Franz Georg Hermann (1692–1768)

«Hochfürstlich Kemptischer Hof und Cabinet Mahler»[1]

Herkunft
Als erstgeborener Sohn des Hofmalers Franz Benedikt Hermann (1664–1755) und seiner Ehefrau Catharina Rosa Kohler wird Franz Georg am 29. Dezember 1692 in Kempten geboren. Sein Vater ist Hofmaler des Fürstabtes von Kempten und hat diese privilegierte Stellung von Franz Hermann (1640–1689), dem Grossvater von Franz Georg übernommen. Sie schreiben sich meist Herrmann, manchmal auch Hermann oder Hörman.[2]

Ausbildung und Familie
Franz Georg geht bei seinem Vater in die Lehre. Anschliessend wird ihm aus familiären Kreisen ein Romaufenthalt vermittelt.[3] Er hält sich ab 1710 mehrere Jahre in Rom auf, soll dort Schüler von Sebastiano Conca sein und ist an der Accademia di San Luca eingetragen.[4] 1713 wird ihm ein erster Preis der zweiten Malklasse für eine kolorierte Federzeichnung mit dem Thema «Il miracolo di S. Andrea Avellino» zugesprochen.[5] Im gleichen Wettbewerb erhält Cosmas Damian Asam den ersten Preis der ersten Malklasse. Der schwäbische und der bayrische Maler müssen sich also gut gekannt haben.
Spätestens 1718 ist Franz Georg wieder in der Heimat. Er heiratet in diesem Jahr Maria Barbara Felblinger, eine Schneiderstochter aus Leupolz bei Kempten. Vielleicht heiratet er später ein zweites Mal, denn 1766 nennt er seine Ehefrau Maria Barbara geborene Schmeting.[6] Er hat sieben überlebende Kinder. Zwei Söhne, der 1723 in Ettal geborene Franz Ludwig[7] und der 1738 geborene Franz Joseph setzen die Familientradition fort. Während der ältere Sohn Hofmaler in Konstanz wird, erbt der jüngere den Kemptener Hofmaler-Titel vom Vater. Auch die Tochter Maria Theresia, um 1725 geboren, ist künstlerisch tätig und wirkt im Familienbetrieb mit.[8]
1735 baut sich Franz Georg Hermann ein Wohnhaus ausserhalb des Stiftsbezirkes an der Strasse nach Memmingen. Das Haus ist noch erhalten, die vielen Fassaden-und Deckenmalereien sind aber zerstört.[9]

Maler in schwäbischen Abteien 1719–1729
1717 ist der Vater Franz Benedikt im Neubau der Benediktinerabtei Ottobeuren tätig. Er malt dort ein Kaminbild im Audienzzimmer und zwei der 112 Ölgemälde im Kreuzgang.[10] Hier wird auch Franz Georg zum ersten Mal erwähnt. Im Vorplatz der Sommerabtei im zweiten Obergeschoss sind seine 1719 erstellten Deckengemälde erhalten. Auch die Ausmalung der Ofennische im Empfangssaal stammt von ihm.
1720 arbeitet er im Benediktinerkloster St. Mang in Füssen. Nach dem Tod des Klosterarchitekten Herkomer,[11] der als Maler mit seinen 1709 geschaffenen Fresken der Stiftskirche eine Vorreiterrolle in der illusionistischen Deckenmalerei Süddeutschlands einnimmt, ist in St. Mang eine Lücke vorhanden. Die Beziehungen von Füssen zu Ottobeuren sind sehr eng.[12] Mit Hermann kommt aus Ottobeuren auch der Stuckateurtrupp Maini für den neuen Festsaal nach Füssen. Der inzwischen 28-jährige Hermann löst in Füssen den Venezianer Francesco Bernardini ab.[13] Hermann malt vorerst im Langhaus der Stiftskirche alle Decken- und Wandbilder, darunter die zwei grossen Kuppelgemälde im Langhaus und zwei Flachgemälde über der Empore.[14] Nur die Scheitelfresken in den Quertonnen sind zu diesem Zeitpunkt von Bernardini schon erstellt. Anschliessend malt Hermann im neuen Festsaal, der gleichzeitig von Maini stuckiert wird, alle Deckenbilder.[15] Die Arbeiten in Kirche und Festsaal werden im Juli 1722 mit 1300 Gulden abgerechnet. Zur gleichen Zeit ist der Venezianer Antonio Pellegrini[16] für die Äbte von Füssen und von Ettal tätig. Er malt Altarblätter. Die beiden Künstler kommen in Kontakt. Von Januar bis Juni 1722 reist Hermann mit Pellegrini nach Venedig.[17] 1723 sind die beiden Maler auch in Ettal tätig. Hermann malt hier «oleo sub muru», also nicht «al fresco», sondern Öl auf Putzgrund und erstellt auch 30 Gemälde auf Leinwand. Der spätere Klosterbrand vernichtet die Werke dieser Periode in der bayrischen Benediktinerabtei. 1727 ist er in der Kirche St. Peter und Paul bei der Kartause Buxheim tätig. Hier arbeitet Dominikus Zimmermann als Baumeister und Stuckateur. In den gleichen Jahren, 1727–1729, kann Hermann die barockisierten Gewölbe der Augustinerkirche von Memmingen ausmalen.[18] 1729 ist er in der Prämonstratenserabtei Weissenau tätig. Im Festsaal des Westflügels ist ein grosses, auf die Wand gemaltes Gemälde in Öltempera erhalten.[19]

