Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths (1652–1719)

Fürstbischof von Würzburg 1699–1719

Die Familie
Die ritterschaftliche Familie der Greiffenclau stammt aus der Ortschaft Winkel gegenüber der Kaiserpfalz Ingelheim im Rheingau. Ursprünglich Mainzer Ministerialen, bezeichnen sie sich seit 1330 nach dem Namen einer bei Winkel erworbenen Turmburg als Greiffenclau zu Vollrads oder Vollraths. Ihre geistlichen Familienmitglieder sind mehrheitlich an den Domstiften Mainz, Trier und Worms bepfründet. 1511 wird Richard von Greiffenclau als Erzbischof und Kurfürst von Trier gewählt. Mit Georg Friedrich von Greiffenclau, der 1616 Fürstbischof von Worms und 1629 auch Kurfürst und Erzbischof von Mainz wird, festigt sich der Einfluss der Familie in der Reichskirche. 1664 wird das Geschlecht in den Reichsfreiherrenstand erhoben.
Johann Philipp von Greiffenclau wird am 13. Februar 1652 in Amorbach geboren. Sein Vater Georg Philipp, Neffe des Mainzer Kurfürsten, ist kurmainzischer geheimer Rat und Oberamtmann in Amorbach.[1] Seine Mutter Rosina von Oberstein stirbt schon 1658.[2] Johann Philipp hat einen Bruder und sechs Schwestern.[3] 1659 heiratet der Vater, inzwischen kurmainzischer Oberamtmann von Königsberg, ein zweites Mal. Vier Kinder dieser zweiten Ehe mit Anna Margaretha von Buseck erreichen das Erwachsenenalter.[4]

Karriere in der Reichskirche
Taufpate von Johann Philipp von Greiffenclau ist 1652 der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Johann Philipp von Schönborn. Dieser ist seit 1642 auch Fürstbischof von Würzburg. 1635 heiratet sein Bruder Philipp Erwein von Schönborn die Tante Ursula von Greiffenclau. Der mächtige Kurfürst, Erz- und Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn ist damit mit den Greiffenclau verschwägert. Für den jungen Greiffenclau bedeutet dies offene Türen in Mainz und Würzburg. Nach Aufschwörungen in den Domkapiteln Mainz und Trier 1664 (im Alter von 12 Jahren) kann er 1666 einen Sitz im Domkapitel Würzburg erwerben. Im gleichen Jahr ist er auch Stiftskanoniker in St. Alban vor Mainz und in Sankt Ferrutius von Bleidenstadt. Das Sammeln möglichst vieler Kanonikate ist zwar seit dem Konzil von Trient verpönt. Aber kaum ein junger Adeliger schlägt die nepotistischen Angebote aus, denn für die Versorgungssicherheit und als Sprungbrett zur Karriere in der Reichskirche sind sie unerlässlich.
1667 beginnt Johann Philipp die Studien an der von Jesuiten geleiteten Universität Mainz. Um die Jahreswende 1669/70 hält er in Würzburg seine erste Residenz mit der geforderten Dauer von 26 Wochen. Dann begibt er sich bis 1673 zum Studium nach Erfurt, wo sein Onkel Friedrich kurmainzischer Statthalter ist.[5] Wieder zurück in Mainz, erhält er 1676 die niederen Weihen und ist 1679 Domkapitular mit Wahlrecht. 1687 wird er zum Priester geweiht.
Er konzentriert sich jetzt auf eine Karriere in Mainz. Bei der Mainzer Koadjutorwahl 1694 unterstützt er seinen Cousin Lothar Franz von Schönborn, der damit 1695 die Nachfolge des Kurfürsten antreten kann.[6] Dank dieser Gefälligkeit wird Greiffenclau im gleichen Jahr zum Domdechanten gewählt. Parallel, aber weniger intensiv, pflegt er sein Kanonikat in Würzburg. Hier kauft er schon 1686 die Kurie Teutleben.[7] 1686 und 1692 entsendet ihn das Würzburger Kapitel zweimal wegen Streitigkeiten mit dem regierenden Fürstbischof nach Rom, was Johann Philipp anfänglich ablehnt, da ihm die Italienischkenntnisse fehlen.[8]  

Wahl zum Fürstbischof von Würzburg
Am 15. Dezember 1698 stirbt der Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg. Schon wenige Tage später ist Kurfürst Lothar Franz von Schönborn in Würzburg anwesend, um für seine eigene Wahl bei den Kapitularen zu lobbyieren. Das Fürstbistum Würzburg als strategische Landbrücke zwischen seinen Hochstiften Mainz und Bamberg ist für ihn zu verlockend. Vereitelt wird das Vorhaben von Papst Innozenz XII., der weder Lothar Franz von Schönborn noch seinem jungen Neffen Johann Philipp Franz ein Wählbarkeitszeugnis ausstellt. Nun schliesst der Mainzer Kurfürst mit Greiffenclau einen informellen Unterstützungsvertrag, der vor allem die Patronage des künftigen Fürstbischofs über die Familie Schönborn und ihrer Freunde im Hochstift Würzburg sichern soll. Dieser Winkelzug des Mainzer Kurfürsten verschafft Johann Philipp von Greiffenclau auch die Unterstützung des kaiserlichen Wahlgesandten. Er wird deshalb am 9. Februar 1699 im ersten Wahlgang einstimmig zum neuen Fürstbischof von Würzburg gewählt. Als zweiter Fürstbischof dieses Namens wird er unter Johann Philipp II. geführt.  

