Fr. Philipp Plank OFM (um 1660–1720)

Ordensbaumeister der Franziskaner


Philipp Plank (auch Blank geschrieben) wird um 1660 in Kelheim als Sohn eines Maurermeisters geboren und geht bei seinem Vater in die Lehre. Er tritt 1680 in das Franziskanerkloster Ingolstadt ein und wird innert weniger Jahre zum wichtigsten Baumeister der bayerischen Ordensprovinz. Er arbeitet auch für andere Orden. In den Annalen der Franziskanerprovinz wird er als sehr erfahrener und berühmter Baumeister geschildert.
Die meisten seiner Bauwerke sind Neuanlagen von Konventbauten und auch von Brauhäusern, die Auftraggeber sind meistens Klöster. In Straubing baut er zum Franziskanerkloster auch die Schutzengelkirche. Sie ist sein bisher einziges bekanntes und noch erhaltenes Sakralbauwerk. Ungeklärt ist sein Anteil an der Planung und Vorbereitung des Neubaus der Maria-Hilf Kirche in Amberg. Beide Kirchen sind Wandpfeilerhallen ohne Seitenemporen. Die von ihm barockisierte Karmelitenkirche Abensberg und auch die Schutzengelkirche Straubing entbehren der üblichen Stuck- und Freskenausstattung. Er verzichtet bei diesen Kirchen selbst auf Pilaster- oder Gurtbogengliederungen. Dies führt zu ungerechten Beurteilungen mit der Nennung des Ordensbaumeisters als «blossen Handwerker» und der Beurteilung seiner Straubinger Kirche als «künstlerisch unbedeutend und einfallslos».[1] Dass er dies nicht ist, beweisen viele seiner Konvent- und Brauhausbauten. Dazu gehört auch Weltenburg. Die Bauforschungsergebnisse der Restaurierungsphase 1999–2008 führen zudem zum Ergebnis, dass Philipp Plank nicht nur Planer und leitender Baumeister der ganzen Klosteranlage, sondern vermutlich auch des Zentralbaus der Kirche ist.[2] Diese, vielleicht nach 1716 nach Beratung durch Cosmas Damian Asam umgeplant, wird dann ab 1721 von den Brüdern Asam im Innern gestaltet. Der «bedeutendste Barockarchitekt der bayerischen Franziskaner»[3] stirbt 1710 in Freising. Der Nachruf nennt ihn einen frommen, fleissigen Maurer und geschickten, hochangesehenen Architekten.
Pius Bieri 2019

Literatur:

Gürth, P. Alcuin Heribert OSB: Über Wolfgang Dientzenhofer. Dissertation München 1958.
Altmann, Lothar: Abtei Weltenburg an der Donau. Gr. Kunstführer 86. Regensburg 1997.
Egger, Hans Christian: Die Pfarr- und Abteikirche St. Georg in Weltenburg und ihre Baugeschichte. Eine Neuinterpretation. Dissertation Wien 2010.

Anmerkungen:

[1] Gürth, P. Alcuin Heribert OSB: Über Wolfgang Dientzenhofer. Dissertation München 1958.

[2] Arnulf Magerl und Peter Kasperbauer: Ergebnisse der Bauforschung, in Gesamtinstandsetzung Klosterkirche Weltenburg, Landshut 2008. Die Konstruktionshölzer des Kirchendachstuhls werden 1715 eingebaut. «Es ist daher anzunehmen, das Fr. Philipp Plank den Kloster- und Kirchengrundriss nicht nur geplant, sondern den Bau auch ausgeführt und die Dächer eingedeckt hatte».

