Johann Martin Heigl (um 1730–1794)

Freskant und Maler

Gehilfe und Mitarbeiter von Johann Baptist Zimmermann
Von Johann Martin Heigl, der für sich selbst immer nur den zweiten Vornamen Martin benutzt, sind weder Geburtsjahr noch Geburtsort bekannt. Zwar sind die Namen der Eltern überliefert. Aber auch von ihnen, Peter Heigl und dessen Ehefrau Regina Stöcher, ist die Herkunft nicht geklärt. 1757 heiratet Martin Heigl in der Pfarrkirche St. Peter zu München die 1726 in Eggenfelden geborene Magdalena Schneider.[1] Sie ist Tochter des Riemers Franz Xaver Schneider. Heigl heiratet also nicht in eine Malerwerkstatt ein, und da die Heiratsurkunde ihn als Junggeselle bezeichnet, dürfte er um 1730 geboren sein. Noch vor seiner Heirat erteilt ihm der kurfürstliche Hof auf Grund seiner bisherigen Leistungen als Freskant und Maler im Steinernen Saal der Nymphenburg die «Hofbefreiung».[2] An der Freskierung des Steinernen Saals, einem Werk von Johann Baptist Zimmermann, ist Heigl massgeblich beteiligt. Er arbeitet beim berühmten Rokoko-Stuckateur und -Freskanten offensichtlich schon einige Jahre als Malergeselle, sicher seit 1753, als sein Name erstmals im Zusammenhang mit der Werkstatt Zimmermanns erwähnt wird. Wenige Jahre nach der Lehre als Maler, die er um 1745 bis 1750 absolviert haben muss, scheint Heigl also bereits in der Werkstatt des inzwischen schon über 70-jährigen Meisters tätig zu sein. Lehrmeister von Heigl kann aber Zimmermann nicht sein, denn er ist nicht Zunftmitglied und darf deshalb keine Lehrlinge ausbilden. Trotzdem kann man Heigl als Schüler Zimmermanns bezeichnen. Er beherrscht dessen Stil und Technik und wird von ihm geschätzt. Er erhält von Zimmermann auch einzelne Aufträge als Subunternehmer und signiert sie dann mit «M. Heigl inv. et pinxit».[3] Die letzten Arbeiten nach Entwürfen und im Auftrag des Meisters führt er 1757 aus. 1758 stirbt Johann Baptist Zimmermann.[4] Für den schon weitgehend selbstständigen Heigl ändert sich wenig, und als hofbefreiter Maler darf er auch eigene Aufträge annehmen.

Selbstständigkeit 1758–1774
Die Bekanntheit als Freskant der Werkstatt Zimmermann verhilft Martin Heigl schnell zu ersten selbständigen Aufträgen um München und im südlichen Oberbayern. Nebst gesicherten und meist auch signierten Fresken in Pfarr- und Wallfahrtskirchen ist für die ersten Jahre auch eine zeitgenössische Zuschreibung von Kuppelfresken in der Benediktiner-Stiftskirche von Wessobrunn von Interesse.[5]
1762 kann Heigl das Deckenfresko in der neuen Abtskapelle der Zisterzienserabtei Raitenhaslach erstellen. Es ist der Beginn einer grösseren Auftragsserie für diese Abtei. Abt Emanuel II. Mayr, der seit 1759 regiert, erteilt ihm in der Folge den Auftrag für die Deckenfresken der Pfarrkirche von Bergkirchen. Hier malt Heigl zum ersten Mal auch vorgetäuschten Stuck, sogenannten «stucco finto».[6] Wahrscheinlich schon im Herbst 1763 beginnt er für Abt Emanuel II. mit seinem ersten Hauptwerk, der Ausmalung der Wallfahrtskirche Marienberg.[7] Die Familie Heigl wohnt bis 1765 in Raitenhaslach, wo 1763 und 1765 das dritte und vierte der fünf Kinder getauft werden.[8] 1766 kann Heigl mit der Freskierung des Festsaals, der heute in Anlehnung an Nymphenburg «Steinerner Saal» genannt wird, die Arbeit an einem weiteren grossen Auftrag beginnen. Die Familie ist jetzt wieder nach München zurückgekehrt, wie eine weitere Kindstaufe dies belegt. 1771 und 1772 arbeitet Heigl in der Kollegiatskirche St. Nikolaus in Mühldorf am Inn.[9] Die Fresken sind sein zweites Hauptwerk. Gute Beziehungen des Abtes Emanuel II. zum Salzburger Erzbischof und zum vorher in Raitenhaslach tätigen Baumeister Mayr dürften Gründe für diesen grossen Auftrag sein. Heigl arbeitet noch bis 1774. Die letzten beiden Aufträge in Niederbergkirchen und Gumattenkirchen sind wieder Aufträge des Abtes Emanuel II. von Raitenhaslach. Die heute übermalten Fresken von Gumattenkirchen kann er nicht mehr vollenden, denn 1774 stirbt Johann Martin Heigl im Alter von ungefähr 44 Jahren, vorzeitig, wie der Chronist von Raitenhaslach vermerkt. Wie schon die Daten der Geburt, sind auch das Sterbedatum und der Sterbeort unbekannt.

