Liebhard Kellerer (1671–1734)

Abt OCist in Fürstenfeld 1714–1734

Hollenbach und Inchenhofen
Am 4. November 1671 wird dem Maurer Joseph Kellerer und seiner Ehefrau Barbara in Hollenbach der Sohn Martin geboren.[1] Hollenbach ist ein Strassendorf nordöstlich von Augsburg, mit 46 Anwesen und der Pfarrkirche St. Peter und Paul.[2] Der Kirchensatz liegt beim Kloster Fürstenfeld, dem auch 10 Anwesen gehören. Das Kloster muss für Hollenbach einen Weltgeistlichen einsetzen.[3] Anders in der nur eine Wegstunde entfernten Kaplanei Inchenhofen mit der Wallfahrtskirche St. Leonhard. Hier setzt Fürstenfeld Konventualen ein und betreibt auch eine Schule.
Der junge Martin geht in die Schule zu den Fürstenfelder Patres nach Inchenhofen. Sie fördern ihn und verschaffen ein Studium am Jesuitenkolleg Augsburg. Er wohnt bei den Franziskanern zum Heiligen Grab. 21-jährig, tritt er 1692 ins Kloster Fürstenfeld ein und legt ein Jahr später Profess unter dem Klosternamen Liebhard ab.[4]

Konventuale in Fürstenfeld
Abt ist zur Zeit seines Eintrittes in Fürstenfeld Balduin Helm aus München.[5]  Zwei Jahre studiert Frater Liebhard Kellerer Philosophie an der hauseigenen Lehranstalt. Seine Professoren sind der wenig ältere P. Wigand Bondaz[6] und der spätere Abt Casimir Kramer.[7] Abt Balduin Helm lässt die neu Eingetretenen nach abgeschlossenem Hausstudium an der Jesuitenuniversität von Ingolstadt Theologie studieren. Auch Frater Liebhard Kellerer immatrikuliert sich 1696 in Ingolstadt. Er wohnt hier im «Collegium Bernardium», einem 1627 von der Abtei Kaisheim erbauten mächtigen Konviktgebäude, das allen in Ingolstadt studierenden Zisterziensern zur Verfügung steht.[8]  Er studiert vier Jahre, wird 1700 in Freising zum Priester geweiht und kehrt nach Fürstenfeld zurück. Hier ist inzwischen der grosse Klosterneubau vollendet. Pater Liebhard wird vorerst «excurrendo» Kaplan in Bruck, dann Pfarrer in den inkorporierten Pfarreien Emmering, Jesenwang und Puch.

Inchenhofen
1705 ist Pater Liebhard an der Wahl des neuen Abtes Casimir Kramer beteiligt. Der verdienstvolle, aber zu stark mit dem kurfürstlichen Hof verbundene Balduin Helm zieht sich als Abt zurück. Gründe sind eine interne Opposition und der jetzt fehlende Rückhalt durch den nun von Österreich administrierten Münchner Hof. Weder Casimir Kramer noch Pater Liebhard gehören zur Opposition gegen den Balduin Helm. Der erstere hat 1703 als Superior in Inchenhofen die Zerstörung der Wallfahrtskaplanei durch alliierte Truppen miterlebt. Als Abt beordert er nun Pater Liebhard in die Kaplanei bei seinem Heimatort und überlässt ihm auch die Leitung der Wiederaufbauarbeiten der Wallfahrtskirche und des Neubaus eines dreigeschossigen Superioriat-Gebäudes mit 19 Fensterachsen und einem Mittelrisalit.[9] Der Maurersohn Kellerer wird hier zum bauleitenden Kirchherrn.