Wirken als Politiker und Landesherr
Seine ersten Regierungsjahre sind reichspolitisch durch den Spanischen Erbfolgekrieg geprägt. Schon 1701 vereinbart er mit dem Kaiser eine Truppenstellung von 4000 Mann. Würzburger Truppen kämpfen in der Folge mit den Verbündeten bis 1712 gegen Kurbayern und Frankreich, das Hochstift bleibt aber in allen Jahren von Kriegshandlungen verschont.
Der Fürstbischof kennt keine absolutistischen Machtansprüche, wie diese in Salzburg und anderen Bischofssitzen längst üblich sind. Auseinandersetzungen mit dem Domkapitel sind nicht bekannt. In der umstrittenen Wahl des Schönborn-Neffen Johann Philipp Franz zum Dompropst scheint er sich neutral zu verhalten, obwohl er den im ersten Wahlgang gewählten Johann Philipp Fuchs von Dornheim mehr schätzt.[9]
Die 20-jährige Regierung Greiffenclau ist für das Hochstift eine ruhige, unbelastete, aber eher bewahrende Periode. Im Wesentlichen kann sich der Fürst auf die Errungenschaften seines in jeder Hinsicht verdienstvollen Vorgängers Guttenberg stützen. Seine wenig autokratische und auch delegierende Führung vor allem im Finanzwesen wird von seinen Gegnern kritisch und auch übel nachredend verfolgt. Der ausgeglichene Finanzhaushalt am Ende der Regierung Greiffenclau und die Verdienste im Bauwesen sprechen aber zu Gunsten Greiffenclaus. Auch für die auf alte Selbständigkeiten bedachte Zisterzienserabtei Ebrach bedeutet die Regierung Greiffenclau eine liberale Pause in der vor- und nachher anhaltenden rücksichtslosen Vereinnahmung durch die Würzburger Fürstbischöfe.
Äusserlicher Höhepunkt ist der mehrtägige Aufenthalt des neugewählten Kaisers Karl VI. im Januar 1712 in Würzburg.[10] Bei diesem Anlass demonstriert der Fürstbischof mit Truppenparaden auch die militärische Stärke des Hochstifts. Dass dauerhafter Frieden nur mit ständiger Militärbereitschaft erreicht werden kann, ist für ihn Doktrin. Vor allem das Artillerie- und Ingenieurwesen wird fortentwickelt. Nach dem Tod des auch für Würzburg tätigen Obristen Fontana[11] stellt Greiffenclau 1704 den Grenadier- und Stuckhauptmann Andreas Müller ein.[12]

Pastoraltätigkeit
Für die Seelsorge und die Weihen im Bistum delegiert Fürstbischof Johann Philipp II. meist den Weihbischof. Bis 1703 ist dies Stephan Weinberger,[13] dann folgt 1705 Johann Bernhard Mayer.[14] Umso auffallender sind Weihen, die er selbst vornimmt, wie 1715 die der neuen Stiftskirche in Grosscomburg.

Patronagen
Obwohl er seinen Aufstieg auch der Förderung von Verwandten aus dem Haus Schönborn zu verdanken hat, tritt während der Regierung Greiffenclau eine deutliche Abkühlung in den Beziehungen zur mächtigen Familie ein. Ein Zeichen sind die negativen Äusserungen des Kurfürsten Lothar Franz, der den Würzburger Fürstbischof als nicht vertrauenswürdig und als Sklaven seiner beiden Favoriten beurteilt. Er weist damit auf den für die Schönborns ungünstigen Einfluss der von Greiffenclau protegierten Hofkanzler Johann Lorenz Adelmann[15] und von Hofkammerdirektor Johann Gallus Jacob hin.[16] Diese negative Beurteilung durch den Mainzer Kurfürsten wird leider noch heute ungeprüft übernommen. Weniger dürfte ihn die Familienpolitik des Würzburger Fürstbischofs gestört haben. Wie bei den Schönborns und allen Fürsten der Reichskirche dieser Zeit nimmt der Nepotismus auch bei Greiffenclau Formen an, die der bekannten römischen Vetternwirtschaft gleichen. Er verstärkt das Domkapitel vorerst mit Familienangehörigen. Nebst dem schon 1681 eingetretenen Halbbruder Christoph Heinrich ist seit 1715 auch der Halbbruder Franz Friedrich Domstifts-Kanoniker. Seit 1704 sind zudem zwei Neffen, Söhne des Halbbruders Johann Erwein, Kanoniker im Domstift. Es sind dies Franz Erwein Ferdinand (1693–1720), der zusätzlich zu Bamberg auch ein Kanonikat in Würzburg und anschliessend noch in Grosscomburg erwirbt, und Karl Philipp Heinrich (1690–1754) der 1749–1754 selbst Fürstbischof von Würzburg wird.
Eine weitere ernstzunehmende Konkurrenz zu den Interessen des Hauses Schönborn bildet die Würzburger Gruppierung Greiffenclau-Fuchs. Die Freiherren und Grafen Fuchs von Bimbach und Dornheim sind ein weitverzweigtes fränkisches Rittergeschlecht, dessen geistliche Mitglieder vor allem in Bamberg und Würzburg wirken. Einflussreichste Person im Domkapitel Würzburg ist der Domscholaster und Neumünsterpropst Johann Philipp Fuchs von Dornheim.[17] Mit einem Zweig der Linie Fuchs von Bimbach und Dornheim ist Fürstbischof Johann Philipp durch die Heirat seiner Halbschwester Maria Rosina zwar verschwägert, der Aufstieg von Johann Philipp Fuchs von Dornheim zum Präsidenten der Hofkammer und des Hofkriegsrates vollzieht sich aber noch unter der Regierung Guttenberg. Mit Fuchs von Dornheim hat der Fürstbischof einen ausgezeichneten, vor allem in Baufragen klug mitdenkenden und wahrscheinlich auch mitentscheidenden Gleichgesinnten an seiner Seite. Dies zeigt auch der Neubau der Schlosskirche auf dem privaten Rittergut von Fuchs in Friesenhofen, die er 1713 beginnt und die zum Urtyp der barocken Einturmfassadenkirchen Frankens wird. Architekt ist Hofbaumeister Joseph Greissing, der seine Karriere ausschliesslich dem Würzburger Hof unter Greiffenclau zu verdanken hat.[18]

