Gabriele de Gabrieli (1671–1747)

«Hochfürst. Eichstett. Hof-Cammer Rat und Bau Direktor»

Beim Eingang des Ostenfriedhofes in Eichstätt befindet sich das monumentale Grabmal des Gabriele de Gabrieli. Entwurf und Inschrift stammen von ihm selbst.[1] Der Eichstätter Baumeister, der hier für Nachruhm sorgt, wird am 18. Dezember 1671 in Roveredo geboren. Vater Giovanni (um 1640−1716) ist Maurermeister. Seine Mutter ist eine Zuccalli, wahrscheinlich eine Cousine des Münchner Hofbaumeisters Enrico Zuccalli. Sein Vater arbeitet in Deutschland, 1675 ist er in Fürstenzell nachgewiesen. Nach Abschluss der Lehre hält sich Gabriele de Gabrieli ab 1690 als Geselle in Wien auf. Hier sind viele Landsleute, wie der mütterlicherseits verwandte Enrico Zuccalli, Gabrielis Schwager Antonio Sala und der Baumeister Antonio Riva tätig. Riva baut für Graf Kaunitz nach Planungen Zuccallis das Stadtpalais an der Bankgasse 9. Bei Riva dürfte Gabrieli nach seiner Ankunft gearbeitet haben. 1690 trifft auch der Italiener Domenico Martinelli (1650−1719) in Wien ein, der als architektonischer Berater für die Grafen Harrach und Kaunitz, sowie für den Fürsten von Liechtenstein tätig wird und deren Baumeister Zuccalli und Rossi verdrängt. Der junge Gabriele di Gabrieli und die Baumeister Sala und Riva arbeiten jetzt für Martinelli, der keine praktische Bauerfahrung hat und deshalb auf die Hilfe der italienisch sprechenden Baumeister aus Graubünden angewiesen ist. Fürst Johann Adam von Liechtenstein kauft 1694 von Graf Kaunitz das an der Bankgasse 9 begonnene Stadtpalais und überträgt Gabrieli anstelle des Baumeisters Riva die Ausführung.[2] Gabrieli muss am Treppenhaus statische Änderungen durchführen, was 1699 zum Zerwürfnis mit dem Planverfasser führt.[3] Gabrieli bezeichnet später den Palast als sein Werk, tatsächlich ist es sein Hauptwerk als ausführender Baumeister in Wien. Er zeichnet zwar Pläne für Martinelli, muss aber als entwerfender Planer für den Stadtpalast ausgeschlossen werden. Sicher hat Gabrieli in den ersten Wiener Jahren viel von Martinelli gelernt. Die Kontakte mit dem Liebhaberarchitekten aus Lucca bewegen ihn 1695 zu einem Studienaufenthalt in Rom. Noch bis 1708 arbeitet Gabrieli als Oberbaumeister und Bauinspektor für den Fürsten von Liechtenstein, ist aber schon 1694 auch in Diensten der Markgrafen von Ansbach. Nach Ansbach zieht er 1710. Kurz zuvor heiratet er Giovanna Marta Tini aus Roveredo, die ihm in die Residenzstadt nachfolgt. In Ansbach ist er nun Baudirektor und Hofkammerrat des Markgrafen Wilhelm Friedrich. Sein wichtigstes Werk ist der dortige Residenzneubau. Sein Bruder Caspare folgt ihm als Stuckateur nach Ansbach, stirbt aber 1713, erst 24-jährig. 1715 stirbt auch seine Ehefrau bei der Geburt des fünften Kindes, des späteren Doktors der Theologie und apostolischen Protonotars Adam Emanuel.[4] Sie wird im zwei Wegstunden entfernten katholischen Herrieden begraben. Der Tod der Ehefrau und die Vorliebe der jungen Markgräfin Christiane Charlotte für die französisch-klassizistische Stilrichtung des Barock[5] sind Gründe, warum Gabrieli Fäden nach Eichstätt spinnt und nach dem Tod von Jakob Engel 1714 zum Direktor des Fürstbischöflich Eichstättischen Hofbauamtes ernannt wird. 1716 zieht er endgültig nach Eichstätt und heiratet hier Maria Magdalena Pfaller, die Tochter eines Hofrates. Mit ihr hat er weitere fünf Kinder, von denen drei das Erwachsenenalter nicht erreichen. Sein erster Bau in Eichstätt, noch in Ansbach geplant, ist die neue Westfassade des Domes, die er als Schaufassade dem mittelalterlichen Bauwerk vorblendet. Er prägt nun über 30 Jahre das Gesicht der katholischen Residenzstadt und macht sie zu einem barocken Schmuckstück, ohne dabei die mittelalterliche Stadtstruktur zu zerstören. Sein Hauptverdienst liegt im Profanbau, vor allem mit den ins Stadtbild eingefügten Residenzen der Domherren und Kanoniker. Den Residenzplatz gestaltet er zu einer der schönsten Platzanlagen Süddeutschlands. Mit dem Zentralbau der Kirche Notre Dame zeigt Gabrieli 1719 seine Meisterschaft im Sakralbau. Sie nimmt spätere Stiltendenzen vorweg und steht als originelles Werk von hohem Rang allein in der zeitgenössischen süddeutschen Sakralbaukunst.
Nicht weniger umfangreich ist seine Tätigkeit im Herrschaftsgebiet des Fürstbistums. Wie schon bei seinem Vorgänger und Landsmann Jakob Engel stehen auch ihm Misoxer Meister zur Seite. In erster Linie ist es sein jüngerer Bruder Francesco (1691−1725), Stuckateur und Baumeister, der ihm nach Eichstätt folgt. Vermutlich werden heute einige seiner Bauten dem älteren Bruder zugeschrieben. Francesco stirbt jung in Öttingen. Ein sehr wichtiger Meister im Gefolge von Gabriele de Gabrieli ist der Baumeister Giovanni Rigaglia, der als Johann Rigalia[6] der Jüngere viele Bauausführungen Gabrielis übernimmt. Um 1720 kommt Domenico Barbieri (1704−1764) als Maurerlehrling zu Rigaglia nach Eichstätt und wird hier mit Förderung Gabrielis 1741 Hofbaumeister. Sein bekanntestes Werk ist der Umbau der Klosterkirche von Bergen zur heutigen Rokokokirche.
Gabriele de Gabrieli stirbt, wie es auf seinem von Domenico Barbieri gestalteten Grabstein geschrieben steht,  am 21. März 1747, aber nicht mit den dort vermerkten 82 Jahren, sondern im 76. Lebensjahr. 1744 vermacht er testamentarisch einen Teil seines Vermögens zur Gründung einer Lateinschule in Roveredo.  Pius Bieri 2009

