveränderung, Treppe, Saalgewölbe.
48° 9'29.70"N, 11°30'11.90"E
Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen.
Theatiner Theatinerkirche:
Fassadenplan der Theatinerkirche München (Stich 1696).
Kuppel und Fassade der Theatinerkirche München sind ein Werk Zuccallis. Zwar ist die Fassade erst 1765 von Cuvilliés vollendet worden, wie aber der Vergleich (anklicken!) zeigt, hat Cuvilliés den Entwurf Zuccallis übernommen.
Nymphenburg Nymphenburg:
Der Stich von Wening 1701 zeigt Nymphenburg nach den Eingriffen Zuccallis 1678 (Entfernung der Zwerchgiebel und Freitreppe).
1674–
1692
München.
Theatinerkloster und Theatinerkirche St. Kajetan.


Weiterführung des Neubaus.
Planung und Oberbauleitung.
BM: Lorenzo Perti.
Planung der Kuppel und der Doppelturm-Fassade.
Hl.-Kreuz-Kapelle (zerstört).
Loreto-Kapelle und Hl. Stiege (zerstört).
48° 8'31.09"N, 11°34'37.70"E
Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen. Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern.
1676
(nach)
München.
Palais Berchem.
Theatinerstrasse 29
Lageplan Palais Nr. 1
Neubau.
Planung und Oberbauleitung.
Zuschreibung.
Das Gebäude ist heute zerstört.

48° 8'28.99"N, 11°34'35.55"E
Geheimrat Anton Freiherr von Berchem.
1676–
1694
München-Obermenzing.
Schloss Blutenburg.
Umbau. Planung? Zuschreibung.
BM: Viscardi.
Vermutlich aber durch Giovanni Antonio Viscardi auch geplant.
48° 9'47.57"N, 11°27'24.50"E
Geheimrat Anton Freiherr von Berchem.
1677–
1678
(um)
Tegernsee.
Benediktinerabtei.
Gesamtkonzept. Zuschreibung
BM: Antonio Riva.
Kirchenumbau und Planung Neubauten von Antonio Riva.
47°42'26.44"N, 11°45'22.56"E
Abt OSB Bernhard Wenzl.
1678
(nach)
München.
Palais von Au.
Herzogspitalstr. 20
Neubau.
Planung.
Zuschreibung.
Abbildung Stridbeck
Das Gebäude ist heute zerstört.

48° 8'16.69"N, 11°34'2.18"E
Freiherr Franz Karl von Au.
1680–
1685
München.
Kurfürstliche Residenz.
Alexanderzimmer
Sommerzimmer.
Wiederaufbau, Umbau nach Brand 1674 in Etappen. Planung und Oberbauleitung.
BM: Perti, Riva.
Zimmerfluchten 1. OG um den Grottenhof (11 Räume) neu gebaut und ausgestattet.
Alle Räume werden nach dem Brand 1729 neu erstellt (Reiche Zimmer).
48°8'26.94"N, 11°34'42.68"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1684–
1688
Lustheim.
Schloss Lustheim.
Oberschleissheim, Hochmutinger Strasse
Neubau. Planung und Oberbauleitung.
BM: Viscardi, Zwerger.
Hauptbau und Flügelbauten mit Renatuskapelle. 48°14'55.27"N, 11°34'33.19"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
Lustheim
Lustheim:
Die Anlage von Lustheim ist in einem Stich von Matthias Disel (um 1710) bereits mit den ab 1695 begonnenen Zirkelgebäude dargestellt.
1685 München-Milbertshofen.
Schwaige St. Georgen.
Stallungen.
Planung, Oberbauleitung. Siehe Stich Michael Wening 1701. Die Gebäudegruppe ist seit dem Weltkrieg nicht mehr vorhanden.
48°11'13.91"N, 11°33'49.35"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1685–
1701
Lustheim.
Garten Lustheim-Schleissheim.
Planung, Oberbauleitung.
Verwirklichung des Gartens nach der Planung Zuccallis nur teilweise.
48°14'55.39"N, 11°33'52.62"E

Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1688
(um)
Austerlitz (Slavkov).
Schloss.
Planung.
Ausführung ab 1696 durch Domenico Martinelli.
Die von Domenico Martinelli neugeplante Anlage übernimmt nur das Konzept Zuccallis.
49° 9'16.76"N, 16°52'30.24"E
Dominik Andreas Graf von Kaunitz.
1688–
1691
Lichtenberg bei Landsberg.
Jagdschloss.
Neubau. Planung.
BM : Antonio Riva.
Das Schloss wird 1806–1809 abgebrochen.
Abbildung in Wening 1701.
48° 9'7.40"N, 10°52'36.06"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1689–
1694
Haimhausen.
Lusthaus (Schloss).
Planung?
Zuschreibung.
Zuschreibung auch an Viscardi
Der siebenachsige Mittelrisalit wird 1747 beidseitig durch François Cuvilliés erweitert.
Abbildung in Wening 1701. 48°18'46.50"N, 11°32'44.80"E
Franz Ferdinand Graf von Haimhausen.
1689–
1691
Wien.
Palais Kaunitz-Liechtenstein.
Bankgasse 9
Planung.
BM: Antonio Riva bis 1694, ab 1694 Gabriele de Gabrieli.
Das Palais 1691 begonnen. 1692 übernimmt Domenico Martinelli die Leitung.
48°12'35.26"N, 16°21'45.44"E
Dominik Andreas Graf von Kaunitz.
KaunitzLiechtensteinPlan 1691 beginnt Antonia Riva nach Plänen von Enrico Zuccalli mit dem Bau des Palais Kaunitz an der heutigen Bankgasse 9 in Wien. 1692 wird Zuccalli durch Domenico Martinelli ersetzt. Ihm wird heute vereinfacht der Bau zugeschrieben, obwohl die Planung Zuccallis (links sein Fassadenplan 1689) mit der Ausführung (links ein Aquarell von 1903) übereinstimmt. KaunitzLiechtenstein
1690–
1701
München.
Kurfürstliche Residenz.
Kaiserzimmer,
Holländisches Kabinett,
Cäcilienkapelle.
Neugestaltungen nach Brand 1674, in Etappen.
Planung und künstlerische Leitung.
Zimmerflucht zum Kaiserhof, Restaurierende Wiederherstellung. Nach 1945 Rekonstruktion als «Steinzimmertrakt». Kapelle und Kabinett zerstört.
48° 8'30.47"N, 11°34'40.99"E

Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1691–
1693
München.
Berg am Laim.
Josephsburg.
Bruderschafts-Kapelle.
Planungen. Oberbauleitung. Kapellenweihe 1693. Die Oval-Kapelle (11,80 x 6,65 Meter) wird nach dem Bau der neuen Kirche von Johann Michael Fischer 1745 abgebrochen.
48° 7'30.28"N, 11°37'49.88"E
Kurfürst von Köln, Joseph Clemens Kajetan von Bayern.
1691–
1697
München.
Kloster der Englischen Fräulein.
Theatinerstrasse, heute «Marienhof»
Neubau.
Planung und Oberbauleitung. Ausführung: Philipp Zwerger.
Siehe Stich Michael Wening 1701. Das Kloster, ehemals an der Weinstrasse, wird nach der Totalzerstörung 1945 eingeebnet.
48° 8'20.20"N, 11°34'33.61"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
EnglischeFraeulein Das Kloster der Englischen Fräulein ist in der Topographie von Michael Wening (1701) überliefert. Seit der Zerstörung 1944 ist an seiner Stelle die Platz-Wüstung mit dem Namen «Marienhof» vorhanden. PalaisWahl Auch das Palais Wahl (Nr. 2 im Plan der Barock-Palais) verschwindet nach dem Zweiten Weltkrieg. Johann Stridbeck hat es 1697 im Stich festgehalten.
1692
(nach)
München.
Palais Wahl. Residenzstrasse 6