Der Fürstbischof als Baumäzen und Förderer der Baukunst
Mit Johann Philipp von Greiffenclau kommt 1699 eine baufreudige und offensichtlich auch an Baukunst interessierte Persönlichkeit an die Macht. Obwohl Greiffenclau nicht als absolutistisch regierender Fürst gilt, nimmt er im Stil der Barockfürsten auf das Bauwesen im Hochstift gewaltigen Einfluss. Unter seiner Regierung beginnt der Spätbarock in Franken. Schon im ersten Regierungsjahr erkennt er die Kompetenz des Vorarlberger Stadtzimmermanns Joseph Greissing als Gestalter und überträgt ihm in den kommenden 20 Jahren die meisten Bauaufgaben des Hochstifts. Er vermittelt ihn an Klöster und Stifte wie Grosscomburg,[19] Ebrach[20] und Münsterschwarzach.[21] Auch am Aufstieg von Balthasar Neumann hat er grossen Anteil.[22]
Greiffenclau ist massgebend an über 30 Neu- oder Umbauten von Kirchen beteiligt. In Würzburg ist die Barockisierung des Doms und der Beizug des Stuckateurs Pietro Magno seiner Initiative zu verdanken.[23] Er lässt die noch unvollendete Universitätskirche fertigstellen.[24] Bei vielen Kirchen sorgt er mit erheblichen Beiträgen aus seiner Privatschatulle für eine Verwirklichung. So bei der Peterskirche (1717–1720)[25] oder der Neumünsterkirche (1711–1716),[26] bei der letzteren auch mit grosser Beteiligung des Propstes Johann Philipp Fuchs von Dornheim.
Ebenso umfassend engagiert sich der Fürstbischof im Profanbau. Er lässt während seiner Regierung eine «dermassen stattliche Anzahl neuer Amtshäuser, Amtskellereien, Fruchtspeicher und Zehntscheuern errichten, wie, abgesehen von dem legendären geistlichen und wirtschaftlichen Erneuerer des Bistums, Gegenreformator Julius Echter von Mespelbrunn, kein Bischof vor und nach ihm».[27] Zu diesen Wirtschaftsbauten, deren Amtsgebäude meist als Landschlösser repräsentativ gebaut sind, gesellen sich in der Residenzstadt  gewichtige und architektonisch wichtige Profanbauten, die das Stadtbild massgebend prägen.
Städtebaulich entscheidend ist die 1690 noch unter Guttenberg begonnene Planung der neuen Residenz am Rennweg durch Antonio Petrini[28] . Greiffenclau lässt sie ab 1700 bauen. Die Wahl des Standortes auf dem freien Gelände zwischen der östlichen Spitze des mittelalterlichen Stadtmauer-Pentagons und der Bastion des 17. Jahrhunderts beim Rennwegtor ist bereits absolutistisches Ideengut.[29] Petrini baut hier für Greiffenclau die erste Dreiflügel-Schlossanlage Frankens an der Stelle der heutigen Residenz, aber mit der Ehrenhof-Ausrichtung in die neue städtebauliche Achse des nördlichen Grabens zum Juliusspital.[30] Es wird später als «Schlösschen» am Rennweg bezeichnet.[31] Greiffenclau bezieht es nie. Der Nachfolger, Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn, lässt es schon Anfang 1720 zugunsten seines mehrfach grösseren Residenzneubaus abbrechen. Die Lage der Residenz wird von ihm übernommen.
Ein gleichzeitiges grosses Bauvorhaben des Fürstbischofs ist der 1702 begonnene Wiederaufbau des 1699 durch einen Grossbrand zerstörten Fürstenbaus des Juliusspitals. Am Mittelrisalit der Nord- und Südfassade ist über dem Tordurchgang das Greiffenclau-Wappen angebracht. Baumeister Greissing erstellt hier bis 1714 auch den Gartenpavillon, ein schon spätbarockes Bauwerk.[32]
Ein weiterer Grossbau ist das neue Jesuitenkolleg, das der Fürstbischof 1715–1719 als nördlichen Trakt bei der alten Universität bauen lässt.[33] Der Bildhauer Jacob van der Auwera gestaltetet den Haupteingang mit dem Wappen Greiffenclau.[34]
Selbst bei Profanbauten von Kollegiatstiften wie dem Rückermainhof am Fischmarkt mischt sich der Fürstbischof ein und kann das Projekt seines Baumeisters Greissing durchsetzen.[35] Auch hier ist das Wappen Greiffenclau im Frontispiz des Mittelrisalits zu finden.[36]
Er baut auch für sich und seine Familie. In Würzburg bewohnt er das Greiffenclau-Palais am nördlichen Graben, seiner neuen Strassenachse das er 1707–1710 bauen lässt. Das Palais wird von ihm vermehrt als eigentlicher Wohnsitz verwendet.[37] In Gereuth bei Ebern in den Hassbergen erwirbt er 1705 ein Rittergut. Er lässt hier bis 1711 eine residenziale dreigeschossige Dreiflügelanlage als Wasserschloss bauen und erteilt 1713 den Auftrag für die Schlosskirche.[38]
Neben diesen vielen Bauvorhaben in der Residenzstadt und in den Ämtern des Hochstifts widmet der Fürstbischof vor allem im ersten Jahrzehnt seiner Regierung, immer in Sorge um die Landesverteidigung und unter dem Eindruck der europäischen Kriegsvorbereitungen, grosse Ressourcen dem Ausbau der Wallanlagen auf Marienberg und um die Stadt. Auf Marienberg lässt er das neue Zeughaus errichten.[39] Wie an den meisten seiner Bauten prangen auch hier, so am äusseren Höchbergertor der Festung Marienberg oder am 1869 abgebrochenen Main-Brückentor, seine Wappen.
Die Bauvorhaben der Regierung Greiffenclau führen zu keiner Staatsverschuldung. Massgebend zu diesem Ergebnis trägt auch der unglücklich endende Hofkammerdirektor Johann Gallus Jacob bei. Erst unter der fünfjährigen Regierung des Nachfolger Johann Philipp Franz von Schönborn erreichen die Staatschulden dank des masslosen Residenzbaus die Höhe von 694 000 Gulden