Wirkungsbereich, Arbeitsweise und künstlerische Leistung
Heigl sind nur 16 Jahre selbstständiger Tätigkeit vergönnt. Für die Freskenaufträge ist der Wirkungsbereich das südliche und östliche Oberbayern. Die Aufträge des Klosters Raitenhaslach verlagern nach 1762 den Arbeitsschwerpunkt in die Region um Burghausen. Die überwiegende Mehrheit seiner Auftraggeber sind geistlichen Standes.
Er malt für sie auch Altarblätter.[10] Über Heigl als Maler von Gemälden und Altarblättern ist bis heute nicht geforscht worden.
Er arbeitet allein, ohne ständige Gehilfen. Nur für die Vorbereitung der Tagwerke[11] an den Stuckgewölben zieht er örtliche Hilfskräfte bei. In Mühldorf (1771) arbeitet er derart mit einem Maurer während 23 Wochen. Für diese Arbeit fordert er 1500 Gulden. Für die Deckenfresken in Tarding (1765) erhält er 300 Gulden. Er ist mit diesen Forderungen im Vergleich mit zeitgenössischen und bekannteren Freskanten sehr bescheiden.[12]
Seine Fresken signiert er nicht immer, und nur selten auch mit dem Jahr ihrer Ausführung. Meist fehlen Rechnungen und Tagebücher der Bauherren zu seinen Arbeiten. Den kunstgeschichtlichen Datierungen für die Ausführung seiner Fresken ist deshalb mit Vorsicht zu begegnen.[13]
Heigl ist Freskant des ausgehenden Rokokos. Als Schüler und langjähriger Werkstatt-Mitarbeiter von Johann Baptist Zimmermann übernimmt er bei grossen Decken- und Kuppelfresken dessen Bildaufbau mit der terrestrischen Bühne am Bildrand. Heigl malt aber die Figuren schärfer, plastischer. Er spürt den nahenden Klassizismus, auch mit seiner schnellen Einführung des «stucco finto». Er bleibt aber auch nach 1770, in der Zeit des beginnenden Klassizismus, Rokokomaler. Lediglich die Farbigkeit weicht in seinen letzten Werken den klassizistischen Forderungen. Grautöne bilden jetzt den Bildgrund.

Pius Bieri 2015

Literatur:
Kupferschmied, Thomas Johannes: Der Freskant J. Martin Heigl. München 1989.

Anmerkungen:
[1] Magdalena Heigl stirbt 1802 in München.

[2] Für einen auswärtigen Künstler ist die Aufnahme in die Meistergerechtigkeit der städtischen Zunft nur möglich, wenn er durch Einheirat eine städtische Werkstatt übernehmen kann und Bürger wird, während der hofbefreite Künstler mit dem sogenannten Hofschutz trotzdem in München arbeiten kann. Er hat auch die Möglichkeit, sich als Hofkünstler zu bewerben. Heigl ist allerdings nie Hofmaler.