Hofmaler in Kempten
Fürstabt Anselm Reichlin von Meldegg,[20] der seit 1728 in Kempten regiert, ernennt ihn zum Hofmaler. 1730 beginnt er mit dem Umbau der Abteiräume in der Residenz Kempten.[21] Fürstabt Anselm zieht für die Ausstattung erstklassige Künstler zu. Die Ausführung leitet der «Hochfürstl. Stifft Konventsch. Cabinetsmaler und Oberbaudirector» Franz Georg Hermann, der ab 1732 auch die meisten Decken- und Wandmalereien erstellt. Fürstensaal und  Abteiwohnung sind 1735 erstellt.[22] 1742–1744 folgt auch der Festsaal.[23] 1741 malt er die Deckengemälde im Festsaal und im Treppenhaus des Ponikauhauses, dem Wohnhaus eines städtischen Patriziers in Kempten.
Hermann malt diese Deckenbilder nicht als Fresko, sondern als Seccomalerei in Öl auf trockenen Putzgrund.
Als Hofmaler der Fürstabtei Kempten fliessen ihm jetzt auch Aufträge von Deckengemälden in weiteren Kirchen der Herrschaft und des Bistums Augsburg zu. Auch als Maler von Altarblättern ist er gesucht.

Münsterschwarzach 1736–1738
1736 präsentiert Hermann dem Würzburger Hofbaumeister Balthasar Neumann Entwürfe für die Ausmalung der neuen Klosterkirche von Münsterschwarzach. Neumann äussert sich wohlwollend, bevorzugt aber insgeheim den Münchner Hofmaler Nikolaus Stuber,[24] mit dem er im Neumünster von Würzburg zusammenarbeitet. Hermann malt im Herbst ein Probe-Deckengemälde. Es ist, wie bei ihm die Regel, in Öl gemalt. Neumann und auch der Würzburger Fürstbischof können diese Maltechnik nicht akzeptieren und wehren sich in der Folge für Stuber. Trotzdem erhält Hermann vom Abt den Auftrag, bis zum Frühjahr 1737 ein Modello[25] für die Kuppelbemalung zu liefern. Fürstbischof Friederich Carl von Schönborn, von Neumann orientiert, nimmt nun direkten Einfluss auf den Abt von Münsterschwarzach und setzt durch, dass der junge Johann Evangelist Holzer[26] mit berücksichtigt wird. Im Juni 1737 schliesst der Abt deshalb den Vertrag für die Ausmalung der Kuppel mit beiden Malern. Es wird nach dem Entwurf Holzers gearbeitet.[27] Nach Beginn der Arbeiten im Frühsommer 1738 verlässt Hermann Münsterschwarzach fluchtartig.[28] In seinem Reisegepäck befindet sich auch das «Modello» Holzers, wie der grosse in Öl auf Leinwand gemalte Entwurf genannt wird. Erst nachdem der Würzburger Fürstbischof beim Fürstabt in Kempten interveniert, lässt Hermann das Modello an Holzer zurückgeben.[29] Nach Münsterschwarzach kehrt er nicht mehr zurück.

Mehrerau
Zurück in Kempten, kann er 1741–1745 die oben erwähnten grossen Arbeiten im Ponikauhaus und im Festsaal der Residenz erstellen. In den gleichen Zeitraum fallen die Ausmalungen der Kirchen von Heiligkreuz und Stöttwang. Wichtiger als diese Kirchen ist aber der grosse Auftrag für die Decken- und Altarbilder der Benediktiner-Abteikirche von Mehrerau bei Bregenz. Hier arbeitet er in der neuen Barockkirche 1742–1743. Der Akkord für die Deckengemälde und die Blätter des Hochaltars lautet auf 2000 Gulden. Diese heute zerstörte Arbeit in Mehrerau wird damit fast doppelt so hoch wie die Decken- und Wandgemälde in der Stiftskirche St. Mang in Füssen, und besser als die spätere Bibliothek in Schussenried entschädigt. 1747 folgen die Seitenaltarblätter, für die aber kein Akkord vorhanden ist.[30] Die Kirche von Johann Michael Beer von Bildstein wird 1808 von den bayrischen Besatzungsbehörden gesprengt, nur einige Seitenaltäre und ihre Blätter sind dank einer Neuaufstellung in anderen Kirchen noch erhalten. So ist der Benediktsaltar des Querschiffes heute Hochaltar in Untereggen bei St. Gallen.

Maria Steinbach und Schussenried
1751 wird Hermann vom Abt der Prämonstratenserabtei Rot an der Rot für die Deckengemälde der Wallfahrtskirche Maria Steinbach an der Iller verpflichtet. Stuckateur ist, wie in der Residenz Kempten, Johann Georg Üblher. Hermann arbeitet hier bis 1753 am eindrücklichen und umfangreichen Bildprogramm.[31] Maria Steinbach ist nach Mehrerau der grösste Auftrag Hermanns in einem sakralen Bauwerk. Er kann in der neuen Kirche das grosse Gemälde im Muldengewölbe des Langhauses, die Deckengemälde im Eingangsbereich Chor, die Flachkuppel im Chor, die Mirakelbilder unter den Seitenemporen, die Bilderreihe in den Wandpfeilertonnen und die zugehörigen Kartuschenbilder malen. Insgesamt sind es zusätzlich zu den drei Hauptgemälden über Langhaus und Chor nochmals 22 Deckengemälde und 14 Kartuschen- und Zwickelbilder. Auffallend ist die gemalte Scheinkuppel im Chor, die sich in ihrer architektonisch strengen Quadraturmalerei von den Rokokomalereien im Langhaus absetzt, zwar einzigartig im Werk von Franz Georg Hermann, nicht aber im Werk seines Sohnes Franz Ludwig.[32]
Im Juli 1755 schliesst Franz Georg Hermann den Vertrag für das Deckengemälde im Bibliotheksaal der Prämonstratenserabtei Schussenried.[33] An der Ausmalung dieses grossen Saals beginnt er noch im gleichen Jahr und malt die Decke bis Ende September «nit gar zur Hälfte». 1756 ist wegen der Abtwahl im März Stillstand aller Arbeiten. Neuer Abt wird der vorherige Prior und Mitplaner Nikolaus Cloos. Von diesem stammt mit grösster Wahrscheinlichkeit auch das ikonographische Programm der Ausmalung, das die Grundlage des Meisterwerkes ist. Hermann vollendet den Saal 1757. «Der Bibliotheksaal ist der schönste, den wir auf unserer Reise gesehen haben. Er ist etwa so gross wie der unsrige, hat aber nur einen einzigen Plafond, von Hermann d. Ä. in Fresko gemalt; man kann aber fast nicht klug werden, was diese Malerei vorstellen soll» schreibt der St. Galler Bibliothekar P. Nepomuk Hautinger, der 1784 süddeutsche Bibliotheken besucht.
Nach diesem späten Hauptwerk, an dem wieder sein Sohn beteiligt ist, zieht sich Hermann aus der arbeitsintensiven und ortsgebundenen Deckenmalerei zurück.
Er fertigt noch Staffeleibilder und Altarblätter. Das letzte Altarblatt liefert er 1767 in die Zisterzienserinnen-Klosterkirche Wald.
Er stirbt am 25. November 1768 im Alter von 76 Jahren in Kempten.