Irrwege einer Inszenierung des guten Fürsten Greiffenclau
Eine umfangreiche Festschrift von 800 Seiten mit vielen Kupferstichen wird zum 60. Geburtstag des Fürstbischofs am 13. Februar 1712 im Druck vorbereitet. Die Illustrationen beinhalten in Analogie zum Familiennamen immer einen Vogel Greif und nehmen Bezug auf den Titel «Gryphus principalis».
Die originelle Mischung von Familiengeschichte, Fürsten- und Tugendspiegel mit ausführlichem Staatskalender erscheint 1713 um die Hälfte gekürzt und mit weniger Stichen.[40]
Grund der verhinderten vollen Veröffentlichung ist wahrscheinlich eine Intervention des Fürstbischofs selbst. Sie sei für einen noch lebenden Fürsten «zu glorios». Diese Skrupel haben andere geistliche Fürsten nicht, wie das Beispiel des Salzburger Fürsterzbsichofs Johann Ernst von Thun-Hohenstein in den gleichen Jahren zeigt.[41] Greiffenclau selbst beindrucken die Stiche. Er nimmt 28 Druckplatten, darunter das grössere Titelblatt mit seinem Porträt und eine Grossfolio-Platte in seinen Besitz, lässt sie vergolden und in einen neuen Schreibschrank einfügen.
Der Schreibschrank steht heute im Mainfränkischen Museum. Die Grossfolio-Platte ist in die Mitteltüre eingelassen. Sie ist eine Apotheose Greiffenclaus, der im Kranz der Wappen seiner Kapitulare den Himmel über der Stadtansicht Würzburgs einnimmt. Ein mit Allegorien bereicherter Barockgarten im Vordergrund versinnbildlicht die Fruchtbarkeit des Landes unter seiner Herrschaft.
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Der Greiffenclau-Schreibtsich im Mainfränkischen Museum.
Foto: Diderot in Wikipedia.

Tod und Begräbnis
Am 3. August 1719 stirbt Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths nach kurzer Krankheit im Alter von 67 Jahren auf der Festung Marienberg. Am 28. August wird er feierlich im Dom begraben. An den hervorragenden Würzburger Fürstbischof erinnert nur eine Grabplatte in der Marienkirche auf der Festung Marienberg. Hier, in der frühmittelalterlichen Rotunde, liegen im Fussboden die Platten von 21 Fürstbischöfen. Diejenige von Johann Philipp von Greiffenclau ist allerdings eine völlige Neuschöpfung von 1866 ohne Bezug zur Barockzeit.

Pius Bieri 2018

 

Literatur:
Fries, Lorenz: Geschichte, Namen, Geschlecht, Leben, Thaten u. Absterben der Bischöfe von Würzburg u. Herzoge von Franken, auch was während der Regierung jedes Einzelnen Merkwürdiges sich ereignet hat, bearbeitet nach Gropp und anderen Quellen. Zweiter Band der Würzburger Chronik 1849.
Christian Antz: Sacrum Theatrum Romanum, das Würzburger Neumünster und die katholische Baukunst in Deutschland zwischen 1680 und 1720, Weimar 1997.
Romberg, Winfried: Die Würzburger Bischöfe von 1684 bis 1746, in: Germania Sacra, Dritte Folge 8, die Bistümer der Kirchenprovinz Mainz. Das Bistum Würzburg. Berlin/Boston 2014.
Mack, Johannes: Der Baumeister und Architekt Joseph Greissing, Würzburg 2008.