Literatur
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: Graubündner Baumeister, Zürich 1930.
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: I Magistri Grigioni, Poschiavo 1958.
Pfister, Max: Baumeister aus Graubünden, Chur 1993.
Fiedler, Rembrandt: Zur Tätigkeit des Baumeister Gabriel de Gabrieli in Wien und Ansbach. Bamberg 1993.
Margadant, Silvio: Giovanni Domenico Barbieri (1704–1764). Poschiavo 1997.
Fiedler, Rembrant: Graubündner Bauleute im Hochstift Eichstätt, in: Graubündner Baumeister und Stukkateure, Lugano 1997.

Links
http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_de_Gabrieli
http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24487.php


[1] Halte, Wandersmann | und beschaue dieses | steinerne totengerüst | Welches | der hochfürstl. Eichstett. Hof-Cammer Rat | und bau Direktor gabriel De Gabrieli auf dem Krankenbete selbsten entworffen, und bey | seiner grabstatt zu errichten anbefohlen. | Irre dich nicht, Wandersmann, | dieses ist kein Todengerüst | Ess ist ein Entwurff desjenigen | Wass er im Leben durch Kunst erlanget, | und | in der tugend geliebet hat. | Hier | Ligt der jenige | Welcher in noch nicht manbahren jahren | die edle bau Kunst sehr hoch getrieben, | davon gibt ihn der fürst Lichtensteinische ballast | zu Wien dan die Residenz zu anolzbach | den wahren beweiss | Wass treffliche gebaü hat er nicht nach anordnen | der befehlenden Residenz statt Eychstätt     in Vierunddreysich jahr gegeben. | Wass Kirchen und Altär in der statt und auf | den Land hat er nicht errichtet und geziert. | hat er sich nicht würdig gemacht auch | Einertmalss vor den altar der Vergeltung | belohnet zu werden. | Er hat dahier in diensten dreyer Hochwürdigsten | bischöff und fürsten bewiesen | was er in der Jugend gelernet und biss in das | Zwey und achzigste jahr fortgeführet | dan den ein und zwanzigsten Monathstag | Marzii dess Eintausend sieben hundert und sieben | Vierzigsten jahrs mit dem Leben beschlossen | Er erwartet für diese grosse Miehe | und seine besondere Liebe | gegen | den allmächtigen Gott, der gebenedeyesten Jungfrauen Maria | und allen Heiligen | diejenige dauerhaffte belohnung | Welche die welt ihn und den seinigen Nicht geben | noch zu Ertheilen Vermag. | Wandersmann, | bete also Vor ihn | ud wünsche den jenigen | der Hier in staub ud aschen Ligt | und die fröhliche auferstehung hoffet | die Ewige Ruhe. Amen.

> zur Fotografie des Grabmals Gabriele de Gabrieli

[2] Die Übernahme geschieht im Akkord. Die Bezeichnung (Fiedler 1993) als «Bauleitung» ist irreführend, denn der Bauleiter im heutigen Bauwesen ist nur Aufsicht im Auftrag und nicht Unternehmer im Werkvertrag.

[3] Domenico Martinelli ist von 1694−1698 nicht in Wien und kehrt 1705 in seine Heimat zurück. Er hat ab 1691 die Ausführungsplanung des Stadtpalastes so verändert, dass dieser tatsächlich als sein Werk gelten muss. Der cholerische Italiener beschwert sich 1699 öffentlich, dass Gabrieli mit Änderungen im Treppenhaus seinen Bau zerstört habe. Gabrieli verteidigt sich 1700 und bezeichnet die vorgefundene Statik als «Gran Errore» (groben Fehler). Heute betrachtet man die Prunkstiege als eines der schönsten barocken Treppenhäuser Wiens.

[4] Der Grabstein von Adam Emanuel de Gabrieli (1715−1785) ist heute an einer Betonmauer auf dem Ostenfriedhof in Eichstätt zu finden.

[5] Der Unterschied der Stilrichtungen ist am Ansbacher Schloss deutlich zu erkennen. Die Nachfolger Gabrielis, der frankophone Liebhaberarchitekt Karl Friedrich von Zocha und ab 1731 Leopold Retti vollenden kühl-nüchtern die restlichen Flügel. Der römisch geprägte Barock Gabrielis hebt sich vorteilhaft ab.

[6] Giovanni Pietro Rigaglia (um 1695–1733), seit 1714 in Eichstätt als Baumeister für den Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli (1671–1747) tätig, wird dort als Johann Rigalia ansässig. Er stirbt am 15. September 1733 nach einem Unfall auf der Baustelle der katholischen Apotheke in Augsburg.

Werke von Gabriele die Gabrieli

Grundlagen: Rembrant Fiedler, Max Pfister, Dehio, «Nottatte» von Barbieri.
Wo nichts anderes vermerkt, ist Gabrieli für den Entwurf und die Planung, die Auftragserteilung an die ausführenden Baumeister und für die Baustelleninspektion zuständig.