Bauabt in Fürstenfeld
Am 7. August 1714 wird Liebhard Kellerer zum Nachfolger des verstorbenen Abtes Casimir gewählt. Sein Vorgänger hinterlässt eine positive Haushaltsbilanz von 55 500 Gulden, trotz Neu- und Umbauten (Inchenhofen, Giching) und den Lasten des Spanischen Erbfolgekrieges.[10] Inzwischen ist der Krieg beendet. Die österreichische Administration und die Reichsacht über den Kurfürsten werden aufgehoben.[11] Als wäre nichts geschehen und ohne Rücksicht auf die Staatsfinanzen betätigt sich Kurfürst Max II. Emanuel wieder als grosser Kunstmäzen und frönt einer unbegrenzten Baulust. Auch Abt Liebhard und der Konvent von Fürstenfeld scheinen davon angesteckt. Sie setzen 1716 den seit 1701 nicht über die Chorfundamente gewachsenen Kirchenneubau fort. Baumeister ist Johann Georg Ettenhofer. Schon 1718 wird die alte Kirche abgebrochen und an ihrer Stelle das neue Langhaus begonnen. Im gleichen Jahr sind die Stuckateure schon am Chor tätig. 1722 wird auch mit den Fresken begonnen. Maler ist Cosmas Damian Asam, der Bruder des 1706 in Fürstenfeld eingekleideten Engelbert Asam. Stuckateur ist ihr gemeinsamer Schwager Peter Franz Appiani. 1726 ist der Neubau unter Dach, das Langhaus kann eingewölbt werden. 1727 verunglückt der Bruder des Abtes, der als Palier die Bauarbeiten leitet, bei einem Gewölbeeinsturz tödlich. 1734, im Todesjahr von Abt Liebhard, ist das Langhaus stuckiert und Cosmas Damian Asam malt die Fresken.
Die grossartige Stiftskirche von Fürstenfeld wird noch bis 1770 ausgestattet, aber schon 1736 kann die erste feierliche Vesper im fertiggestellten Kirchenraum gefeiert werden.
Die Stiftskirche von Fürstenfeld ist das Werk des Maurersohns aus Hollenbach.
In der «Leich: und Ehren:Predig» 1734 ist festgehalten «Er ist zugleich Ober:Maur:Maister, Ober:Zimmer:Maister, obere Bau:Herr und Ober:Bau:Maister gewesen». Der Prediger erwähnt dabei eine wichtige Tätigkeit des Abtes am Kirchen-Neubau nicht, weil sie damals selbstverständlich ist. Wie alle barocken Bauäbte ist auch er «Inventor» des Bildprogrammes.

Bauabt in der Klosterherrschaft und den inkorporierten Pfarreien
Die Stiftskirche Fürstenfeld bleibt nicht einziges Bauwerk seiner Regierungszeit. 1717 lässt er den Pfarrhof in Jesenwang neu bauen und anschliessend die dortige Kirche St. Michael umbauen. In Aich ist er für den Neubau er Kirche St. Peter und Paul 1720 zuständig. Hier stuckiert Peter Franz Appiani den Chor. In Neukirchen bei Thierhaupten ist er 1723 Bauherr für die Vergrösserung und Barockisierung der Kirche St. Vitus. 1724 sorgt er in seiner Heimatgemeinde Hollenbach für den Neubau des Langhauses und den Chorumbau der Kirche St. Peter. Die Kirche St. Sebastian von Puch lässt er 1724 durch Jacopo Appiani stuckieren. 1730 folgt der Umbau der Kirche Maria Verkündigung in Ainertshofen. In Puch und Ainertshofen verkündet sein Wappen am Chorbogen von den Umbauten. 1730 brennt die Kirche Mariä Himmelfahrt in Waikersaich und in Thal bei Aibling das «Schloss», beide Wiederaufbauten leitet der Abt Liebhard sofort ein. Der spätere Chronist Abt Gerhard Führer fügt noch Bruck, Pfaffing, Biburg und Holzhausen zu dieser Liste von Baumassnahmen des Abtes Lienhard hinzu. Fast alle diese Werke werden spätestens im 19. Jahrhundert verändert oder abgebrochen. Meist sind es Um- oder Neubauten einfacher Dorfkirchen. Es ist trotzdem erstaunlich, wie Abt Liebhard zusätzlich zu der Führung eines grossen Konventes von 50 Religiosen noch diese Bauten begleiten kann.

Vorsteher Fürstenfelds 1714–1734
Abt Liebhard Kellerer wird als gutherziger Vorsteher mit sozialem Gewissen gelobt. Während seiner zwanzigjährigen Regierungszeit treten 34 Konventualen neu in Fürstenfeld ein. Zeitweise zählt das Kloster 50 Konventualen, bei seinem Tod sind es noch immer 47. Fürstenfeld hat unter ihm einen guten Ruf.
Auch das Verhältnis zum Münchner Hof scheint sich unter Abt Liebhard normalisiert zu haben. Die kurfürstlichen Räume Fürstenfelds, für die Parforcejagden im Jagdgebiet Fürstenfeld eingerichtet und dem Aufenthalt höfischer Gäste erstellt, sind nach einer kurzen Zweckentfremdung wieder hergestellt.[12] Jagdaufenthalte des Hofes mit Karl Albrecht als Kronprinz oder nach 1726 als Kurfürst sind, vermutlich wegen ihrer Selbstverständlichkeit, mit Ausnahme des Jahres 1731 nicht belegt.[13] Hingegen wird für 1724 ein achttägiger Aufenthalt des jakobitischen Thronprätendenten James Stuart in Fürstenfeld erwähnt.[14]