[3] «M. Heigl inv. (invenit) et pinxit»: Martin Heigl bezeichnet sich damit als Autor des Entwurfs und der Ausführung des Freskos, was heisst, dass Zimmermann ihm in diesen Fällen Subunternehmer-Aufträge übergibt. So zum Beispiel die Chorausmalung der Wessobrunner Kirche St. Leonhard im Forst (1756).

[4] Zu Johann Baptist Zimmermann siehe die Biografie mit Werkverzeichnis in der vorliegenden Arbeit. Dort auch das richtige Todesdatum vom 26. Februar 1758, gemäss der Inschrift seines Grabsteins (Abschrift 1821, Bayrische Staatsbibliothek).

[5] Die romanische Basilika von Wessobrunn wird 1723–1725 umgebaut und ein Querschiff eingefügt. 1787 schreibt Franz Sebastian Meidinger «Die Freskomalerei in der Kuppel ist von Heigl». Obwohl ein Folgeauftrag der Abtei nach St. Leonhard im Forst möglich wäre, ist doch eine neue Kuppelausmalung zu diesem Zeitpunkt aussergewöhnlich und wird in der Vita des Abtes Ulrich Mittermayr (1760–1770) auch nicht erwähnt. Die Kirche wird 1810 abgebrochen.

[6] Dieser am Ende des Rokoko immer mehr aufkommende Ersatz des plastischen Stucks durch illusionistische Malerei hätte unter Johann Baptist Zimmermann keine Gnade gefunden, sagt aber offensichtlich den knapp kalkulierenden Auftraggeber zu.

[7] Als Datum der Freskenerstellung wird allgemein das Jahr der Einweihung 1764 angenommen. Eher aber Herbst 1763 und Frühjahr 1764, sonst hätte keine Zeit mehr für die reiche Ausstattung der Kirche bestanden (Deckengerüst!).

[8] Schon 1765 sind zwei Kinder gestorben. 

[9] Mühldorf am Inn ist bis 1802 Enklave des Hochstiftes Salzburg, die Kollegiatskirche ist heute Stadtpfarrkirche.

[10] Erwähnt im Dehio 2006 sind: Aibling 1757, Dietramszell 1758, in der Germania Sacra: Wessobrunn (1760?).

[11] Als Tagwerk wird die Fläche bezeichnet, die ein Freskant innerhalb eines Tages malt. Der Untergrund darf für ein «fresco buono» noch nicht abgebunden haben, deshalb wird keine grössere Fläche vorbereitet.

[12] Vergleiche: Appiani erhält 1767 in Vierzehnheiligen 2693 Gulden. Wannenmacher malt 1765 den Chor von St. Gallen für 4800 Gulden. Knoller verlangt 1773 für die Deckenfresken in Gries bei Bozen 4000 Gulden. Für das bedeutend grössere Neresheim mit 607 Tagen Arbeit erhält Knoller 20 000 Gulden. Mit Knoller darf Heigl nicht verglichen werden. Nur sein schwäbischer Zeitgenosse Johann Baptist Enderle bewegt sich mit seinen Forderungen in ähnlicher Höhe wie Heigl.

[13] Deckenfresken und ihre Gerüste sind ein Arbeitsbereich des Rohbaus. Sie müssen immer vor dem Beginn der Ausstattung vollendet sein, und können zudem nur in den Monaten April bis Oktober ausgeführt werden. Es ist deshalb unwahrscheinlich, dass ein grösserer Deckenfresken-Zyklus erst im Jahr der Einweihung begonnen wird. Siehe dazu die Datierungsanmerkungen in der Werkliste.

 

Im zweiten Quartal des Jahres 1764 vollendet Johann Martin Heigl das grosse Kuppelfresko der Wallfahrtskirche Marienberg. Er malt es nach einem Programm des Abtes Emanuel II. Die Bedeutung der vier terrestrischen Szenen erschliesst sich über die Rosen-Reden des Ferselius (1679). Der hier gezeigte Ausschnitt zeigt das abfahrende Heils-Schiff im Ostteil. Papst, Abt (Emanuel), Kurfürst und Kurfürstin und andere Würdenträger sind seine Insassen. Darüber schwebt beim Schiffsmast die Patronin Maria mit Kind. Weitere Heilige, wie die Ordensgründer Benedikt, Bernhard, Franz von Assisi und Dominikus leisten ihr Gesellschaft.
  Johann Martin Heigl (um 1730–1794)  
  Biografische Daten        
  Geburtsdatum Geburtsort     Land  
  um 1730 Unbekannt     Unbekannt  
    Land 18.Jh.     Bistum 18.Jh.  
    Unbekannt     Unbekannt  
  Sterbedatum Sterbeort     Land  
  1774 Unbekannt     Oberbayern D ?  
    Land 18. Jh.     Bistum 18. Jh.  
    Kurfürstentum Bayern ?     Unbekannt  
  Kurzbiografie        
 