Das Selbstporträt von 1767
Franz Georg Hermann malt 1767 ein Selbstbildnis im 75. Altersjahr.[34] Er porträtiert sich sitzend, den Kopf dem Betrachter zugewandt und ihn etwas distanziert anblickend. Haltung und Kleidung würden keinen Künstler vermuten lassen. Hermann präsentiert sich als Mitglied der Oberschicht und drückt dies mit der Kleidung aus. Er trägt einen roten Justeaucorps mit höfisch bestickter Weste. Die Haarbeutelperücke folgt der Rokokomode. Erst die Attribute lassen auf einen Maler schliessen. In der rechten Hand hält er locker den Zeichenstift, in der Linken die Zeichnung einer Quellnymphe. Auf einem Regal mit Folianten fällt eine helle Statuengruppe auf, darunter eine verkleinerten Kopie des Raubes der Sabinerinnen. Damit verweist er auf seine römischen Erfahrungen. Das Bild auf der Staffelei im Hintergrund zeigt eine mythologischen Szene. Damit rundet er den Eindruck eines erfahrenen Künstlers am Ende des Rokoko ab. Erst auf den zweiten Blick fallen weitere, kulturhistorisch interessante Details auf. So das von zwei Medaillen beschwerte Schriftstück auf dem Konsoltisch im Bild rechts unten. Hermann verweist hier auf die Auszeichnung für den ersten Preis in der zweiten Malklasse der Academia di San Luca. Noch 54 Jahre nach der römischen Ehrung zeigt er seinen Stolz über diesen Erfolg. Ein weiterer Hinweis ist in den Folianten links unter der Statuengruppe enthalten. Hier zeigt er zwei für ihn wichtige Werke. Links steht das Buch über die Bildersprache von Cesare Ripa (Iconologia die Cesare Ripa perugino, Siena 1613) und daneben das Werk des Vincenzo Cartari mit den Darstellungen der antiken Götter (Seconda Novissima Editione Delle Imagini De Gli Dei Delli Antichi Di Vicenzo Cartari Reggiano, Padua, 1626). Es lohnt sich, in den Faksimileausgaben dieser beiden Werke zu blättern (Internetadressen siehe unten!). Besser kann nicht dargestellt werden, wie noch am Ende des Barocks die frühen Anfänge eine Inspirationsquelle sind.

Wirkungskreis
Franz Georg Hermann ist ein schwäbischer Maler. Alle grösseren Werke malt er für Abteien des Bistums Konstanz, nur wenige östlich der Iller im Bistum Augsburg, und hier meist im Fürststift Füssen oder für die Abtei Ottobeuren. Die Arbeit im entfernten Münsterschwarzach bildet eine grosse Ausnahme, wie auch die drei Arbeiten für Klöster in Kurbayern. Etwas herablassend urteilt deshalb Gerhard Woeckel (1969): «Obwohl seinen Werken anzusehen ist, dass sie abseits den Zentren grosser Kunst entstanden sind, kann man Hermann ein liebenswürdiges Erzählertalent ebenso wenig absprechen wie eine ausgesprochen dekorative Gestaltungskraft». Zwar leben seine Deckenbilder auch von diesen Eigenschaften. Er verdient aber doch mehr Beachtung. Das um 1733/34 erstellte Deckengemälde im Schlafzimmer des Fürstabtes von Kempten zeigt ihn als einen der ersten süddeutschen Rokokomaler. Er beweist dies auch in der Kirche von Markt Oberdorf (1735). Seine von venezianischen Rokokomalern geprägte Bildkomposition mit der starken Untersicht, dem «di sotto in sù», der Bildaufbau mit der terrestrischen Randzone und dem geöffneten Himmel, die immer präzis dargestellten Figuren – alles ist schon vor 1740 ausgeprägt vorhanden. Hermann erreicht aber weder die Virtuosität eines Johann Baptist Zimmermanns noch die Gestaltungskraft eines Paul Trogers oder eines Johann Georg Bergmüllers, und schon bald haben ihn auch Franz Joseph Spiegler und Johann Zick überrundet. Zum gleichen Zeitpunkt drängt eine neue Generation hervorragender Künstler wie Günther, Götz, Zeiller oder Holzer nach. Hermann stellt dies in Münsterschwarzach fest. An seinem eingeschlagenen Weg hält er aber unbeirrbar fest und beweist in Maria Steinbach und in Schussenried noch einmal sein Erzählertalent.