Anmerkungen:
[1] Georg Philipp von Greiffenclau zu Vollraths (1620–1689). Er ist Neffe und Erbe des Mainzer Kurfürsten Georg Friedrich (1573–1629). In der Literatur als «Gouverneur» von Königstein bezeichnet, ist Georg Philipp tatsächlich von 1656–1682 Oberamtsmann des mainzischen Amtes Königstein im Taunus. Seine Schwester Maria Ursula heiratet 1635 Philipp Erwein von Schönborn, den Bruder des mächtigen Kurfürsten von Mainz und Fürstbischofs von Würzburg und Worms, Johann Philipp von Schönborn.

[2] Rosina von Oberstein (1623–1658).

[3] Der Bruder Johann Gottfried und die Schwestern Sophia Maria Augusta, Maria Anna Charlotte sterben im Kindesalter. Die Schwester Anna Ursula (*1653) heiratet Leopold Wilhelm von Stadion. Zwei weitere Schwestern, Elisabetha Helena (*1654) und Maria Regina (*1655), treten in die Benediktinerinnenabtei Marienberg ob Boppard ein. Hier ist ihre Tante Eva Margaretha (1608–1688) seit 1655 Äbtissin.

[4] Anna Margaretha von Buseck (1620–1689). Die überlebenden Kinder sind: Johann Erwein (1663–1727), Franz Friedrich (1666–1729), Maria Rosina (1669–1708) und Christoph Heinrich (1672–1727).

[5] Friedrich von Greiffenclau zu Vollraths (1603–1682), Domherr und kurmainzischer geheimer Rat, Statthalter von Erfurt 1667–1674, anschliessend Vicedom im Rheingau. Der Bruder von Georg Philipp ist zweiter Statthalter in Erfurt. Die Reformationsstadt wird nach dem Dreissigjährigen Krieg Mainz zugesprochen und 1664 von Kurfürst Johann Philipp mit Militärgewalt (15 000 Soldaten) unterworfen. Erfurt bleibt bis 1802 mainzisch.

[6] Lothar Franz von Schönborn (1655–1729), Fürstbischof von Bamberg und Kurfürst von Mainz. Zu ihm siehe die Biografie in dieser Webseite.

[7] Bis 1945 an der Westseite der Domerschulstrasse beim Franziskanerplatz. 1945 vollständig zerstört.

[8] Die Streitigkeiten des Domkapitels mit dem Fürstbischof Johann Gottfried von Guttenberg drehen sich um die Wahlkapitulation, von deren Aufschwörung er befreit werden möchte. Das Domkapitel unterliegt, denn 1695 erklärt Papst Innozenz XII. sämtliche bei Würzburger Bischofswahlen eingegangene Kapitulationen als ungültig.

[9] 1703 wird Johann Philipp Fuchs von Dornheim, Vertrauter des Fürstbischofs, gewählt. Zu ihm siehe die Anmerkung 17. Die Wahl muss wiederholt werden, weil die fünf Mitglieder der Schönborn-Fraktion nur durch Vollmachten vertreten sind, von denen drei vom Kapitel als ungültig erklärt werden. Die persönliche Intervention von Kurfürst Lothar Franz von Schönborn bei der Kurie in Rom führt zur Wahlwiederholung 1704. Inzwischen ist auch der Neffe und spätere Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn Kapitular und entscheidet mit seiner Stimme die Wahl zu Gunsten seines Bruders Johann Philipp Franz.

[10] Der Kaiser quert am 11. Januar den Main beim Kloster Triefenstein, um hier zu übernachten und trifft am 12. Januar in Würzburg ein. Sein Gefolge umfasst 96 sechsspännige Wagen und 60 Reitpferde, also insgesamt 636 Pferde. Weil bei Triefenstein noch keine Mainbrücke vorhanden ist, lässt der Fürstbischof durch seine Truppen eine Pontonbrücke erstellen. Beim zweitägigen Fest sind die neueingekleideten Truppen mit Spalieren und Paraden eine Hauptattraktion. Es wird von einer Truppenbeteiligung von 7000 Mann berichtet.

[11] Giovanni Domenico Fontana von Kaysersbrunn († 1702 vor Landau) ist kaiserlicher Oberingenieur und Obristleutnant am Rheinstrom, auch hervorragender Zeichner und Feldmesser. Seine Herkunft ist nicht erforscht, er dürfte aber in zweiter Generation schon im deutschsprachigen Norden geboren sein. 1685 ist er in kaiserlichem Kriegsdienst in Ungarn. 1696–1700 Festungskommandant in Breisach. 1700 geadelt. 1701 Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen am Oberrhein. Seine Witwe Sabine Theresia Brailliard heiratet 1708 Maximilian von Welsch.

[12] Andreas Müller (1677–1722) aus Oberwittighausen. Der Vorname Andreas könnte erfunden sein. Er ist in den Rechnungen mit dem Vornamen Adam geführt und wird vom Chronisten Gropp (1754) entweder als Hauptmann Müller oder nur als Stuckhauptmann bezeichnet. Müller ist für alle Militär-Ingenieur- und Feldmesserarbeiten zuständig, auch für die Ehrenpforten und Illuminationen anlässlich des Kaiserbesuchs. Zeitgemässe Nennungen Müllers als Planer von Profan- oder Sakralbauten sind unbekannt. Er stellt 1714 Balthasar Neumann als Fähnrich ein und unterrichtet ihn bis 1716 im Festungswesen und im militärischen Ingenieurbereich. Dies verleitet im Zuge der «Neumannomia» vielfach zur Nennung Müllers als Architekt. Auch der Schöpfer dieser Bezeichnung, Christian Antz in «Sacrum Theatrum Romanum» 1997, ist dagegen nicht gefeit. Dutzende von Profanbauten schreibt selbst er Müller zu. Eine Bereinigung erfolgt bei Johannes Mack in «Joseph Greissing» 2007, Seite 179–193.