Lageplan Palais Nr. 2
Neubau.
Planung und Oberbauleitung.
Grosses Stadtpalais mit Fassade nach Vorbild des Palazzo Farnese. Nach 1945 moderne Überbauung.
48° 8'20.65"N, 11°34'38.14"E
Graf Franz Albrecht von der Wahl.
1692
(nach)
München.
Palais Törring-Seefeld.
Rosental 7
Neubau.
Planung und Oberbauleitung.
Abbildung Stridbeck
Grösster Adelspalast Münchens mit Gartenhof. 1867/68 zerstört.
48° 8'7.15"N, 11°34'30.31"E
Graf Maximilian Kajetan von Törring-Seefeld.
1692–
1694
(um)
Freising.
Bischöfliche Residenz.
Heute Kardinal-Döpfner-Haus.
Umbauten
(innen, unbekannter Umfang). Planung, Oberbauleitung.
Der Kurfürst von Köln ist bis 1695 auch Fürstbischof in Freising. Die Eingriffe Zuccallis sind nicht erhalten. 48°23'54.84"N, 11°44'42.31"E Kurfürst von Köln, Joseph Clemens Kajetan von Bayern.
1693–
1710
München.
Palais Fugger.
Kardinal-Faulhaber-Str. 12
Lageplan Palais Nr. 3
Planung und Oberbauleitung. Nach 1710: Palais Törring. Ab 1731
Palais Portia
.
1731 Überarbeitung durch Cuvilliés. Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Nur die Fassade ist rekonstruiert.
48° 8'25.35"N, 11°34'27.76"E
Graf Paul von Fugger zu Kirchberg und Weissenhorn.
PalaisPortia Palais Fugger:
Zuccalli plant das später Palais Portia genannte Stadthaus für den Grafen Fugger. Es ist heute zerstört, nur noch die Fassade an der heutigen Kardinal-Faulhaber-Str. 12 wird nach dem Zweiten Weltkrieg gerettet. Sie einziger verbliebener Bauteil der vielen Palais-Bauten Zuccallis in München.

Bildquelle: Wikipedia.
PlanPalaisPortia Die Baupläne (1693) sind erhalten. Sie zeigen einen italienisch geprägten Vorläufer der später von Effner und Cuvilliés eingeführten Pariser «Hôtels». Der überhöhte zweigeschossige Mittelteil zur Gasse, wie er im Schnitt noch gezeichnet ist, wird nicht gebaut.
1694
Brüssel
Schloss Coudenberg
Heute: Place Royale
Umbauten. Planung. Leitung. Das Schloss brennt 1731 und wird  1771 eingeebnet. 50°50'32.19"N, 4°21'34.17"E Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1694–
1697
München.
Palais Törring mit Muggenthaler Turm.
Dienerstrasse 12

Lageplan Palais Nr. 4
Neubau. Planung, Oberbauleitung.
BM: Philipp Zwerger.


Abbildung Stridbeck
Zerstört, vor 1912, für die Erweiterung des «Alten Hof»
(Generaldirektion der Zölle).


48° 8'19.09"N, 11°34'39.38"E
Graf Ladislaus von Törring.
1695 Lüttich.
Erzbischöfliche Residenz.
Place Saint Lambert
Neueinrichtungen. Planung. Ausführung durch Antonio Riva 1695–1696. Das «palais des princes-évêques» wird nach einem Brand 1734 erneut umgebaut.
50°38'45.15"N, 5°34'24.53"E

Kurfürst von Köln, Joseph Clemens Kajetan von Bayern.
1695
(ab)
Lustheim.
Zirkelgebäude.
Oberschleissheim, Hochmutinger Strasse
Neubau. Planung, Oberbauleitung.
BM: Philipp Zwerger?
Die halbkreisförmigen Galerien als Platzabschluss im Osten werden schon im 18. Jh. abgebrochen.
48°14'55.27"N, 11°34'33.19"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1695
(nach)
München.
Palais Leonhard Törring und Wessobrunner-Hof.
Kardinal-Faulhaber-Strasse 1
Lageplan Palais Nr.5
Neubau. Planung, Oberbauleitung.
BM: Philipp Zwerger.