Zur Maltechnik Franz Georg Hermanns
Kein Kunsthistoriker würde die Decken- und Kuppelgemälde des Konstanzers Jacob Carl Stauder als Fresken bezeichnen. Er malt in Öl auf trockenen Putzgrund. Von Franz Georg Hermann wissen wir, dass er schon in Ottobeuren, dann in Ettal, und umfangreich in der Residenz Füssen seine Deckengemälde ebenfalls in Öl auf trockenen Grund malt. Auch in Maria Steinbach ist sein grosses Hauptgemälde im Langhaus kein Fresko. Trotzdem sind diese Deckengemälde in der unten zitierten Literatur ausschliesslich als Deckenfresken aufgeführt.
Seine Maltechnik soll Hermann, um wieder die Biografen zu zitieren, von Jacob Carl Stauder übernommen haben, mit dem er in Wessobrunn zusammengearbeitet haben soll.[35] Weniger unwahrscheinlich, und aus seiner engen Zusammenarbeit mit Pellegrini auch nachvollziehbar, ist eine Beeinflussung durch den venezianischen Schnellmaler anzunehmen.[36]
Obwohl diese Seccomalereien in Öl künstlerisch gleichwertig mit einem Fresko sind, und teilweise sogar Effekte erreichen, die mit dem «fresco buono» nicht erreichbar wären, haben sie doch einen gewichtigen Nachteil. Je können sich nicht mit dem Malgrund verbinden, behindern den Feuchteaustausch und altern deshalb schlechter. Vergilbungen und schnelles Abdunkeln ist fast zwangsläufig mit dieser Maltechnik verbunden.
Als Balthasar Neumann in Münsterschwarzach von der Öl-Maltechnik Hermanns erfährt, ist er entsetzt, denn alle grossen Maler des 18. Jahrhunderts wenden in Sakralräumen trotz hohem Mehraufwand und trotz gesundheitlicher Mehrbelastung die reine und bedeutend haltbarere Kalkfarbenmalerei an.
Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Bezeichnung Deckenfresken konsequent nur für sichere Kalkfarben-Aufträge verwendet würde. Die Bezeichnung Fresko gilt ja selbst dann, wenn nachträgliche Schattierungen und Umrisse als Seccomalerei ausgeführt werden.
Bei Franz Georg Hermann ist dies den meisten Arbeiten nach der Zusammenarbeit mit Pellegrini 1722 nicht mehr der Fall. Deshalb verzichte ich hier bei allen seinen Deckenmalereien auf mineralischen Untergrund auf das Wort Fresko.
Pius Bieri 2015

Benutzte Literatur:
Lieb, Norbert: Rokoko in der Residenz von Kempten, Kempten 1958.
Böhm-Lemperle, Cordula: Franz Georg Hermann. Der Deckenmaler des Allgäus im 18. Jahrhundert. Diss. München 1968.
Woeckel, Gerhard: Hermann, Franz Georg, in Neue Deutsche Biographie. 1969.
Schneider, Erich: Die barocke Benediktinerabteikirche Münsterschwarzach, Neustadt an der Aisch 1984.
Bauer, Hermann: Franz Georg Hermann 1692–1768. Festschrift. Kempten 1992.
Beck, Otto: Oberschwäbische Barockstrasse, Regensburg 1997.
Bauer, Hermann: Barocke Deckenmalerei in Süddeutschland, München und Berlin 2000.
Wolf, Fabian: Maria Steinbach. Studien zum Bildprogramm einer spätbarocken Wallfahrtskirche. Dissertation Freiburg 2008.

Links zu den im Selbstbildnis 1767 dargestellten Werken:
http://www.arthistoricum.net/themen/portale/gkg/quellen/ripa/
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cartari1626/0042

 

Anmerkungen:
[1] Unterschrift auf Selbstbildnis: «Franz Georg Hermann Aetatis suæ 74 Hochfürstlich Kemptischer Hof und Cabinet Mahler Pinxit anno 1767».

[2] Die Schreibweise Hermann ist heute für Franz Georg Hermann üblich. Er signiert derart die meisten Werke, wechselt aber später zu Herrmann. Der Annenaltar in Maria Steinbach ist mit «Frz. Gg. Herrmann i. J. 1756» signiert. Im Deckengemälde von Schussenried signiert er «Fr(r)anz Georg Herrmann, invenit et pinxit Anno 1757». Der Sohn Franz Ludwig nennt sich «Herrmann» und wird deshalb in der schweizerischen Kunstgeschichte auch so geschrieben.

[3] Es sind unterschiedliche Aussagen zur Finanzierung des Romaufenthaltes vorhanden, obwohl ein Bekannter Hermanns, der Münchner Bibliothekar Andreas Felix von Oefele, schon 1723 in seinen Notizen den Dekan von Grönenbach benennt. Demnach ist Johann Georg Kohler von Dillingen, geboren 1660, Dekan in Grönenbach 1693–1719, ein Onkel von Franz Georg Hermann, der Hauptsponsor.

[4] Sebastiano Conca (1680–1764) aus Neapel ist seit 1707 in Rom, wird aber erst 1729–1732 Prinzipal der «Accademia die San Luca». Leiter und Prinzipal der Akademie ist seit 1699 Carlo Maratti (1625–1713, auch unter Maratta bekannt) geleitet. 1714–1719 leitet sie Charles-François Poërson (1653–1725). Zu Zeit des Studiums von Franz Georg Hermann ist Sebastiano Conca freischaffender Maler.

[5] Er ist als «Francesco Herman di Svevia» aufgeführt. Hermann selbst weist in seinem Selbstporträt von 1767 auf den Preis hin. Im Bild rechts unten liegen auf einem Tischchen ein beschriebenes Blatt und zwei Medaillen. Leider wird die Jahreszahl in der Literatur mit 1712 interpretiert, obwohl auf den Medaillen die richtige Jahreszahl gemalt ist.

[6] Das Gemälde ist rechts unten bezeichnet mit «Maria Barbara Herrmannin geborene Schmetingin, Aetati su 66 Anno, De picta Anno Domini 1766», ihr Geburtsjahr beträgt demnach 1700. Die Übereinstimmung des Vornamens und auch mit dem wahrscheinlichen Geburtsjahr der ersten Ehefrau macht aber stutzig.