[13] Stephan Weinberger (1624–1703) aus Abensberg. Weihbischof von 1667–1703. Er konsekriert 45 Kirchen, fast 400 Altäre, weiht 16 Äbte und zwei Äbtissinnen, nimmt 9053 Ordinationen vor und erteilt 304 848 Personen die Firmung. 1699 weiht er den neugewählten Fürstbischof Johann Philipp II.

[14] Johann Bernhard Mayer (1669–1747) aus Lauda. Er hält sich bis 1696 in Rom auf. 1699 ernennt ihn Fürstbischof Johann Philipp II. zum Hofkaplan und geistlichen Rat. Er wird 1700 Doktor beider Rechte und Universitätsprofessor. 1705–1747 ist er Weihbischof unter vier Fürstbischöfen. Er führt 8403 Ordinationen durch, weiht drei Fürstbischöfe, 19 Äbte und 4 Äbtissinnen, konsekriert 143 Kirchen, 686 feste Altäre und firmt 321 220 Personen.

[15] Johann Laurentius Adelmann, Dr. jur. utr. (1655–1719) wird bei Regierungsantritt 1699 Hofkanzler, 1701, 1707 und 1712 auch als kaiserlicher Reichshofrat ernannt/bestätigt. 1689–1699 Syndikus des adeligen Ritterstifts Grosscomburg. Warum der Fürstbischof dem Kanzler hörig sein soll, ist aus der Literatur nicht ersichtlich.

[16] Johann Gallus Jacob (1665–1725) aus Tauberbischofsheim, Sohn eines Seilermeisters, ist ein nichtadeliger Aufsteiger am Würzburger Hof, der vom Kaiser 1717 mit dem erblichen Adelsprädikat «von Horlach» geadelt wird. Er ist seit 1707 Hofkammerdirektor und seit 1709 geheimer Rat. Er leitet das gesamte Würzburger Bauwesen mit grossem Sachverstand und ist auch massgebend an der Finanzpolitik beteiligt. Er zieht sich die Feindschaft des Schönborn-Clans zu, weil er sich allen Einmischungsversuchen der Schönborns in Hochstiftangelegenheiten entschieden zu Wehr setzt. Nach der Wahl von Johann Philipp Franz von Schönborn zum Fürstbischof 1719 rächen sich die Schönborns mit Bereicherungsvorwürfen, die noch heute ungeprüft übernommen werden. Was bei der Schönborn-Familie zur selbstverständlichen barocken Usanz gehört, nämlich die passive und aktive Bestechung, soll jetzt dem Hofkammerrat Jacob von Hohlach zum Verhängnis werden. Gegen «Jacqueli», wie ihn die Schönborns verächtlich nennen, setzt der neugewählte Fürstbischof sofort eine Untersuchungskommission ein. Um einem Prozess zu entgehen, überweist Jacob von Hohlach trotz der wahrscheinlich unbeweisbaren Vorwürfe dem hochverschuldeten Johann Philipp Franz von Schönborn innert sechs Monaten sein gesamtes Vermögen von 640 000 Gulden. Siehe dazu auch die Biografie von Johann Philipp Franz von Schönborn in dieser Webseite.

[17] Johann Philipp Fuchs von Dornheim (1646–1727) ist 1655 Domizellar und 1681 Kapitular am Domstift Würzburg. 1687 wird er zum Neumünster-Propst gewählt. 1691 ist er Präsident der Hofkammer und des Hofkriegsrates. 1703 wird er zum ersten Mal als Propst gewählt, unterliegt in der zweiten Wahl aber Johann Philipp Franz von Schönborn. 1719 wird er Dompropst.

[18] Joseph Greissing (1664–1721) aus Hohenweiler bei Bregenz. Stadtzimmermeister 1698. Ab 1700 als Baumeister tätig. 1716/17 Ausbildner von Balthasar Neumann im Zivilbauwesen. Zu Greissing siehe die Biografie in dieser Webseite.

[19] Die Kirche des adeligen Ritterstiftes Grosscomburg bei Hall wird 1707–1715 von Greissing gebaut. Vermittlung durch Greiffenclau, dessen Neffe hier Domkapitular ist. Der Fürstbischof weiht das Bauwerk persönlich. Grosscomburg ist restauriert erhalten.

[20] Die Westflügel mit dem Ehrenhof der Abtei Ebrach werden 1715–1720 von Greissing gebaut. Ebrach liegt im Hochstift Würzburg. Berufung Greissings durch Abt Wilhelm Sölner. Das Bauwerk ist restauriert erhalten. Mehr siehe unter «Ebrach» in dieser Webseite.

[21] In Münsterschwarzach baut Greissing 1718–1721 die Klosteranlage für Abt Januarius Schwab. Münsterschwarzach liegt im Hochstift Würzburg. Das Bauwerk wird nach 1803 zerstört. Mehr siehe unter «Münsterschwarzach» in dieser Webseite.