Ort Bauobjekt Baujahr Quelle
Wien Liechtensteinisches Brauhaus, Reznicekgasse 11. Gabrieli wird für die Planung bezahlt. Die Zusage zur Ausführung wird nach dem Protest der Wiener Maurerzunft zurückgezogen. 1694 Nach Fiedler
Jokelsdorf (Jakubovice
CZ)
Kirche Mariä Himmelfahrt. In der liechtensteinischen Herrschaft Eisenberg. Ausführung durch Gabrieli mit Landsleuten aus Roveredo. Zuschreibung Entwurf an Domenico Martinelli. 1694–1697 Nach Fiedler
Wien Stadtpalais Liechtenstein, Bankgasse 9. Fertigstellung des 1688 von Enrico Zucalli für den Grafen Kaunitz geplanten Baus, den der Fürst von Liechtenstein 1694 kauft. Domenico Martinelli ist neuer Planer. Gabrieli übernimmt von Antonio Riva die Ausführung im Akkord. 1694–1705 Nach AIA[1]
Triesdorf Markgräfliche Sommerresidenz. Vier Kavaliershäuser an der Markgrafenstrasse 5, 7, 14. Haus 14 wird 1862 aus zwei Häusern umgebaut. Erstes voll eigenständiges Werk Gabrielis. 1695–1697 Nach Fiedler
Ansbach Prinzenschlösschen des Hofrats Georg Christian von Seefried, Schlossstrasse 39. 1697–1701 Nach Fiedler
Rudelsdorf
bei Landskron (CZ)
Neuschloss des Fürsten von Liechtenstein. Baumeister ist Antonio Sala, der Schwager Gabrielis. Planung Domenico Martinelli, dem auch das Holzmodell[2] zugeschrieben wird. Baubetreuung mit Abrechnung 1712 durch Gabrieli. Das Schloss brennt 1718 und wird 1756 abgebrochen. 1698–1705 Nach
lanskrounsko.cz
Wien Orangerie beim Liechtensteinischen Gartenpalais in der Rossau. Vertrag mit Gabrieli als Baumeister. Entwurf Martinelli. Das «Glashaus» wird Anfang des 20. Jahrhundert abgebrochen. 1699–1705 Nach Fiedler
Dittenheim Evangelische Pfarrkirche St. Peter und Paul. Entwurf. 1699–1707 Zuschreibung
Fiedler
Ansbach Adelspalais Von Jaxtheim in der Platenstrasse 18. 1700 Nach Fiedler
Feldkirch (A) Liechtensteinsches Amtshaus. Wiederaufbau mit Oberaufsicht Gabrielis. 1702–1704 Nach Fiedler
Ansbach Brandenburger Hof (Postgasthof) in der Neustadt 4. 1703 Nach Fiedler
Ansbach Sommerhaus des Obristleutnants Jahnus in Pfaffengreuth 1.  Umbau. Heute im Aussehen zerstört. 1706 Nach Fiedler
Gunzenhausen Evangelische Spitalkirche Hl. Geist, barocker Umbau. 1706–1707 Zuschreibung
Ansbach Residenz. Erste Neubauetappe mit Arkadenhof. Unterbruch nach Schlossbrand 1710. 1706–1709 Gesichert
Eckersmühlen Evangelische Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit. Planung. Ausführung unter Oberaufsicht des Rastatter Baumeisters Lorenzo Sala. 1709–1710 Zuschreibung
Fiedler
Ansbach Nordteil der Oberstjägermeisterei, Bischof-Meiser-Strasse 11. 1710 Nach Fiedler
Ansbach Crailsheim-Palais, Neustadt 37. 1710 (ab) Nach Fiedler