Abbruch 1892 zu Gunsten der Königlich Bayrischen Bank.
Abbildung in Stridbeck [4]
1697 siehe unten.


48° 8'27.74"N, 11°34'28.50"E
Graf Leonhard Simpert von Törring-Jettenbach.
ThuerheimTioerring Auf dem Stich von Stridbeck sind gleich zwei, 1892 für die Königlich Bayrische Bank abgebrochene Palais zu sehen. Links (heute Prannerstrasse 2) das Palais Thürheim und anschliessend (heute Kardinal-Faulhaber-Str. 1), das Palais Leonhard Törring mit dem anschliessenden Wessobrunner-Hof. Siehe zur Lage den Plan der Barockpalais. PalaisAltstadtNord
1695–
1696
Bonn.
Kurfürstliche Residenz.
Am Hof 1
Neubau. Planung. Ausführung durch Antonio  Riva 1696–1702. Seit 1818 Universität. Nach der Zerstörung des Vierflügelbaus im Zweiten Weltkrieg wird nur die Gebäudehülle des Südflügels rekonstruiert. 50°44'1.28"N, 7° 6'8.30"E Kurfürst von Köln, Joseph Clemens Kajetan von Bayern.
Bonn Der nach 1945 in der Gebäudehülle rekonstruierte Südflügel der ehemaligen Residenz Bonn ist einziger Zeuge der alten Vierflügelanlage.

Bild: Wikipedia
1696–
1698
Benediktbeuern.
Benediktinerabtei,
Äusserer Klosterhof
Neubau. Planung.
Zuschreibung
BM: M. Hainz, Bichl.
Zuschreibung auch an Giovanni Antonio Viscardi. 47°42'27.99"N, 11°23'51.23"E Abt OSB Magnus Pachinger.
1698
(nach)
München.
Palais Thürheim.
Prannerstrasse 2
(1809: Nr. 226)
Lageplan Palais Nr. 6
Neubau. Planung, Oberbauleitung.
BM: Philipp Zwerger. Stich Stridbeck [5] siehe Leonhard Törring oben.
Abbruch 1892 zu Gunsten der Königlich Bayrischen Bank.
48° 8'27.85"N, 11°34'27.18"E
Graf Georg Sigmund Christoph von Thürheim.
1698–
1699
Morlanwelz-Mariemont.
Château de Mariemont.
Chaussée de Mariemont
Umbau des Jagschlosses. Planung und Bauleitung. Abbruch schon 1754 zugunsten eines Neubaus. Heute nur noch Garten vorhanden.
50°28'6.47"N, 4°13'51.31"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
1700 München- Harlaching.
Gartenschlösschen. Schloss?
Harlachinger Berg
Neubau. Planung, Oberbauleitung
für Gartenschlösschen im Auftrag des Kurfürsten.
Gartenschlösschen im Barockgarten. Abbildung bei Matthias Diesel 1717. Schloss wird 1796 zerstört. Heute nichts mehr vorhanden.
48° 5'43.29"N, 11°33'22.22"E
Baron Marx on Mayr.
1701–
1704
und
1715–
1719
Schleissheim.
Neues Schloss.
Oberschleissheim, Max-Emanuel-Platz
Neubau. Planung (1691–1701), Oberbauleitung.
Bau mit Unterbruch durch den Spanischen Erbfolgekrieg. Nach 1719 durch Joseph Effner weitergeführt. Hauptwerk von Zuccalli.
48°14'55.78"N, 11°33'39.42"E
Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
SchleissheimFassade SchleissheimTreppe
Das Neue Schloss Schleissheim ist das Hauptwerk Zuccallis. 1691 beginnt er mit den Planungen. 1701–1704 und 1715–1719 ist er hier tätig. Den Innenausbau kann er nicht mehr begleiten. Aber noch bis zum Schluss kämpft er für sein grossartiges Treppenhaus.
Bildquellen: Ostansicht Guido Radig in Wikipedia. Treppenhaus Rufus46 in Wikipedia.
1701 Seefeld am Pilsensee.
Gartenschlösschen
Schlosspark
Planung, Oberbauleitung. Galeriegebäude, eingeschossig. Abbildung in Wening 1701. Zerstört.
48° 1'46.85"N, 11°12'11.45"E
Graf Maximilian Kajetan von Törring-Seefeld.
1709–
1715
Ettal.
Benediktinerabtei,
Kloster und Stiftskirche.
Neubauten und Umbauten. Planung und Bauleitung. Gesamtplanung, Neubau des Klosters und Umbau Kirche mit Kirchenkuppel. Fertigstellung nach 1742 durch Joseph Schmuzer. 47°34'10.17"N, 11° 5'37.52"E Abt OSB
Placidus II. Seitz.
Ettal1720 1720 hält der Stecher Gottlieb Heiss die neue Anlage von Ettal fest. Die Kirche erhält nach dem Brand von 1744 ein neues Kupferdach über der schon von Zuccalli gebauten Kuppel. Zu ihr siehe auch die Biographie Joseph Schmuzer.