Schuldenlasten
Abt Liebhard ist als Prälatensteuerer auch Mitglied der Ständeversammlung in München. Hier erlebt er hautnah die Ohnmacht der Stände gegenüber den unglaublichen Ausgaben des Kurfürsten. Verschwendet dieser für die Hochzeit seines Sohnes 4 Millionen Gulden und treibt als Kunst- und Baumäzen die Staatsschulden bis 1726 auf das Siebenfache der jährlichen Staatseinnahmen, scheinen die Ausgaben in Fürstenfeld sehr bescheiden. Aber allein die Kirche kostet bis zu ihrer Fertigstellung 400 000 Gulden. Die Summe bedeutet das Zehnfache der maximalen Jahreseinnahmen Fürstenfelds.[15] Das Kloster kann diese Ausgaben nicht verkraften. Die Verschuldung beträgt schon beim Tod von Abt Liebhard 50 000 Gulden. Sie erreicht bis zur Säkularisation 217 000 Gulden. Ob dies der hochgeschätzte Abt, auch mangels Alternativen zum 1700 bereits begonnenen fürstlichen Neubau, bewusst in Kauf genommen hat?

Tod und Würdigung
Am 4. September 1734 stirbt Abt Liebhard Kellerer 62-jährig in Fürstenfeld. Bis zum letzten Tag mit dem Bauen beschäftigt, habe er sich zum Sterben und Krankliegen kaum 24 Stunden Zeit gelassen, ist im Nachruf zu lesen. Seine Beisetzung erfolgt in der 1731 von ihm erbauten Gruft. Schon in der «Leich: und Ehren-Predig» wird er vor allem als Erbauer der Klosterkirche Fürstenfeld gewürdigt.
Sein Porträt, nur noch überliefert in einem Kupferstich, zeigt einen nachdenklichen, liebenswürdigen Prälaten.[16]

Wappen
Sein Schild am Chorbogen der Fürstenfelder Kirche und am Chorbogen der Kirche in Puch ist eine Vereinigung dreier Wappen. Es ist mit Inful und Stab bekrönt, in Puch ist zusätzlich die Bezeichnung F. L. A. F. für FRATER LIEBHARDO ABBAS FUERSTENFELDENSIS eingefügt. Das heraldisch rechts gelegene Wappen ist das Zisterzienserwappen, eigentlich in Schwarz ein doppelreihig rot-silbern geschachteter Schrägbalken, der aber in Fürstenfeld nicht nur falsch gerichtet ist, sondern auch nicht die korrekten Farben zeigt.
Das heraldisch links liegende Wappen ist das persönliche Wappen des Abtes. Es zeigt im Geviert in 1 und 3 in Silber ein mit einem Pfeil durchbohrtes Herz und in 2 und 4 in Rot Maurerwerkzeuge, in 2 den Hammer und in 3 die Kelle. Es ist ein sprechendes Wappen und weist auf die Liebe zum Bauen hin. Dass die Farben bei jeder Anbringung seines Wappens ändern, ist im wenig auf heraldische Grundsätze achtenden 18. Jahrhundert üblich.
Das dritte, unterhalb angebrachte Wappen zeigt in Blau einen silbernen Kranich, der in der Klaue einen Stein trägt. Der Kranichvogel wird auch vom späteren Abt Martin II. Hatzi verwendet und symbolisiert die Wachsamkeit.

Pius Bieri 2015

 

Literatur:
Fridl, Marcus: Liebhard. «Leich: und Ehren-Predig». Friedberg 1734.
Röckl Karl Adolf: Beschreibung von Fürstenfeld. München 1840.
Ehrmann, Angelika; Pfister, Peter; Wollenberg, Klaus (Hrsg.): In Tal und Einsamkeit. 725 Jahre Kloster Fürstenfeld. Die Zisterzienser im alten Bayern. Ausstellungskatalog. Fürstenfeldbruck 1988.
Klemenz, Birgitta: Das Zisterzienserkloster Fürstenfeld zur Zeit von Abt Martin Dallmayr  1640–1690. Weissenhorn 1997.
Mundorff, Angelika: Abt Liebhard Keller (reg. 1714–1734), in: Kloster Fürstenfeld, Hrsg. von Werner Schiedermair. Lindenberg 2013.
Trinkl, Stefan: Das Zisterzienserkloster Fürstenfeld unter Abt Balduin Helm 1690–1705. München 2015.