[3] Lothar Altmann 1997



Werke von Philipp Plank
Nach der Werkliste von Hans Christian Egger 2010

Jahr Ort, Werk Beschrieb Quelle
1690–
1695
Neukirchen beim Heiligen Blut. Franziskanerkloster. Planung. Nur der Turm wird bis 1695 nach den Plänen Planks realisiert. Bavaria Franciscana Antiqua
1640–
1642
Tölz.
Franziskanerkloster.
Neubau des Bräu- und Waschhauses. Bavaria Franciscana Antiqua
1695–
1696
Berchtesgaden. Franziskanerkloster. Planung und Bauaufsicht erste Bauphase. Bavaria Franciscana Antiqua
1696–
1699
Landshut. Franziskanerinnen-Kloster zum Hl. Kreuz. Neubau des Klosters und Einwölbung der romanischen Kirche. Lothar Altmann
(H. C. Egger)
1696–
1698
Amberg. Wallfahrtskirche Maria-Hilf.
Hospizgebäude. 
Planung und Leitung des Hospizneubaus bei der Kirche durch Fr. Philipp Plank.  Alcuin Heribert Gürth
1697–
1698
Amberg.
Wallfahrtskirche Maria-Hilf.
Planung? Der Stadtrat überträgt Fr. Philipp Plank 1697 die Oberaufsicht des Kirchenneubaus. Baumeister der Kirche ist 1698–1703 Georg Peimbl. Alcuin Heribert Gürth
1701–
1712
Geisenfeld.
Benediktinerinnenabtei.
Neubau der Klostergebäude nach Plänen von Fr. Philipp Plank. Originalpläne im BHStA. Hugo Schnell
1702–
1707
Straubing.
Franziskanerkloster und Schutzengelkirche
Neubau der Klostergebäude und der Schutzengelkirche durch Fr. Philipp Plank. Alfons Huber, Straubing
1702–
1722
Mittenheim bei Schleissheim.
Franziskanerkloster.
Kloster und Kirche werden 1717–1721 durch Enrico Zuccalli gebaut. Beizug Fr. Philipp Plank 1702 für Planung bei der Gründung 1702? H. C. Egger (Ordensprovinz)
1710–
1711
Abensberg. Karmelitenkirche. Barockisierung der Kirche des 14. Jahrhunderts. Einzug eines Stichkappengewölbes. Felix Mader
KDM VII 1922
1710 Ingolstadt. Franziskanerinnen-Kloster Gnadenthal. Umbauarbeiten unter Leitung von Fr. Philipp Plank. Bavaria Franciscana Antiqua
1711 Eichstätt.
Benediktinerinnenabtei
St. Walburg.
Arbeiten unter Leitung von Fr. Philipp Plank. (Kastengebäude?) H. C. Egger
(Ordensprovinz)
1711–
1714
Freystadt.
Franziskanerkloster bei der Wallfahrtskirche Maria Hilf.
Bau des Klosters und der Klosterkirche (mit Gangverbindung zur Wallfahrtskirche). Zum Bau siehe «Freystadt, Maria Hilf» in dieser Webseite. Kirchen-Neubau durch Giovanni Antonio Viscardi. Georg Hager
KDM XVII 1909
1709–
1721
Weltenburg. Benediktinerabtei. Planung und Leitung des Klosterneubaus bis um 1718. Planungen 1709–1714. Baubeginn 1714. Fertigstellung Konventflügel 1716, Kirche 1718. Innen ab 1721 durch die Brüder Asam, wobei der Umfang ihrer Intervention umstritten ist. Dokumentation der Restaurierung 2008.

 

  Fr. Philipp Plank OFM (um 1660–1720)  
  Biografische Daten        
  Geburtsdatum Geburtsort     Land  
  um 1660 Kelheim   Bayern D  
    Land 18.Jh.     Bistum 18.Jh.  
    Kurfüstentum Bayern   Regensburg  
  Sterbedatum Sterbeort     Land  
  1710 Freising   Bayern D  
    Land 18. Jh.     Bistum 18. Jh.  
    Kurfürstentum Bayern   Freising  
  Kurzbiografie        
  Philipp Plank ist Ordensbaumeister der bayerischen Franziskaner und in dieser Eigenschaft zwischen 1690 und 1720 Planer und Leiter vieler Konventbauten und von Kirchen, vor allem in den Bistümern Eichstätt, Freising und Regensburg. Er ist auch gesuchter Baumeister für den Bau von Brauhäusern. Seine wenigen Sakralbauten entbehren der üblichen Stuck- und Freskenausstattung. Wegen ihrer franziskanischen Einfachheit wird er als Kirchenbauer unterschätzt. Bei seinem wichtigsten Werk, der Klosteranlage von Weltenburg, baut er bis 1716 auch die Kirche. Dass er sie schon weitgehend als Zentralbau erstellt haben könnte, trauen die meisten Kunsthistoriker dem «Handwerker» aus dem Bettelorden nicht zu.     PlnkWeltenburg  
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Das Kloster Weltenburg in einer Luftaufnahme. Die Anlage ist 1714–1724 vollständig entsprechend einer schon 1709 vorliegenden Planung des Franziskaner-Ordensbaumeisters Fr. Philipp Plank ausgeführt worden.
Foto: (2007): CC-by-nc-sa/2.0 by oscailte (flickr.com).