Ansbach Zuschreibungen von Bürgerhäusern an der Schaitbergstrasse 4, Neustadt 23, Schalkhäuserstrasse 12. 1710 (um) Zuschreibung
Fiedler
Ansbach Haus Kronenstrasse 1−3 «Zum Weissen Bock» 1710 (um) Nach Fiedler
Heilsbronn Münsterkirche, ehemalige Zisterzienserkirche. Die barocke Umgestaltung Gabrielis zur Evangelisch-Lutherischen Predigtkirche wird im 19. Jahrhundert rückgängig gemacht. Erhalten ist das Hochgrab des Markgrafen Joachim Ernst nach Entwurf Gabrielis. 1710−1711 Gesichert
Burgoberbach Evangelische Kirche St. Nikolaus, Planung Kirchenumbau. Ausführung erst 1764 durch Domenico Sala. 1711 Gesichert
Obernzenn Blaues Schloss. Neubau Osttrakt. Bauherr: Philipp Albrecht von Seckendorff-Aberdar. Stuck: Gabrielis Bruder Caspare de Gabrieli. 1711/1718 Gesichert
Ansbach Gasthof zum Roten Ross. Nürnberger-Strasse 34. 1711–1715 Nach Fiedler
Thalmässing Evangelische (obere) Kirche St. Michael. Pläne. Ausführung durch Maurermeister Michael Braunstein unter Aufsicht des Rastatter Baumeisters Lorenzo Sala. Stuck und Altar von Caspare de Gabrieli. 1712–1714 Gesichert
Rammersdorf Wasserschloss der Freiherren von Eyb. Planung. Ausführung 1713−1715 durch Maurermeister Johann Georg Schmidt. 1713 Gesichert
Weihenzell Evangelische Kirche St. Jakob. Kirchenneubau. Planung. 1713 Zuschreibung Fiedler
Ansbach Residenz. Neubau von neun Achsen des Südostflügels (Hauptfront). Hauptwerk Gabrielis in Ansbach. 1713–1716 Gesichert
Auernhofen Evangelische Kirche Hl. Kreuz und St. Blasius. Neubau nach Plänen Gabrielis durch Maurermeister Michael Braunstein. 1714 Nach Fiedler
Windsheim Rathaus-Neubau. Polier ist Johann Rigalia der Jüngere. Innen durch Brand 1730 zerstört. 1714–1717 Gesichert
Eichstätt Dom, Westfassade des Willibaldchores. 1714–1718 Gesichert
Eichstätt Domherrenhof Arzat-Gebsattel am Domplatz. 1715 Gesichert
Rebdorf Augustinerchorherrenstift. Konventbau und Osttrakt (Gabrieli-Hof). 1715–1734 Gesichert
Schwaningen Altes Schloss. Umbauten. 1716 Zuschreibung
Wernsbach Evangelische Kirche St. Johannes. Langhausumbau. Nur Leitung der Arbeiten bis 1716. 1716–1717 Nach Fiedler
Inching Schloss. Aufstockung des Gebäudes von Jakob Engel. 1718 (um) Gesichert
Zöbingen Wallfahrtskirche St. Maria. Planung. 1737 Teilabbruch, 1782−1783 veränderte Fertigstellung. 1718–1724 Zuschreibung
Bertoldsheim Schloss des Generals  Freiherr Fortunat von Isselbach. 1718–1730 Gesichert
Baldern Schloss Hohenbaldern. Umbau zu einer barocken Residenz. Kapelle, Grosser Saal und Galerie. Mit Bruder Francesco de Gabrieli. 1718–1737 Gesichert
Eichstätt Klosterkirche Notre Dame (zusammen mit Francesco de Gabrieli und dem Augsburger Maler und Freund Gabrielis Johann Georg Bergmüller). Heute Informationszentrum. 1719–1721 Gesichert