Anmerkungen:
[1] Vielleicht eine Zwillingsgeburt, weil Röckl (1840) den tödlich verunglückten Bruder Georg als Zwillingsbruder bezeichnet. Leider fehlt bis heute jede weitere Forschung zur Familie Kellerer aus Hollenbach.

[2] 1724 wird das Langhaus der Kirche unter Abt Lienhard Kellerer neu gebaut, 1876 wird der barocke Bau bereits wieder abgebrochen und durch eine Kirche im Rundbogenstil ersetzt.

[3] Versuche, die Pfarrei mit eigenen Konventualen zu besetze, scheitern am Veto des Augsburger Fürstbischofs.

[4] Das Datum der Einkleidung oder Profess aus der «Leich- und Ehrenpredigt» (1734). Bei Trinkl (2015) ist weder der Eintritt noch die Profess des Liebhard Kellerer vermerkt.

[5] Abt OCist Balduin Helm (reg. 1690–1705), siehe Biografie in dieser Webseite.

[6] P. OCist Wigand Bondaz (1666–1697) aus München.

[7] P. Casimir Kramer (1654–1714) aus Eger. Profess 1670. Philosophische Disputation 1674 in Ingolstadt. Abt OCist in Fürstenfeld 1705–1714. Er ist Nachfolger des zurückgetretenen Balduin Helm. Abt Casimir Kramer regiert während der österreichischen Administration des Kurfürstentums. Zu ihm siehe Röckl (1840) und die biografischen Angaben von Birgitta Klemenz (1997), das genaue Geburtsdatum bei Stefan Trinkl (2015).

[8] Das Kaisheimer-Haus an der Harderstrasse 6 ist heute Amtsgericht.

[9] Das grosszügige Ensemble von Wallfahrtskirche mit dem Hof zum Superioriats- oder Kaplaneigebäude sowie mit dem Ökonomietrakt und den Gärten ist auf der Temperadarstellung im Necrologium Fürstenfeldense 1748 dargestellt. Nur noch die Kirche ist heute erhalten, die restlichen Gebäude sind abgebrochen oder durch Umbauten zur Unkenntlichkeit zerstört.

[10] Zahlen gemäss Wilhelm Liebhardt im Ausstellungskatalog 1988. (Saldo, ohne Vorräte und Liegenschaften, bestehend aus Forderungen und Bargeld von 79 500 Gulden und Passiven von 24 000 Gulden, was eine positive Haushaltsbilanz von 55 500 Gulden ergibt). Die Finanzdarstellungen Fürstenfelds sind leider nur für die Zeit der Äbte Dallmayr und Helm einigermassen übereinstimmend. Für die Zeit des Spanischen Erbfolgekriegs, also der Amtszeit von Abt Kramer, sind die Angaben völlig abweichend. So berichtet Klaus Wollenberg in «Kloster Fürstenfeld» (2013) von einem Kapitalpassivbestand 1714 von 80 000 Gulden, ohne aber eine Bilanz auszuweisen. Vor allem ist nicht ersichtlich, ob die enormen Privatdarlehen der Äbte Dallmayr und Helm an den Kurfürsten (214 000 Gulden) mit den nie bezahlten Zinsen bereits in der Amtszeit Helm oder erst in der Amtszeit Kramer bilanzmässig abgeschrieben werden.

[11] Kurfürst Max II. Emanuel kehrt 1715 nach München zurück, weiterhin der Baulust frönend und die Staatschulden bis zu seinem Tod 1726 auf unglaubliche 27 Millionen Gulden erhöhend, das siebenfache der jährlichen Staatseinnahmen, mit Zinssätzen bis zu 15%.

[12] Der Vorgängerabt nutzt sie nach der Flucht des Münchner Hofes als Lagerräume, muss sie aber auf Druck der österreichischen Administration schon 1712 wieder freigeben.