[7] Franz Ludwig Hermann oder Herrmann (1723–1791), siehe Biographie in dieser Webseite.

[8] Von ihr sind Werke in der Stiftskirche Lindau (Auszug des Hochaltars, 1754) und in der Klosterkirche Holzen (Altarblatt eines Kapellenaltars, 1780) bekannt.

[9] Daneben lässt er die sogenannte Besenkapelle erstellen. Das Wohnhaus  Hermanns an der Memminger Strasse 57 wird später katholisches Waisenhaus.

[10] Das spätere Altarblatt in der Benediktuskapelle (1734) wird dem Vater zugeschrieben.

[11] Johann Jakob Herkomer (1652–1717), siehe Biografie in dieser Webseite.

[12] Die Äbte von Füssen und Ottobeuren stehen wegen ihrer Bauvorhaben im Dauerkontakt. Dies gilt auch für den  Füssener Klosterbaumeister Johann Jakob Herkomer und den Planer von Ottobeuren, Pater Christoph Vogt.

[13] Francesco Bernardini (1695–1762) aus Verona, seit 1722 in Mannheim.

[14] Die Fresken in den Chor- und Querhauskuppeln malt Herkomer 1709.

[15] Der Festsaal wird heute als Kaisersaal bezeichnet.

[16] Giovanni Antonio Pellegrini (1675–1741) aus Venedig, liefert 1721 (Rosenkranzspende an die hll. Dominikus und Katharina) und 1722 (Totenerweckung durch den hl. Ulrich) Altarblätter für die Stiftskirche Füssen. 1722 liefert er auch für Ettal ein Altarblatt (hl. Katharina), das 1744 verbrennt.

[17] Die wiederholt zitierte Bezahlung der Reise durch den Füssener Abt ist Legende.

[18] Die Barockisierung wird 1865 rückgängig gemacht und damit die Arbeiten Hermanns zerstört. Technik: «sub humidum», also Fresko.

[19] «Paulus vor dem Areopag». Zur Maltechnik Hermanns siehe das Schlusskapitel.

[20] Zu Fürstabt Anselm Reichlin von Meldegg siehe die Biographie in dieser Webseite.

[21] Zum Umbau der Residenz Kempten 1730–1748 siehe den Werkbeschrieb in dieser Webseite.

[22] Den Régence-Stuck schaffen die Wessobrunner Johann Schütz und Abraham Bader, vielleicht auch der Tessiner Giovanni Battista Pedrozzi.

[23] Heute «Thronsaal». Rokokostuck von Johann Georg Üblher und Bildhauerarbeiten von Aegid Verhelst d. Ä.

[24] Nikolaus Gottfried Stuber (1688–1749), von München, seit 1716 Hofmaler, malt mit Johann Baptist Zimmermann in Schleissheim und freskiert 1736 die Kuppel der Stiftskirche Neumünster in Würzburg.

[25] Zum Unterschied von Modello (zweidimensionaler Freskenentwurf) und Modell (dreidimensionaler Gebäudeentwurf ) siehe Glossar auf dieser Webseite. Ein Modello Hermanns ist nicht erhalten. Es ist auch nicht bekannt, ob er es abgeliefert hat. Die Entwürfe können gross sein. Das Modello Holzers für Münsterschwarzach ist 110 cm breit.

[26] Johann Evangelist Holzer (1709–1740) aus Burgeis im Südtirol ist Schüler von Johann Georg Bergmüller (siehe Biografie auf dieser Webseite). Er wird 1737 fürstbischöflich-eichstättischer Hofmaler. Sein Hauptwerk sind die Arbeiten in Münsterschwarzach 1737–1740. Zu Münsterschwarzach siehe den Werkbeschrieb auf dieser Webseite.

[27] Das Kuppelgemälde ist heute nur noch im Entwurf Holzers, dem sogenannten Modello, und in vielen Nachzeichnungen und Stichen überliefert. Die Reaktion Neumanns auf das Probestück Hermanns in Öl (1736) und die noch bestehenden Fresken von Holzer lassen auf ein «fresco buono» schliessen.

[28] Der Grund ist sicher verletzter Stolz, aber auch ein Streit mit Holzer wegen des Honorars. Er ist gemäss zeitgenössischen Aussagen mit der zweiten Ehefrau in Münsterschwarzach, was angesichts des 1737 in Kempten geborenen Jakob Adalbert doch eher unwahrscheinlich ist.

[29] Der Nachlass Holzers geht 1740 an den Augsburger Maler Matthäus Günther, der ebenfalls in Münsterschwarzach arbeitet und 1761–1763 das Kuppelfresko in Rott am Inn nach dem Vorbild der Münsterschwarzacher Kuppel erstellt. Das Modello von 1737 ist heute in den städtischen Kunstsammlungen Augsburg ausgestellt. Eine zeitgenössische Kopie, vielleicht von einem Schüler Günthers gemalt, befindet sich im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Dieses Bild soll nach Böhm (1968) und Bauer (1992) das von Hermann entwendete Original sein, welches noch der Sohn Franz Ludwig für die Fresken in Kreuzlingen benutzt habe. Wie es dann nach Nürnberg gelangt, wird nicht hinterfragt. Und dass die Bitte des Fürstbischofs an den Fürstabt, an Hermann den «nachdrückliche Befehl» zur Rückgabe zu erteilen, 1738 nicht befolgt wird, kann ausgeschlossen werden. Tatsächlich befindet sich das Original seit 1739 wieder im Besitz Holzers.

[30] Die Zuschreibung der wenigen noch erhaltenen Seitenaltarblätter an Hermann wird von Cordula Böhm-Lemperle (1968) wegen einer «durchwegs geringen» Qualität bestritten.