Ansbach Gasthaus zur Sonne, später «Zum Brandenburger», ehemals Oberer Markt, heute Martin-Luther-Platz 6. 1719–1722 Gesichert
Eichstätt Domherrenhof Welden am Leonrodplatz 2. Heute evangelisches Pfarramt. 1720 Gesichert
Augsburg Dompropstei. 1944 zerstört. 1720 ca. Zuschreibung
Augsburg Dom, Marienkapelle (Pollheim-Kapelle). 1720–1721 Gesichert
Herrieden Pfarrkirche St. Martin, Umbau. Gabrieli wird auch der Einfluss auf die Barockisierung der Stiftskirche zugesprochen. In Herrieden ist seine 1715 in Ansbach verstorbene Frau beerdigt. 1721 Gesichert
Eichstätt Oberstjägermeisterei Luitpoldstrasse 36. 1722 Gesichert
Mittel-Eschenbach Friedhofkirche St. Walburga. Planung. Ausführung durch Domenico Sala. 1722 Zuschreibung
Paulushofen Pfarrkirche St. Pauli Bekehrung. Planung. Bauausführung durch Johann Rigalia der Jüngere (Giovanni Rigaglia). 1722 Gesichert
Allersberg Kontor- und Wohnhaus Gilardi. Fabrikantenvilla. 1722–1723 Gesichert
Hitzhofen Pfarrkirche Mariä Heimsuchung. Langhaus. Planung. Bauausführung durch Johann Rigalia der Jüngere (Giovanni Rigaglia). 1722–1723 Gesichert
Ingolstadt Alte Anatomie. Entwurf. Ausführung Michael Anton Prunnthaler. 1723 Zuschreibung
Eichstätt Kloster Notre Dame. Klosterschule (Konventgebäude). Heute Informationszentrum. Baubeginn 1712 durch Benedikt Ettl. 1724 Gesichert
Eichstätt Domherrenhof Ostein. Heute Diözesanarchiv. 1992 von Karljosef Schattner innovativ umgebaut. 1724 Gesichert.
Dat. Barbieri
Allersberg Orangerie, Eremitage und Kapelle St. Wolfgang für Fabrikant Gilardi. Baumeister ist Giovanni Rigaglia. 1725 Nach Barbieri
Allersberg Haus Ambrosi Heckel. Baumeister ist Giovanni Rigaglia. 1725 Nach Barbieri
Eichstätt Alter Ulmer Hof an der Residenzstraße. 1725 Gesichert
Gnotzheim Pfarrkirche St. Georg. Vermittlung des Auftrags an seinen Bruder Francesco de Gabrieli. 1725 Gesichert
Eichstätt Fürstbischöfliche Residenz. Heute Landratsamt. Südflügel nach Plan von Jakob Engel. 1725–1727 Gesichert
Breitenbrunn Turmbau der Pfarrkirche. Bauausführung durch Giovanni Rigaglia. 1726 Gesichert
Dollnstein Pfarrkirche St. Peter und Paul. Turmabschluss. 1727 Zuschreibung
Eichstätt Heimbäckenhaus, Pfahlstrasse 25, ehem. Stadtwerkehaus, darin heute Lithographie-Werkstatt der Stadt Eichstätt. 1727 Gesichert
Eichstätt Kloster Notre Dame, Pensionatsflügel. Heute Informationszentrum. 1727–1728 Gesichert
Eichstätt Fürstbischöfliches Kanzleigebäude am Residenzplatz. 1728 Gesichert
Euerwang Pfarrkirche St. Martin. 1728 KDM Bayern 1983
Hirschberg Fürstbischöfliches Jagdschloss. Umbauten Nord- und Südflügel. 1729–1730 Gesichert
Eichstätt Generalvikariat. Residenzplatz 4. Heute Vermessungsamt. 1730 Gesichert