[22] Balthasar Neumann (1687–1753) aus Eger. Er tritt 1714 als Fähnrich in die hochfürstlich-würzburgische Schloss-Leibkompanie ein. 1715 erteilt ihm Greiffenclau den Auftrag für einen ersten vermessungstechnisch korrekten Grundrissplan der Stadt. 1716 vermittelt ihm der Fürstbischof eine praktische Architekturausbildung bei Joseph Greissing. Siehe auch die Biografie «Balthasar Neumann» in dieser Webseite.

[23] Barockisierung 1701–1704 durch Giovanni Pietro Magno (1655–1722/24) aus Bruzella im Tessin. Fürstbischof Johann Philipp II. ist auch 1709 Stifter des Pfarraltars. Die Ausstattung wird 1945 zerstört. Die 1718 vom Mainzer Hofbaudirektor Maximilian von Welsch geplante barocke Fassade kommt nicht zur Ausführung.

[24] Die Universitäts- oder Neubaukirche ist nach zwei Bauphasen (1582–1591 und 1627–1631) noch in unvollendetem Zustand und wird von Antonio Petrini und Joseph Greissing bis 1703 vollendet. Die barocke Ausstattung verschwindet schon nach der Profanierung Anfang des 19. Jahrhunderts. Kriegszerstörung 1945 mit anschliessender Rekonstruktion.

[25] 1945 zerstört, nur teilweise rekonstruiert.

[26] Zur Neumünsterkirche siehe den Beitrag «Würzburg, Stiftskirche und Kollegiatstift Neumünster» in dieser Webseite.

[27] Zitat Johannes Mack in «Joseph Greissing» 2008.

[28] Antonio Petrini, Festungs- und Hofbaumeister in Würzburg nach dem Dreissigjährigen Krieg. Seine Lebensdaten sind ungekärt. Ursula Stevens nennt 1631–1701, geboren in Caneggio, Enkel des Krakauer Baumeisters Battista Petrini. Bisherige Lebensdaten nennen die Geburt um 1620 oder 1621 in Lasino bei Trient. Im ersten Fall würde er 1701 mit 70 Jahren sterben, im zweiten Fall mit  80 Jahren, das Würzburger Sterberegister nennt als Alter 76 Jahre. Gehe zur Biografie Antonio Petrini.

[29] Die Residenz des Fürsten soll nicht mehr feudal distanziert in einer Burg, sondern auf die Residenzstadt ausstrahlend an ihrem Kopf (Rastatt) oder in ihrer Mitte (Salzburg, Passau) liegen. Mit der vollständigen Unterwerfung der Stadt im 16. Jahrhundert und der Entmachtung der Stände im 17. Jahrhundert durch die Fürstbischöfe ist ihre Residenz auf der Burg zudem weder notwendig noch sinnvoll.

[30] Die Ausbildung des nördlichen Grabens als Strassenachse bis zum Juliusspital ist eine weitere städtebauliche Leistung Greiffenclaus. An ihr lässt er seinen Stadtpalais, den «Roten Bau» mit der Ignatiuskapelle bauen. Die Strasse erfährt 1738 nach dem Abbruch des mittelalterlichen Berings durch Balthasar Neumann eine Verbreiterung. Namensänderung in Theaterstrasse Anfang des 19. Jahrhunderts.

[31] Das Gebäude ist mit ungefähr 68 Meter Länge und 34 Meter Breite keineswegs klein, flächenmässig fast das Doppelte des gleichzeitig von Petrini gebauten Rosenbachhofs, aber im Vergleich mit der Länge der späteren Residenzfassade von 166 Metern bescheiden. Zudem hat es wie der Rosenbachhof nur zwei Stockwerke.

[32] Der Fürstenbau des Julius-Spitals wird erst 1702, ein Jahr nach dem Tod von Antonio Petrini begonnen. Greissing ist bereits 1700, zusammen mit Petrini, an der Planung beschäftigt. Der einzige erhaltene Riss stammt aus dem Baubüro Greissing. Trotzdem wird der Bau mit falschem Baudatum 1699–1701 (anstelle 1702–1714) noch heute Antonio Petrini zugeschrieben.

[33] Die Jesuiten werden 1773 vertrieben. Deshalb wird das (in der Fassade nach 1945 rekonstruierte) Gebäude an der Domerschulstrasse 18 heute nicht als ehemaliges Jesuitenkolleg, sondern als Priesterseminar bezeichnet.

[34] Zum Wappen am ehemaligen Jesuitenkolleg siehe www.welt-der-wappen.de/

[35] Der Rückmainerhof des adeligen Ritterstiftes St. Burkard wird 1714–1723 gebaut und nach der Kriegszerstörung 1945 in den Fassaden rekonstruiert. Heutige Adresse: Karmelitenstrasse 20.

[36] Propst von St. Burkard ist der Fürstbischof-Neffe Christoph Heinrich von Greiffenclau-Vollraths.

[37] Das Palais, auch «Roter Bau» genannt, heute Theaterstrasse 23, wird nach 1945 nur äusserlich rekonstruiert. Beteiligt am schlichten Bau sind Valentino Pezzani, Joseph Greissing, Jacob van der Auwera und Balthasar Esterbauer, nicht aber der noch immer als «Architekt» erwähnte Militäringenieur Andreas Müller.

[38] Die Schlossanlage wird von Valentino Pezzani als Werkmeister unter der Leitung von Johann Gallus Jacob, die Kirche von Joseph Greissing ausgeführt. Der heruntergekommene Schlosskomplex wird seit 2000 privat und ohne Hilfe der Denkmalpflege restauriert.