Johann Martin Heigl arbeitet als Freskant und Maler im Werkstatt-Trupp des Hofstuckateurs und Malers Johann Baptist Zimmermann. Er kann als dessen Schüler bezeichnet werden, auch wenn weder der Lehrmeister noch die Herkunft Heigls bekannt sind. Zimmermann scheint ihn zu schätzen und überträgt ihm schon früh Freskenwerke als Subunternehmer. 1757 wird Heigl hofbefreit und damit selbstständig. Sein wichtigster Auftraggeber wird in den 1760er-Jahren Abt Emanuel II. von Raitenhaslach. Ihm verdankt Heigl auch den wichtigsten Auftrag, die Fresken der Wallfahrtskirche Marienberg. Hier, wie auch in den meisten seiner Werke malt er, einer späten Rokokomode folgend, auch den Stuck als «stucco finto».

    Marienberg  
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Werke von Johann Martin Heigl als Freskant

Quelle: Thomas Johannes Kupferschmied. Abkürzung CBD: Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, München 1976–1987. Wo nichts anderes erwähnt, liegen die Bauwerks-Orte in Oberbayern.

1. Werke 1753–1757 als Mitarbeiter bei Johann Baptist Zimmermann

Datum Ort, Bauwerk Arbeit Quelle der Datierung Bemerkung

1753

München. Altes Residenztheater. Deckenfresko über Eingang Kurfürstenloge.
Verfasser ist gemäss Manuskript 1770 Heigl.
Zahlung an Zimmermann. 1801 wird das Fresko übermalt und 1944 endgültig zerstört.

1754

Wemding. Wallfahrtskirche Maria Brünnlein zum Trost. Kartuschenbilder. Die Hauptfresken und Stuck 1752/ 53 durch Werkstatt Zimmermann. Baudaten. Zuschreibung Kupferschmied für die 31 Kartuschenbilder.

1754–
1755

Schäftlarn. Prämonstratenser-Abtei.
Stiftskirche.
Gewölbefresken in Chor und Langhaus nach Entwurf Zimmermann. Baudaten. Zuschreibung Dehio 2006: Chorfresko und weitere Beteiligungen. Zuschreibung (CBD / Kupferschmied) Fresko «Huldigende Putten»).

1756

Aibling
(heute Bad Aibling). Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
Gewölbefresken in Chor und Langhaus. Signatur (inv. et pinxit). Schreiben des Pfarrers Eisenreich 1758. Im 19. Jahrhundert überarbeitet, mit teilweiser Zerstörung. Altarblätter ebenfalls von Heigl.

1756

St. Leonhard im Forst bei Wessobrunn. Gewölbefresko Chor. Signatur. Annahme CBD. Bauherr: Abt Beda Schallhammer, Wessobrunn.

1756

Berbling.
Pfarrkirche Hl. Kreuz.
Gewölbefresken Chor, Fresken Vorhalle, Musikempore. Chrono-gramm. Zuschreibung CBD / Kupferschmied. Hauptfresko nur teilweise von Heigl. In Dehio 2006 werden alle Fresken Heigl zugeschrieben.

1756–
1757

München.
Schloss Nymphenburg. Steinerner Saal und Gartensaal.
Gewölbe- und Wand-Fresken. Entwurf und Teilausführung Johann Baptist Zimmermann. Akkorde mit Zimmermann. Die Mitarbeit Heigls und ein grösserer Anteil eigenständiger Fresken gelten als Grund der Hofbefreiung.