[31] Zum Bildprogramm ist die interessante und ausführliche Online-Dokumentation von Fabian Wolf: Maria Steinbach – Studien zum Bildprogramm einer spätbarocken Wallfahrtskirche, Masterarbeit 2008, abrufbar unter
https://www.freidok.uni-freiburg.de/data/6599.

[32] Franz Ludwig arbeitet zwar seit 1749 als selbstständiger Maler, ist aber für 1752 nur mit der Freskierung der Deutschordenskapelle in Beuggen verzeichnet. 1753 malt er in der Franziskanerkirche von Überlingen eine mit Maria Steinbach fast identische Scheinkuppel nach Pozzo. Dass Franz Georg Hermann für die Ausmalung von Maria Steinbach Gehilfen benötigt, entgeht auch seinen Biografen nicht. Die Scheinkuppel könnte deshalb ein Werk des Sohnes sein, auch weil sie offensichtlich im Gegensatz zum Langhausgemälde als Fresko ausgeführt ist.

[33] Im Vertrag erwähnt ist auch ein Sohn Hermanns. Der Name ist nicht vermerkt, aber auch hier muss es sich um Franz Ludwig handeln. Der zweite Sohn Franz Joseph ist 1755 erst 17 Jahre alt.

[34] Öl auf Leinwand, H. 120,5 cm, B. 88,5 cm. Stadtmuseum Ulm, Inventar-Nr.1980.9100.1.

[35] Diese Zusammenarbeit ist nicht belegt und auch sehr unwahrscheinlich, denn Stauder arbeitet 1720–1721 im neuen Konventflügel von Wessobrunn, Hermann hingegen 1725 für die Benediktskapelle in der Stiftskirche (Altarblätter hl. Benedikt und hl. Scholastika). Zu Jacob Carl Stauder siehe die Biografie in dieser Webseite.

[36] Pellegrini, als dessen Schüler Hermann bezeichnet wird, malt 1711 in Kimbolton Castel die Treppen-«Fresken» und 1712 in Castel Howard das Kuppelgemälde in Öl auf mineralischen Untergrund, wie es in England und Frankreich schon im 17. Jahrhundert Mode ist. Sein Kuppelgemälde in der Salesianerinnen-Kirche in Wien (1727) ist in Öl gemalt. Man darf davon ausgehen, dass Pellegrini nur in Öl malt. Auch Amigoni geht 1728 in Ottobeuren zur Technik der Öl-Eiweisstempera-Malerei über. Beide Maler versuchen aber, die Frische der Farben eines «fresco buono» in die Ölmalerei zu übertragen. Als einziger Venezianer bleibt Giambattista Tiepolo dem «fresco buono» treu.

 

  Franz Georg Hermann d. J. (1692–1768)  
  Biografische Daten        
  Geburtsdatum Geburtsort     Land  
  29. Dezember 1692 Kempten   Bayern D  
    Land 18.Jh.     Bistum 18.Jh.  
    Fürststift Kempten   Konstanz  
  Sterbedatum Sterbeort     Land  
  25. Okober 1768 Kempten   Bayern D  
    Land 18. Jh.     Bistum 18. Jh.  
    Fürststift Kempten   Konstanz  
  Kurzbiografie        
 

Franz Georg Hermann ist Sohn eines Hofmalers der Fürstabtei Kempten. Die Familie finanziert ihm nach der Lehre einen frühen Romaufenthalt. An der Accademia di San Lucca trifft er Cosmas Damian Asam. Beide deutschen Maler erhalten 1713 einen ersten Preis. In Nachfolge seines Vaters wird der vielseitig talentierte Künstler ebenfalls Hofmaler in Kempten und leitet die spätbarocke Neugestaltung der Repräsentationsräume in der Kemptener Residenz. Seine Deckenbilder malt er nicht als Fresko, sondern seit seinem Venedigaufenthalt 1722 in Öl. Das letzte grosse Werk, der Bibliothekssaal der Abtei Schussenried, beginnt er noch mit 63 Jahren, zusammen mit dem Sohn Franz Ludwig. Dieser setzt die Familientradition fort und wird Hofmaler in Konstanz.

    Hermann1767  
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Franz Georg Hermann malt 1767 ein Selbstbildnis im 75. Altersjahr. Der Künstler porträtiert sich als Mitglied der Oberschicht, was er mit dem rotem Justeaucorps des Rokoko, der höfisch bestickten Weste, und mit der Haarbeutelperücke ausdrückt. Zeichenstift und Zeichnung in den Händen zeigen den Beruf des Porträtierten, die seitlich auffallende Statuengruppe verweist auf seine römischen Erfahrungen und das Bild auf der Staffelei im Hintergrund rundet den Eindruck eines erfahrenen Künstlers am Ende des Rokoko ab.
Mehr dazu siehe im Text der Biografie.

Öl auf Leinwand, H. 120,5 cm, B. 88,5 cm.
Stadtmuseum Ulm, Inventar-Nr. 1980.9100.1

Franz Georg Hermann, Werkverzeichnis I:
Erhaltene Decken-und Wandmalereien

Die Decken- und Wandmalereien auf Putzgrund werden hier nicht als Fresken bezeichnet, weil die meisten der Gemälde in Öl oder Öl-Tempera gemalt sind.
Wichtige Werke sind mit **** vermerkt.