[13] Klosterinterne Quellen der Regierungszeit von Abt Liebhard Kellerer verschwinden nach der Säkularisation, ihre Zusammenfassungen späterer Chronisten wie Abt Gerard Führer (1802) oder Karl Adolf Röckl (1840) sind subjektiv und wenig aussagekräftig. Röckl erwähnt schreibt im Zusammenhang mit dem Kirchenneubau von mehrmaligen Aufenthalten  des Kronprinzen oder Kurfürsten («Churfürst Karl Albrecht, nachmaliger Kaiser, gleich seinem Vorfahrer, oftmals im Kloster anwesend…»)

[14] Röckl (1840) bezeichnet ihn als Jakob Stuart. James Francis Edward Stuart (1688–1766) lebt seit 1719 im Exil in Rom und unternimmt Reisen zu befreundeten Höfen. In Fürstenfeld soll er sich nur mit einem Sekretär aufgehalten haben.

[15] Vergleiche mit Stiftskirchen des 18. Jahrhunderts ähnlicher Grösse ausserhalb Kurbayerns sind aussagekräftig. So kostet die Kirche Weingarten 220 000 Gulden oder rund zwei Jahreseinnahmen der Reichsabtei. Die Stiftskirche Ottobeuren kostet zwar 550 000 Gulden, was rund vier Jahreseinnahmen der Reichsabtei bedeutet. Beide Abteien bewältigen die Bauaufgaben ohne Schulden.

[16] Der längst gemeinfreie Kupferstich mit dem Porträt des Abtes kann bei der Österreichischen Nationalbibliothek eingesehen werden. Die Weiterverwendung im Internet will die  Bibliothek, die sich selber als Vorbild für ihren Open Access rühmt, allerdings mit Wucherpreisen verhindern.
Zum Porträt in der ÖNB.

Am Chorbogen der Kirche in Puch ist der Wappenschild des Abtes Liebhard Kellerer angebracht. Die Vereinigung dreier Wappen ist mit Inful und Stab bekrönt und mit den Buchstaben F. L. A. F. für FRATER LIEBHARDO ABBAS FUERSTENFELDENSIS überschrieben. Das heraldisch rechts gelegene Wappen ist das Zisterzienserwappen, eigentlich in Schwarz ein doppelreihig rot-silbern geschachteter Schrägbalken.
Das heraldisch links liegende Wappen ist das persönliche Wappen des Abtes. Es zeigt im Geviert in 1 und 3 in Silber ein mit einem Pfeil durchbohrtes Herz und in 2 und 4 in Rot Maurerwerkzeuge, in 2 den Hammer und in 3 die Kelle. Es ist ein sprechendes Wappen und weist auf die Liebe zum Bauen hin.
Das dritte, unterhalb angebrachte Wappen zeigt in Blau einen silbernen Kranich, der in der Klaue einen Stein trägt. Der Kranichvogel wird auch vom späteren Abt Martin II. Hatzi verwendet und symbolisiert die Wachsamkeit.
Bild: Wikipedia Autor Reinhardhauke.
  Abt OCist Liebhard Kellerer (1671–1734)  
  Biografische Daten     Zurück zum Bauwerk  
  Geburtsdatum Geburtsort       Land 18. Jahrhundert  
  4. November 1671 Hollenbach   Kurfürstentum Bayern  
  Titel und Stellung         Regierungszeit  
  Abt OCist der Zisterzienserabtei Fürstenfeld   1714–1734  
  Sterbedatum Sterbeort       Land 18. Jahrhundert  
  4. September 1734 Fürstenfeld   Kurfürstentum Bayern  
  Kurzbiografie              
 

Abt Liebhard Kellerer von Fürstenfeld führt die Maurerkelle und den Maurerhammer im Wappen. Mit dem durchbohrten Herz im gleichen Wappen will er zeigen, dass er Bauaufgaben mit Herzblut angeht. Sofort nach seiner Wahl zum Abt und dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs beginnt er mit der gewaltigen Bauaufgabe des Kirchenneubaus in Fürstenfeld. Er setzt den in den Fundamenten schon 1700 begonnenen Bau fort und zieht mit Cosmas Damian Asam und den Brüdern Appiani hochqualifizierte Künstler bei. Als Abt Liebhard 1734 nach zwanzigjähriger Regierung stirbt, fehlt in der Kirche nur noch die Ausstattung. Obwohl sie nicht  sein einziges Werk als Abt bleibt, ist sein Name mit der Kirche in Fürstenfeld verbunden.

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