1757

Offenstetten (Niederbayern). Pfarrkirche
St. Vitus.
Gewölbefresken in Chor und Langhaus. Signatur Heigls in Chorfresko. Baudaten. Mitarbeit Heigl auch am Hauptfresko. Chorfresko-Entwurf: Zuschreibung Kupferschmied an Heigl.

1. Werke 1758-1774 als selbstständiger Maler

Datum Ort, Bauwerk Arbeit Quelle der Datierung Bemerkung
1758 Moosach (München).
Alte Pfarrkirche
St. Martin.
Fresko auf Langhaus-Flachdecke. Fresko ist signiert. Signatur
Heigls mit Datum.
1860 überstrichen. 1902 wieder freigelegt. Mehrfach restauriert. Fresken haben dadurch gelitten.
1758 Unterbrunn. Pfarrkirche (heute) St. Laurentius. Gewölbefresko Chor. Fresko ist signiert. Umbau Chor 1758. 1863 überstrichen, 1949 mit starken Verlusten wieder freigelegt.
1758 Beuerberg. Augustiner-Chorherrenstift. Festsaal. Fresko an Flachdecke.

Chrono-
gramm
in Fresko.

Zuschreibung CBD / Kupferschmied.
1759 Wilparting. Wallfahrtkirche
St. Marinus und Anianus.
Gewölbefresken in Chor und Langhaus. Fresko ist signiert. Signatur
Heigls mit Datum.
Fresken sind gut erhalten.
1760 Alb bei Wilparting. Kapelle St. Anianus. Gewölbefresken
in Chor und Langhaus.
Chronik Bauherr. Zuschreibung wegen Arbeit für gleichen Bauherrn in Wilparting.
1760
(um)
Wessobrunn. Benediktinerabtei. Stiftskirche. Kuppelfresko in der 1810 abgebrochenen Kirche St. Peter und Paul. Annahme (Kupfer-schmied). «Die Freskomalerei in der Kuppel ist von Heigl», schreibt Meidinger 1787 (einzige Quelle!).
1761 Buch am Buchrain. Pfarrkirche
St. Martin.
Gewölbefresken
in Chor und Langhaus.
Bauzeit
Umbau 1760–1761.
Zuschreibung an Heigl mit Datum der Einweihung 1762. Starke Restaurationseingriffe 1879.
1762 Raitenhaslach. Zisterzienserabtei. Neuer Prälaturflügel. Deckenfresko der Abtskapelle.
Arbeit gesichert (Klosterchronist).
Datum Einweihung. Erste Arbeit Heigls für Abt Emanuel II. Mayr. Baumeister ist Franz Alois Mayr. Das Fresko ist unverändert erhalten.
1762–
1763
Burgkirchen an der Alz.
Pfarrkirche
St. Johannes Baptist.
Gewölbefresken Chor und Langhaus. Arbeit gesichert (Zahlung). Datum Fertig-stellung (Chrono-gramm) mit Zahlung 1763. Bauherr: Abt Emanuel II. Mayr.
Baumeister: Franz Alois Mayr. 
Zahlung 200 Gulden an Heigl. Erste Anwendung von «stucco finto».
1763–
1764
Marienberg bei Burghausen. Wallfahrtskirche Maria Königin des Rosenkranzes. Kuppelfresko, vier Konchen-Fresken, Fresko unter Empore und Emblembilder in den Pendentifs.
Stucco finto.
Arbeit gesichert (Klosterchronist).
Siehe Bemerkung (Einweihung September 1764). Bauherr:
Abt Emanuel II. Mayr.
Baumeister:
Franz Alois Mayr.
Restaurierung 2001–2011.
Datierung der Arbeit allgemein 1764, trotz Baubeginn 1760. Freskierung und Ausstattung in nur fünf Monaten aber unwahrscheinlich.
1764 Maria Thalheim. Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Gewölbefresken-Zyklus in Langhaus und Chor. Chrono-gramm an Gewölbe. Zuschreibung Fresken an Heigl. Rokoko-Stuck von Wessobrunner Meister. Restaurierung 1985.
1765 Tading. Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt. Gewölbefresken in Chor und Langhaus.
Stucco finto. Arbeit gesichert (Zahlung).
Datum Zahlung. Chrono-
gramm.
Chorfresko zerstört. Fresken im Langhaus mehrfach restauriert.
Zahlung 300 Gulden.
1766 Raitenhaslach. Zisterzienserabtei. Neuer Festsaal (aula maior), heute als «Steinerner Saal» bezeichnet. Gewölbefresken im doppelten Muldengewölbe.
Stucco finto in unterer Muldenkehle.
Arbeit gesichert (Klosterchronist).
Frühestes Datum gemäss Dendro- Chronologie (Fälldatum
der Hölzer bis 1766).
Bauherr: Abt Emanuel II. Mayr.
Baumeister: Franz Alois Mayr.
Restaurierung 2013.
Bisherige Datierungen der Festsaal-Fresken: 1765.
1766
(nach)
Raitenhaslach. Zisterzienserabtei. «Aula minor». Fresken der «aula minor» für Heigl gesichert durch Klosterchronist. Annahme (Kupfer-schmied). Lage des erdgeschossigen Saales nach Kupferschmied südlich des Festsaals (im ehemaligen offenen Gartensaal?).
1767 Langengeisling.
Pfarrkirche
St. Martin.
Gewölbefresken
in Chor und Langhaus. Stucco finto.
Chrono-
gramm.
Zuschreibung in Kunstdenkmale Bayern 1902.
1767 Altenerding. Pfarrkirche Mariä Verkündigung. Gewölbefresken
in Chor und Langhaus.
Stucco finto.
Gesichert durch Signatur.
Chrono-
gramm.
Heigl lässt echten Stuck abschlagen, um mehr Freiheit für die Verwendung des gemalten «stucco finto» zu haben.
1768 Kemathen. Filialkirche
St. Martin.
Gewölbefresken im Chor.