[39] 1709–1713, unter der Leitung von Johann Gallus Jacob. Ursprünglich mit mächtigem Mansarddach von Joseph Greissing, heute mit flachem Satteldach.

[40] «Gryphus principalis, sive, Typus boni principis : XII titulis repræsentatus et reverendissimo ... Ioanni Philippo, S.R.I. principi, episcopo Herbipolensi ... oblatus humillime» Autor: Johannis Valentinus Kirchgessner, Stecher: Johann Salver, und Elias Müller, Zeichner: Wolfgang Högler und Giovanni Pietro Giorgioli.
Das gekürzte Werk ist unter https://archive.org/details/gryphusprincipal00kirc/page/n3 abrufbar.

[41] Zu den Publikationen des Salzburger Fürsterzbischofs siehe seine Biografie in dieser Webseite.



Porträt des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau

Kupferstich, 162 mm B x 249 mm H, bezeichnet «Joh. Salver Sc. Herpip. 1712». Er ist mit (70) nummeriert und stammt damit aus Seyfried: Philosophia Herbipolensis. Bildquelle: Bibliothek Wolfenbüttel.


Weitere Infos zum Porträt

  Johann Philipp von Greiffenclau zu Vollraths (1652–1719)  
  Biografische Daten     Zurück zum Bauwerk  
  Geburtsdatum Geburtsort       Land 18. Jahrhundert  
  13. Februar 1652 Amorbach   Kurfürstentum Mainz  
  Titel und Stellung         Regierungszeit  
  Fürstbischof von Würzburg   1699–1719  
  Sterbedatum Sterbeort       Land 18. Jahrhundert  
  3. August 1719 Würzburg   Hochstift Würzburg  
  Kurzbiografie              
  Johann Philipp II. von Greiffenclau zu Vollraths prägt als Fürstbischof die Residenzstadt Würzburg während 20 Jahren. Er regiert moderat, legt unter dem Eindruck des Spanischen Erbfolgekrieges grossen Wert auf die militärische Verteidigung, ist aber gleichzeitig ununterbrochen auch für die barocke Bauerneuerung der Stadt und der Herrschaft tätig. Ihm verdankt Würzburg Neumünster und Peterskirche. Unter keinem Fürstbischof, mit Ausnahme von Julius Echter von Mespelbrunn, sind zudem vorher oder nachher derart viele Amtshäuser und Wirtschaftsbauten in der Herrschaft entstanden. Dass er alles ohne Schuldenanhäufung bewältigt, ist sein weiterer Verdienst.     WburgGreiffenclau  
  PDF (nur Text) Biografie Porträt     Bildlegende  

Porträt des Fürstbischofs Johann Philipp von Greiffenclau


Johann Philipp von Greiffenclau (1652–1719) ist auf vielen Kupferstichen im Druck veröffentlicht. Fast immer wird er im als Brustbild im Alter von ungefähr 50 Jahren gezeigt. Auch der vom Würzburger Johann Salver 1712 veröffentlichte Stich gehört zu dieser Reihe.
WburgGreiffenclau   Im ovalen und mit Akanthus umwundenen Rahmen blickt der Würzburger Fürstbischof nach rechts gewandt zum Betrachter. Er ist durch Beffchen und Brustkreuz als Prälat dargestellt. Die Haarpracht deutet auf eine bescheidene Perücke hin. Sein Gesichtsausdruck wirkt sympathisch.
Unten im Bildrahmen ist das Amtswappen eingefügt, das auch an vielen Gebäuden der Stadt zu sehen ist. Es zeigt im quadrierten Schild in Feld 1 den Fränkischen Rechen[1] und in Feld 4 das Würzburger Rennfähnlein[2] des Hochstifts. Feld 2 und 3 zeigen das Familienwappen Greiffenclau zu Vollraths.[3]
In den Ecken sind die Ahnenwappen zu sehen. Sie sind beschriftet. Oben links ist nochmals das Wappen Greiffenclau-Vollraths (Vater), oben rechts das Wappen Oberstein (Mutter), unten links das Wappen Eltz (Grossmutter väterlicherseits) und unten rechts das Wappen Hunoldstein (Grossvater mütterlicherseits). Die lateinische Sockelinschrift nimmt Bezug auf den Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714), der offensichtlich zum Zeitpunkt der Textverfassung noch nicht beendet ist. Der Verfasser lobt vor allem die Unterstützung des kaiserlichen Heers durch Truppen des Fürstbischofs. Die deutsche Übersetzung der lateinischen Sockelinschrift ist im Beschrieb der Bibliothek Wolfenbüttel zu lesen.

Kupferstich, 162 mm B x 249 mm H, bezeichnet «Joh. Salver Sc. Herpip. 1712». Er ist mit (70) nummeriert und stammt damit aus Seyfried: Philosophia Herbipolensis. Bildquelle: Bibliothek Wolfenbüttel.

 

Anmerkungen:
[1] Von Rot und Silber mit drei aufsteigenden Spitzen geteilt.

[2] In Blau eine rot-silbern gevierte, an beiden senkrechten Seiten je zweimal eingekerbte, schräggestellte Standarte mit goldenem Schaft.

[3] Der Schild ist quadriert. Feld 1 und 4 sind silbern-blau geteilt, darüber liegt eine goldene Lilienhaspel (Glevenrad). Dies ist das Stammwappen Greiffenclau–Vollraths. Feld 2 und 3 zeigen in Schwarz einen silbernen Schräglinksbalken (Herrschaft Ippelbrunn).



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