Jahr Bauwerk Bauherr, Baumeister, Stuck. Werke auf Decke und Wand.
1717–
1719
Ottobeuren. Benediktinerabtei.
2. Obergeschoss.
BH: Abt OSB Rupert II. Ness.
BM: P. OSB Christoph Vogt.
ST: Zimmermann 1716.
Deckenbilder im Vorraum zur Sommerabtei.
1720–
1722
Füssen.
Benediktinerabtei.
Stiftskirche.
BH: Abt OSB Dominikus Dierling.
BM: Johann Jakob Herkomer.
ST: Johann Jakob Herkomer.
Zwei Kuppelgemälde im Langhaus, Deckenbilder über Empore. Acht Quertonnen-Gemälde. Acht Wandbilder über den Wandpfeiler-Durchgängen. Akkord 1500 Gulden.
****
1721–
1722
Füssen.
Benediktinerabtei.
Konvent-Neubau.
BH: Abt OSB Dominikus Dierling.
BM: Johann Jakob Herkomer.
ST: Carlo Andrea Maini.
Decken- und Zwickelbilder im Festsaal (heute «Kaisersaal»). Deckenbilder über dem Aufgang zum Festsaal.
Akkord 300 Gulden.
****
1727 Buxheim. Reichskartause. Pfarrkirche St. Peter und Paul. BH: Prior OCart Georg Stock.
BM: Dominikus Zimmermann.
ST: Dominikus Zimmermann.
Deckengemälde in Chor, Langhaus und über Empore.
Akkord 300 Gulden.
1729 Wolfegg. Schloss. BH: Ferdinand Ludwig Graf von Waldburg zu Wolfegg. Deckengemälde im «Roten Salon» und im Blumenzimmer. Öl auf Putzgrund.
1729 Weissenau. Prämonstratenserabtei.
Konventflügel Süd.
BH: Abt OPraem Anton I. Unold.
BM: Franz Beer II.
ST: Franz Schmuzer.
Wandgemälde im Festsaal.
Technik: Öl auf Putzgrund.
1732–
1735
Kempten. Benediktiner-Fürstabtei. Südflügel.
Abteiräume im 2. OG.
BH: Fürstabt OSB Anselm Reichlin von Meldegg.
ST: Johannes Schütz und Abraham Bader.
Decken- und Supraportenbilder  in vier Räumen der Enfilade. Hermann ist hier auch Leiter der Arbeiten.
Technik: Öl auf Putzgrund.
****
1734 Füssen.
Benediktinerabtei. Heiliggrab-Kapelle an der Stiftskirche.
BH: Abt OSB Dominikus Dierling.
BM: Johann Jakob Herkomer.
ST: Joseph Fischer.
Kuppelgemälde. Pendentif-Bilder. Laibungsgemälde.
1735 Markt Oberdorf.
Pfarrkirche St. Martin.
BH: Hochstift Augsburg.
BM: Johann Georg Fischer.
ST: Abraham Bader 1733.
Ausmalung der Pendentifkuppel (sig. 1735) und der Gewölbe im Chor. Drei Langhaus-Deckengemälde.
1736
(um)
Kempten. Benediktiner-Fürstabtei.
Stiftskirche St. Lorenz.
BH: Fürstabt OSB
Anselm Reichlin von Meldegg.
BM: Johann Jakob Herkomer.
Kuppelgemälde in der nordwestlichen Rundkapelle. (Zuschreibung).
1740 Ochsenhausen. Benediktinerabtei. Umbau Südflügel. BH: Abt OSB Benedikt Denzel Ochsenhausen.
Treppenhaus Südflügel.
Kartuschenbilder an der Wand: Tugendallegorien.
1740
(um)
Syrgenstein. Schloss an der Argen bei Eglofs. BH: Johann Christoph Rupert Sürg von Sürgenstein.
Deckengemälde in Holzfelderdecke der Treppenhalle. Technik: Öl auf Leinwand, in Decke eingelassen.
1741 Klosterbeuren. Franziskanerinnen-Kloster. Klosterkirche. BM: Ulrich Fendt.
ST: Matthias Willerrotter.
Decken- und Zwickelbilder.
Wandgemälde.
1741 Kempten.
Ponikauhaus am Rathausplatz. Heute Allgäuer Volksbank.
BH: Matthias von Jenisch.
ST: Johann Georg Üblher.
Deckengemälde im Festsaal und im Treppenhaus. Technik: Öl auf Putzgrund.
****
1742–
1744
Kempten. Benediktiner-Fürstabtei. Südflügel.
Abteiräume im 2. OG.
BH: Fürstabt OSB
Anselm Reichlin von Meldegg.
ST: Johann Georg Üblher.
Deckengemälde im Festsaal (heute «Thronsaal»).
****
1745 Stöttwang.
Pfarrkirche St. Gordian und Epimachus.
BH: Fürstabtei Kempten.
BM: Joseph Galler.
ST: Franz Xaver Feichtmayr.
Reiche Ausmalung der Deckengewölbe in Chor und Schiff, als illusionistische Architekturmalerei. Beihilfe Sohn Franz Ludwig. Zahlung 1000 Gulden. 1906 durch starke Übermalungen zerstört.
1751–
1753
Maria Steinbach bei Legau.
Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes.
BH: Abt OPraem Ignaz Vetter (Rot an der Rot) und P. Benedikt Stadelhofer.
BM: P. Benedikt Stadelhofer.
ST: Johann Georg Üblher.
Deckengemälde Chor, Langhaus und über Empore.  Quertonnen- und Kartuschenbilder. ****
An Decke Eingang Pfarrhof: Modello zum Deckenbild Kirche.
1753 Winterrieden bei Babenhausen.
Pfarrkirche St. Martin.
BH: Abt OSB Benedikt Denzel Ochsenhausen.
BM: Johann Wiedemann III.
ST: Johann Georg Wirth.
Deckengemälde in Chor und Langhaus. Zwickelbilder in Langhaus.
1754 Schussenried.
Prämonstratenser-Abtei. Neuer Nordtrakt.
BH: Abt OPraem Magnus Kleber.
BM: Jakob Emele.
ST: Johann Jakob Schwarzmann.
Kuppelgemälde im westlichen Treppenhaus. Deckengemälde im Westflügel.
1755
und
1757
Schussenried.
Prämonstratenser-Abtei. Nordtrakt. Neuer Bibliothekssaal.
BH: Äbte OPraem Magnus Kleber und Nikolaus Cloos.
ST: Johann Jakob Schwarzmann.
Deckengemälde im Muldengewölbe, Kartuschenbilder und Bilder an den Galerie-Untersichten. Akkordvertrag 1800 Gulden.
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1765 Steinheim
Ev. Pfarrkirche St. Martin.
BM: Heinrich Steiner.
ST: Jakob Rauch.
Tetragramm über Kanzel und eines Gemälde über Orgel. Deckengemälde im Schiff 1883 übertüncht.