Eichstätt Gartenpavillon der Domdechantei, Residenzplatz 30. 1730 ca. Gesichert
Eichstätt Cobenzlschlösschen mit Gartenpavillon, Ingolstädter-Strasse 32. 1730 ca. Gesichert
Eichstätt Hettersdorfer Hof , Weissenburger-Strasse 6. 1730 ca. Zuschreibung
Eichstätt Kavalierhöfe oder Ministerhöfe am Residenzplatz 6−12. 1730−1736 Gesichert
Eichstätt Dom, Grabmal des Fürstbischofs Ludwig Schenk von Castell. Ausführung von Guillaume de Groff nach Entwurf Gabrielis. 1731 Gesichert
Eichstätt Kanonikerhöfe am Residenzplatz 9−15. 1732 Gesichert
Eichstätt Domherrenhof Dietrichstein am Residenzplatz. 1905 aufgestockt. 1732 Gesichert
Absberg Deutschordensschloss. 1733 Zuschreibung
Altdorf bei Tittting Pfarrkirche St. Nikolaus und Mühle. 1733 Gesichert
Eichstätt Wohnhaus Gabrieli (1686 erbaut). Fassadenumbau. 1733 Gesichert
Dietfurt an der Altmühl Stadtpfarrkirche St. Ägidius. Umbau. Planung. Ausführung durch Domenico Barbieri. 1734−1736 Gesichert
Arberg Torturm am Marktplatz. Umbau. 1735 Zuschreibung
Eichstätt Stadtpropstei, Westenstrasse 1. 1735 Gesichert
Eichstätt Hofstallungen (gegenüber Notre Dame). 1735 ca. Gesichert
Eichstätt Fürstbischöfliche Sommerresidenz. Heute Universitätsgebäude. 1735−1737 Gesichert
Eichstätt Domherrenhof Schönborn. Heute Bischöfliches Palais. 1736 Gesichert
Gersdorf (Nennslingen) Filialkirche St. Nikolaus. Planung. 1736 KDM Bayern
1983
Eichstätt Domherrenhof Gross, Leuchtenbergstrasse 1. 1737 Gesichert
Eichstätt Orangerie an der Sommerresidenz, Ostenstrasse 22. 1737–1738 Zuschreibung
Eichstätt Wohnhaus Gulden, Weissenburger-Strasse 6. 1738 Nach Barbieri
Nassenfels Pfarrkirche St. Nikolaus. 1738 Zuschreibung
Eichstätt Marienkapelle auf dem Frauenberg. 1739 Gesichert
Eichstätt Dominikanerkloster. Heute Gabrieli-Gymnasium. Treppenhaus Nordflügel. 1740 Gesichert
Eichstätt Dominikanerkloster St. Peter. Heute Gabrieli-Gymnasium. Westflügel, Treppenhaus. 1740 ca. Gesichert
Pfünz Zwei Orangerien im Schlosspark. Heute zerstört. 1740–1741 Nach Barbieri
Beilngries Fürstbischöfliches Forstamt Hauptstrasse 43, Rentamt, Hauptstrasse 12 und Oberamtsgebäude Hauptstrasse 24 (heute Rathaus). Ausführung Barbieri. 1740–1742 Nach Barbieri
Eichstätt Domherrenhof Ulm, Bau von Jakob Engel, Modernisierung der Fassaden.  1740–1742 Nach Barbieri
Greding Haus am Marktplatz 9. Richter- oder Jägerhaus. 1741–1742 Nach Barbieri
Hirnstetten Pfarrkirche St. Leonhard. Neubau Langhaus. 1743 Gesichert
Eichstätt Grabmal Gabrieli auf dem Ostenfriedhof. Entwurf. Ausführung Bildhauer Matthias Seybold und Baumeister Giovanni Domenico Barbieri. 1747 Gesichert
Eichstätt Pavillon beim Kloster Notre Dame. Nach Plänen Gabrielis postum errichtet. 1750 Gesichert