Annahme (Kupfer-schmied).

Zuschreibung Kupferschmied. Die Fresken sind seit einer Freilegung in den 1960er-Jahren stark überarbeitet.
1769 Raitenhaslach. Zisterzienserabtei. «Aula minor» und Andachtsraum? Deckenfresko im kleinen Raum 1. Obergeschoss Gartenstöckl über der Durchfahrt. Baudatum gemäss Dendro- Untersuchung. Zuschreibung Kupferschmied.
Bauherr: Abt Emanuel II. Mayr.
Baumeister: Franz Alois Mayr.
1770–
1772
(um)
Forstinning. Pfarrkirche
Mariä Heimsuchung.
Fresken in Chor und Langhaus. Annahme Dehio. Zuschreibung Kupferschmied. Baumeister ist Balthasar Trischberger, Familienfreund von Heigl.
Restaurierung 2001–2002.
1771–
1772
Mühldorf am Inn. Kollegiatstifts- und Pfarrkirche St. Nikolaus. Freskenzyklus in Chor, Kuppel und Langhaus nach erhaltener Konzept-Vorgabe. Stucco finto. Fresken gesichert durch Signatur und Akten. Pfarrakten. Einweihung 1775. Baumeister: Franz Alois Mayr.
Zahlung an Heigl: 1500 Gulden.
Mühldorf am Inn liegt bis 1802 im Hochstift Salzburg.
1772 Oberflossing. Gewölbefresken
in Chor und Langhaus.
Stucco finto.
Gesichert für Heigl durch Signatur und Akten.
Signatur
Heigl mit Datum.
Bauherr: Kollegiatstift Mühldorf am Inn. Fresken werden im 19. Jh. übertüncht. Freilegung mit grossen Verlusten 1910. Letzte Restaurierung 1992/93.
1773–
1774
Niederbergkirchen. Pfarrkirche
St. Blasius. Magdalenenkapelle.
Gewölbefresken. Gesichert für Heigl durch Klosterchronist. Kloster-chronist. Bauherr: Abt Emanuel II. Mayr von Raitenhaslach.
Die Kapelle wird 1885 abgebrochen.
1774 Gumattenkirchen. Filialkirche
St. Rupert.
Gewölbefresken. Kloster-chronist. Bauherr: Abt Emanuel II. Mayr von Raitenhaslach. Heigl kann dieses Werk wegen Krankheit und Tod nicht vollenden. Die Fresken sind seit einer Regotisierung 1877 übermalt.