Franz Georg Hermann, Werkverzeichnis II:
Erhaltene Altarblätter

Ohne Gemälde in kirchlichen Bauwerken.

Jahr Bauwerk Werk
1717 Rauhenzell bei Immenstadt.
Pfarrkirche  St. Othmar.
Altarblatt des rechten Seitenaltars: Hl. Sippe, im Auszug hl. Sebastian und hl. Georg.
1722 Salzburg. Kollegienkirche. Seitenaltarblatt in Südwestkapelle: Hl. Ivo.
1723 Füssen. Benediktinerabtei.
Stiftskirche St. Magnus.
Altarblatt erste Kapelle links: Hl. Leonhard.
Altarblatt erste Kapelle rechts: Apostelfürsten.
1727 Buxheim bei Memmingen. Reichskartause.
Pfarrkirche  St. Peter und Paul.
Hochaltarblatt: Schlüsselübergabe an Petrus.
1737 Wolfegg. Kollegiats-Stiftskirche St. Katharina und Franz von Assisi. Seitenaltarblatt links: Rosenkranzspende an die hll. Dominikus und Katharina.
1738 Diessen am Ammersee. Augustiner-Chorherrenabtei.
Stiftskirche Mariä Himmelfahrt.
Seitenaltarblatt Nord-Ost Nische: Rosenkranzverleihung.
1740 Bregenz. Stadtpfarrkirche St. Gallus. Hochaltar-Blatt: Anbetung der Hirten.
1741 Hergensweiler bei Lindau.
Pfarrkirche St. Ambrosius
Seitenaltarblatt links: Rosenkranzspende an die hll. Dominikus und Katharina (Zuschreibung).
1741 Klosterbeuren. Winterchor der Franziskanerinnen-Klosterkirche Hauptaltarblatt: Immaculata.
1743 Isny. Benediktinerabtei.
Stiftskirche St. Georg und Jakobus.
Altarblatt des Seitenaltars rechts (Süd): Rosenkranzspende an die hll. Dominikus und Katharina. Auszug: Allegorie auf das Herz Mariens. Altarblatt des Seitenaltars links (Nord): Tod des hl. Benedikt. Auszug: Allegorie auf das Herz Jesu.
1743 Steinhausen an der Rottum. Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Seitenaltarblätter: Tod des hl. Benedikt und Tod der hl. Scholastika.
1744
Bremenried bei Weiler-Simmerberg.
Kapelle St. Wendelin.
Altarblatt: Glorie des hl. Wendelin.
1746
(um)
Satteins. Vorarlberg.
Pfarrkirche St. Georg.
Zwei Altarblätter in Josephs- und Johannesaltar aus der 1808 abgebrochenen Stiftskirche Mehrerau. Zuschreibung an Hermann fraglich.
1746 Untereggen bei St. Gallen. Pfarrkirche St. Maria Magdalena Hochaltar: Altarblatt des Benedikt-Altars aus der 1808 abgebrochenen Stiftskirche Mehrerau. Zuschreibung an Hermann fraglich
1747
(um)
Kempten. Benediktiner-Fürstabtei.
Stiftskirche St. Lorenz.
Altarblätter der westlichen Rundkapellen: Glorie des hl. Nikolaus und Glorie des hl. Martin.
1750–
1751
Lenzfried bei Wangen im Allgäu. Franziskaner-Klosterkirche, heute Pfarrkirche St. Magnus. Hochaltarblatt: Maria als Fürbitterin vor Christus. Seitenaltarblätter: Hl. Franziskus, im Auszug hl. Ludwig. Hl. Antonius von Padua, im Auszug hl. Elisabeth.
1754 Lindau.
Damenstiftskirche Mariä Himmelfahrt.
Heute Stadtpfarrkirche.
Hochaltarblatt: Anbetung der Könige. Auszugsbild: Verkündigung, Zuschreibung an Tochter Maria Theresia.
1756 Heiligenkreuz bei Kempten.
Wallfahrtskirche.
Altarblätter der Altäre im Langhaus: Links Stigmatisation des hl. Franziskus, rechts hl. Antonius von Padua.
1756 Reichenbach bei Bad Schussenried.
Pfarrkirche St. Sebastian, Blasius, Agatha.
Altarblätter von Hochaltar und der Seitenaltäre: Kirchenpatrone.
1756–
1758
Maria Steinbach bei Legau.
Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes.
Seitenaltar-Blätter: Tod der hl. Anna, im Auszug hl. Nepomuk. Tod des hl. Joseph, im Auszug Sturz Luzifers.
1757 Wallfahrtskirche Heiligkreuz bei Kempten. Altarblätter im Langhaus: Links Stigmatisation des hl. Franziskus, rechst hl. Antonius von Padua.
1762 Ettal. Benediktinerabtei.
Stiftskirche St. Maria.
Seitenaltarblatt rechts: Christus weist Thomas seine Seitenwunde.
1763 Maria Steinbach bei Legau.  Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes. Hochaltarblatt: Himmelfahrt Mariä.
1767 Wald. Zisterzienserinnen-Abtei.
Stiftskirche Mariä Himmelfahrt, heute Pfarrkirche St. Bernhard.
Seitenaltarblatt rechst: Die hl. Sippe mit Jesus, Maria, Josef, Johannes, Joachim, Anna, Zacharias und Elisabeth.