Rechts:
Die Kirche vom gleichen Standort. Foto Bieri 2009.
Ettal
1717–
1721
Mittenheim.
Franziskanerkloster
Oberschleissheim, Mittenheim 37
Neubau von Kloster und Kirche. Planung, Oberbauleitung. Kirche (Zentralbau) wird 1804 abgebrochen. Klosterflügel stark modernisiert erhalten. 48°15'55.51"N, 11°33'30.37"E Kurfürst Max II. Emanuel von Bayern.
Anmerkungen
[1]  Ort, Bauwerk: Die kursiv geschriebenen Strassenbezeichnungen entsprechen den heutigen Gegebenheiten. Die Bauwerksbezeichnungen entsprechen den Bezeichnungen der Zeit um 1700. Zu den alten Strassennamen Münchens siehe die Tabelle unten.

[2]  Art, Arbeit (BM): Beschreibt die Tätigkeit des Hofbaumeisters Zuccalli und, falls bekannt, den ausführenden Baumeister.

[3] Beim Anklicken der Geo-Position wird eine KML-Datei generiert. Mit ihr kann in Google-Earth die Lage des Objektes betrachtet werden. Download Google-Earth.

[4] [5] Aus: Theatrum Der Vornehmsten Kirchen Clöster Pallaest u: Gebeude in Chur F. Residentz Stadt München. Augspurg Johann Stridbeck Junior fecit et Excudit Cum Gratia et Privilegio Sacrae Caesareae Majestatis. Augsburg: Stridbeck (ca. 1697), Nachdruck 1966 als Mix der Auflage 1697 und einer späteren Ausgabe des Stechers Johann Stridbeck (1665–1714).

[6] München, geänderte Strassennamen zu den in obiger Tabelle angegebenen heutigen Strassenbezeichnungen:
Strassennamen heute Strassennamen alt
Kardinal-Faulhaber-Strasse Pranger-Gasse bis 1803 (1809 Kappler-Bräu-Gasse), ab 1818 Promenadengasse.
Dienerstrasse Dieners-Gasse.
Residenzstrasse Vordere Schwabinger Gasse. Nach Abbruch des Franziskanerklosters 1802 entsteht hier ab 1811 der Max-Joseph-Platz. Der nördliche Teil entlang der Residenz wird zur Residenzstrasse.
Theatinerstrasse Hintere Schwabinger-Gasse.
Prannerstrasse Pranger-Gasse, Pranners-Gasse.
Herzogspitalstrasse Herzog-Spital-Gasse.