Literatur
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: Graubündner Baumeister, Zürich 1930.
Zendralli, Arnoldo Marcelliano: I Magistri Grigioni, Poschiavo 1958.
Pfister, Max: Baumeister aus Graubünden, Chur 1993.
Fiedler, Rembrandt: Zur Tätigkeit des Baumeister Gabriel de Gabrieli in Wien und Ansbach. Bamberg 1993.

Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_de_Gabrieli

http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D24487.php

[1] Quellen Wien: Faustmann, Marianne: Gabrieli, Gabriel de, in: Artisti Italiani Austria, 2002

[2] In Photographien überliefert, heute verschwunden, nachmals im Besitz Gabrielis. Die Zuschreibung an den handwerklich unbegabten Martinelli ist bei Fiedler nicht begründet.

  Gabriele de Gabrieli (1674–1745)  
  Biografische Daten        
  Geburtsdatum Geburtsort     Land  
  18. Dezember 1671 Roveredo   Graubünden CH  
    Land 18.Jh.     Bistum 18.Jh.  
    Freistaaat Graub√ľnden   Chur  
  Sterbedatum Sterbeort     Land  
  21. März 1747 Eichstätt   Bayern D  
    Land 18. Jh.     Bistum 18. Jh.  
    Fürstbistum Eichstätt   Eichstätt  
  Kurzbiografie        
  Gabriele de Gabrieli ist ein bedeutennder Baumeister-Architekt aus dem Misox. Er arbeitet zuerst als ausführender Baumeister im Dienste der Liechtenstein in Wien, dann bis 1714 als Hofbaumeister in Ansbach. Den grössten Teil seines Lebens verbringt er als Hofbaumeister in Eichstätt, wo er die fürstbischöfliche Residenzstadt in ein Barockjuwel verwandelt.
Seine Hauptwerke:
Ansbach, Residenz: Hof und Südostflügel.
Rebdorf bei Eichstätt: Augustinerchorherrenstift. Konventbau und Osttrakt.
Eichstätt: Klosterkirche und Kloster Notre Dame.
Eichstätt: Domherrenhof Ostein.
Eichstätt: Kanonikerhöfe am Residenzplatz
    Gabrieli1  
  bio pdf werkliste     legende  
Gabriele de Gabrieli. Porträtstich von Johann Jakob Hard nach Johann Georg Bergmüller. Augsburg 1740.
Original in der Zentralbibliothek Zürich.
Quelle: Zendralli 1930.
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